Die Ultras Nürnberg stehen vor der Vollendung eines Filmprojekts, dessen Qualität sich mit „Solo Ultra“, dem Film über die Ultras Frankfurt, wird messen können. Aktive Leute aus der Nürnberger Fanszene sind an der Produktion beteiligt. Christian Mössner gehört neben Basti Grau und Alexander Dietzinger zu dem Team, das seit rund einem Jahr die Ultras beobachtet und ihre Köpfe interviewt hat. Im Stadionwelt-Gespräch erklärt er die Hintergründe ihrer Arbeit.
Stadionwelt: Nenne uns doch mal ein paar Fakten zu eurem Film.
Mössner: Der Arbeitstitel des Projekts war die ganze Zeit „Gate Eight“. Das hat sich in den Köpfen aber schon dermaßen verfestigt, dass es wahrscheinlich so bleiben wird. Der Erscheinungstermin soll in der Startphase der nächsten Saison liegen. Eine Release-Party in einem Kino ist auch vorgesehen, aber das ist noch nicht spruchreif. Zunächst wollen wir rund 1.500 DVDs produzieren. Vermutlich wird es einen rund zweistündigen Film sowie eine Zusatz-DVD geben. Zunächst haben wird an zwei mal eineinhalb Stunden gedacht, denn mittlerweile sind schon 80 Stunden Footage im Kasten. Im Juni fangen wir dann mit dem Schnitt an.
Bild: Ultras Nürnberg
Stadionwelt: Der bisher kursierende, wenn auch nicht öffentliche Trailer macht einen sehr professionellen Eindruck.
Mössner: Ich denke schon, dass es professionell gemacht ist. Wir drei arbeiten bei einer Filmproduktion. Deshalb steht uns auch das entsprechende Equipment zur Verfügung. Zudem entrichten wir ordnungsgemäß die GEMA-Gebühren für die Hintergrundmusik, einige Underground-Bands haben uns ihre Stücke aber kostenlos zur Verfügung gestellt.
Stadionwelt: Wird das Ergebnis „fanshoptauglich“ sein?
Mössner: Das muss der Fanshop dann selbst entscheiden. Gewalt wird ein Thema sein, aber authentisch, nicht beschönigend und nicht verherrlichend. Der ganze Film soll auch keine Selbstdarstellung sein. Es ist eine Reflektierung, die teilweise in den privaten Bereich der beteiligten Personen eindringt und auch ihre Probleme beschreibt. Das war unser eigentlicher Antrieb, das Projekt anzugehen.
Stadionwelt: Also so etwas wie das Konservieren der eigenen Jugend?
Mössner: Ja, das wird geil, wenn wir uns das in ein paar Jahren mal mit unseren Kindern anschauen. Wir machen das für die Leute, die heute die Ultras Nürnberg darstellen. Ob alle anderen das nachher gut oder schlecht finden, ist uns eigentlich relativ egal. Ich freue mich nur, demnächst mal wieder in Ruhe Fußball sehen zu können und nicht ständig durch die Linse schauen zu müssen. (Stadionwelt, 01.06.2006)
Bild: Ultras Nürnberg


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