Volksfeststimmung und ein farbenfrohes Treiben wird den Sommer 2006 beherrschen, und das nicht nur in den 13 WM-Städten, sondern im ganzen Land. Moment, 13 WM-Städte? Ja, denn wenn man über die attraktivsten Metropolen des WM-Sommers diskutiert, dann kommt man auch an Düsseldorf nicht vorbei. Wer sich an einem gewöhnlichen Samstagabend in die dortige Altstadt verirrt, wird kaum glauben können, dass in Düsseldorf kein Bundesligafußball gespielt wird: Zu tausenden lassen Fußballfans nach Auswärtsspielen in Köln, Gladbach oder Gelsenkirchen an der „längsten Theke der Welt“ den Spieltag ausklingen. Einen ähnlichen Effekt wird man auch im Sommer 2006 erleben können, wenn viele Fans im Anschluss an die WM-Spiele in Köln, Gelsenkirchen oder Dortmund die maximal 50 Kilometer zurückkehren werden, um in einem der etwa 16.000 Düsseldorfer Hotelbetten vom Finaleinzug zu träumen. Hinzu kommt die Rolle des Düsseldorfer Flughafens, der vor allem von Charterfliegern angesteuert wird. Somit kommen wir also auf 13 Städte, die während der WM besonders attraktiv sein werden, und haben versucht, ihren Erlebniswert in einem möglichst objektiven Ranking zu analysieren.
Die Punktevergabe für den Partyfaktor der WM-Städte erwies sich als besonders vielschichtig und wurde kontrovers diskutiert. Neben der Frage, ob die Städte auch außerhalb der Spiele zum Verweilen einladen und ob die Hotelkapazitäten für ein gigantisches multikulturelles Event überhaupt ausreichen, kam manchen Metropolen auch die Auslosung zur Hilfe. Die Region Frankfurt etwa liegt sowohl für englische als auch niederländische Fans im Zentrum ihrer Vorrundenspielorte, weshalb in ‚Mainhattan’ der Bierkonsum während der gesamten Vorrunde beachtlich sein dürfte. Hinzu kommt der Flughafen, über den ein Großteil der Fans aus Übersee anreisen wird.
Angeführt wird dieser Wertungspunkt von den deutschen Party-Metropolen Berlin und Köln sowie Düsseldorf, die jeweils die Maximalwertung von fünf Punkten erhielten. Für Hamburg sprach neben den Qualitäten der Stadt auch die Lage des FIFA Fan-Fests auf dem Heiligengeistfeld mitten in St. Pauli, die auch nach Schlusspfiff für Stimmung sorgen dürfte, für München die ausgeprägte Biergartenkultur. Kaiserslautern und Gelsenkirchen landen in dieser Wertung auf den hinteren Plätzen, weil sie schon aufgrund der geringeren Hotelkapazitäten nur an den Spieltagen, nicht jedoch kontinuierlich mit feierfreudigen Fans aus aller Welt gefüllt sein werden.
Maximal drei Punkte wurden in der Bewertung der Public-Viewing-Plätze vergeben, wobei wir uns bewusst nach dem Ort des offiziellen FIFA Fan-Fests gerichtet haben. Denn einerseits werden hier die größten Menschenansammlungen erwartet, zum Anderen sind die Standorte vieler zusätzlicher Großbildleinwände bislang nicht definitiv beschlossen. Unser Ranking hinterfragt vor allem das Flair des Public Viewings. Daher gibt es zwei Punkte für die Errichtung der Großbildleinwand auf einem schönen Platz mitten in der Stadt. Einen Punkt Abzug gibt es für die Nutzung eines Areals außerhalb der Innenstadt, weil hierunter die Attraktivität leidet. Und drei Punkte gibt es, wenn die Stadt den Fußballfans zur WM etwas ganz Außergewöhnliches bietet: Das kann die Nutzung der legendären Glückaufkampfbahn in Gelsenkirchen sein, oder aber die Platzierung der Leinwand an einem besonders malerischen Ort, wie etwa mitten im Münchner Olympiasee. Und Frankfurt hätte sich für seine Idee, die Spiele von einem auf dem Main schwimmenden Boot zu beiden Ufern zu übertragen, eigentlich sogar einen Extrapunkt verdient.
Düsseldorf bildet hier – mangels offiziellem FIFA Fan-Fest – einen Sonderfall. Da man jedoch auch hier überall Fußball wird schauen können, wurde in dieser Kategorie zumindest ein Punkt vergeben.
Bei der Vergabe der maximal vier Punkte für die Attraktivität der WM-Spiele hingegen geht Düsseldorf selbstverständlich leer aus. Hier haben neben München, Berlin und Dortmund, die mit den deutschen und brasilianischen Vorrundenspielen sowie Halbfinals und Finals bedacht wurden, auch Frankfurt und Köln das große Los gezogen. Hamburg hingegen hat mit Ecuador – Costa Rica und Saudi-Arabien – Ukraine gleich zwei sehr unattraktive Spiele erhalten und belegt daher – trotz der Stippvisite von Mitfavorit Argentinien – zusammen mit Hannover in dieser Kategorie den letzten Platz.


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