„Freiheit für die Kurven“ heißt die CD, die eine Gruppe St. Pauli-Fans veröffentlicht hat. Doch nicht nur Musik findet sich auf dem Silberling. Der Soli-Sampler bietet Infos zum Themenkomplex „Repression gegen Fans“ und vieles mehr. Stadionwelt sprach mit Roger
Hasenbein, einem der Macher.
Stadionwelt: Eine solche CD entsteht nicht von heute auf morgen. Wie hat alles angefangen?
Hasenbein: Die Entstehung des Samplers hängt eng zusammen mit der Anti-Repressionsgruppe hier bei St. Pauli. Vor einem Jahr haben wir ein Konto eingerichtet, um Fans zu unterstützen, die willkürlichen Stadionverboten und Repression ausgesetzt sind, etwa, um Musterprozesse zu führen.
Im Rahmen dieser Arbeit entstand auch das Konzept für den Sampler. Wir haben bis zur Präsentation am 2. Dezember neun Monate daran gearbeitet. Neben dem Geld, was zusammenkommen soll, war es uns wichtig, zu informieren, die Thematik insgesamt mehr publik zu machen.
Stadionwelt: Neben den 15 Stücken gibt es dazu viele weitere Parts auf der CD…
Hasenbein: Zwischen den Stücken sind Fangesänge von der Frankfurt-Demo als Einspieler. Das war mehr als Gaudi gedacht, aber auch, um auch an die inhaltliche Dimension zu erinnern. Daneben gibt es den ganzen Infoblock, der dreisprachig ist. Texte zu Stadionverboten, zur „Datei Gewalttäter Sport“ und zu „Repression gegen Fußballfans“. Dazu Adressen von Organisationen und Fanprojekten. Und den 25-minütigen Bericht von eintrachtfans.TV über die Fandemo im Juni 2005, den bis jetzt sicher auch nicht so viele gesehen haben.

Stadionwelt: Wie habt ihr Kontakt zu den Bands hergestellt, und waren alle gleich „Feuer und Flamme“?
Hasenbein: Einige von uns haben Kontakte zur Musikszene, sei es zu Bands oder Labels. Für uns stand fest: Wir wollen keine reine St. Pauli-Geschichte machen. Einige Bands haben sich schon vorher mit der Thematik beschäftigt, dann lief ein regelmäßiger Austausch. Wobei manche begeistert waren, bei anderen bedurfte es mehr Kommunikation. Weitere Kontakte kamen durch die Bands untereinander zustande. Wir wollten eine breite Mischung und etwa mit Kettcar, Fettes Brot oder Rubberslime ein paar „Headliner“ haben. Natürlich mussten sich die Musiker auch das Okay von ihren Plattenfirmen holen.
Stadionwelt: Wurden auch Songs extra für dieses CD-Projekt eingespielt?
Hasenbein: Bei „Käfig Stadion“ von „20 Years of hate“ ist der Text extra für den Sampler geschrieben. Das Stück von „The Ruckers“ ist gar eine Erstveröffentlichung.
Stadionwelt: Was bleibt für das Konto pro CD hängen?
Hasenbein: Natürlich haben alle ehrenamtlich gearbeitet, auch die Helfer, ob nun bei den Übersetzungen oder der grafischen Gestaltung. So bleiben GEMA- und reine Produktionskosten und Promoexemplare. 5,20 Euro dürften pro Verkauf übrig bleiben.
Stadionwelt: Und wie lief der Start im Weihnachtsgeschäft?
Hasenbein: Ziemlich gut. 500 Exemplare sind schon weg und viele Fanzines, die uns unterstützen, erscheinen ja auch erst, wenn die Saison wieder läuft. (Stadionwelt, 01.02.2006)
Bestellung: www.freiheitfuerdiekurven.de – Preis: 8 Euro

0 Kommentare