Auf in „Block Drölf“!

Faszination Fankurve 01.08.2006 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Stadionwelt Sprach mit Jens von The Unity über falsche Trikotfarben, Stadionnamen und die richtige Stimmung.

Stadionwelt: Das Trikot des BVB in der neuen Saison soll weiß-gelbe Streifen tragen. Welche Proteste sind zu erwarten?
Jens: Wir akzeptieren diesen Lappen nicht als Trikot unseres Ballspielvereins Borussia 09. Wir haben auch die Beleidigungen und Schmähungen seitens einiger Offizieller und anderer Fans nicht vergessen, als wir es wagten, diese Trikotfarben zu hinterfragen. Die Geschäftsführung hat versichert, dass dies ein einmaliger Ausrutscher bleiben soll. Wir werden diese Worte kritisch verfolgen. Die derzeitige Werbekampagne seitens Nike und der KGaA deuten aber eher daraufhin, dass man die Kritik bekämpfen will, u. a. mit Scheinargumenten wie dem, dass das eigentlich ein Traditionstrikot sei, weil der BVB in seiner Gründerzeit vier Jahre lang auch weiß in den Vereinsfarben hatte. Da kann sich nun jeder selbst ein Urteil bilden, in wieweit vier Jahre mehr Tradition haben sollen als 93 Jahre danach.

Stadionwelt: Die Stimmung auf der Südtribüne ist ein viel diskutiertes Thema. Wie beurteilt ihr die Entwicklung in der abgelaufenen Saison, und was kann in der neuen Saison erwartet werden?
Jens: Gemessen an der Größe der Tribüne und der dementsprechend hohen Zahl von Fußballtouristen war die abgelaufene Saison sicher nicht so schlecht, bedenkt man vor allem, dass wir einige Kröten zu schlucken hatten, wie z. B. den Stadionnamen. Für die neue Saison planen wir einige Änderungen. Wir werden versuchen, mit Hilfe aller Fans den alten Stimmungskern der Süd neu zu beleben. Wir werden uns ein wenig weiter unten postieren, um von dort aus die Blöcke 12 und 13 mitzuziehen. Das ganze soll nach Möglichkeit ein Stimmungsblock werden, „Block Drölf“, so dass in Zukunft wieder jeder weiß, was auf ihn zukommt, wenn er Karten für diesen Bereich hat. Wir haben einige Diskussionsabende mit den Fans geführt und sind auf durchweg positives Echo gestoßen. Dementsprechend sind wir optimistisch, dass wir alle zusammen dort etwas erreichen.

Stadionwelt: Eure Auswärtsauftritte wurden von einigen Gruppen gelobt. Wie seht ihr das?
Jens: Wir selbst sehen die Hinrunde als eher mäßig an bis auf Duisburg und Wolfsburg, die Rückrunde war sicherlich stärker. Auswärts läuft es einfach besser, unsere große Anzahl Auswärtsfahrer macht es leicht, einen Block zu rocken.

Bild: www.pumuckl94.de

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Stadionwelt: Ihr habt in der Vergangenheit mit starken Einschränkungen bezüglich Choreos zu kämpfen gehabt. Ist da Besserung in Aussicht?
Jens: Da wird sich wohl eher nichts ändern, da die Feuerwehr in Dortmund extrem kleinlich zu sein scheint. Warten wir es ab.

Stadionwelt: Hat die WM positive oder negative Auswirkungen auf eure Fanszene?
Jens: Es wird sicherlich so sein, dass zu Beginn der Saison noch mehr Touristen die Tribünen bevölkern werden. Man hat ja gesehen, was für eine tolle Party die WM war, und jetzt will man sich Fußball mal so richtig geben. Ich denke, der Großteil wird wieder verschwinden. Spätestens dann, wenn es kalt wird und die Leute merken, dass Fußball eben nicht 34 mal Party ist, sondern dreißig mal richtig scheiße und höchstens vier mal großartig.

Stadionwelt: 1909 Tage TU – welches Fazit zieht ihr?
Jens: Seit der Gründung hat sich soviel verändert. Damals schuf man eine geschlossene, elitäre Gruppe, die mit Ultra eher wenig bis gar nichts am Hut hatte. Heute haben wir eine große, offene Gruppe, mit regem Zulauf und einem sehr großen harten Kern. Wir haben in diesen 1909 Tagen vieles erschaffen und erreicht, was damals unmöglich erschien. Eines unserer Kernthemen, die Verbesserung der Stimmung bei Heim- und Auswärtsspielen ist nur zu 60 % erreicht, zuhause ist es einfach sehr, sehr schwer.

Stadionwelt: Thema Umbenennung des Westfalenstadions: Wie gehen die Fans heute damit um?
Jens: Die Fans gehen damit so um, wie es überall ist. Ein Teil sträubt sich radikal, einem Teil scheint es fast egal zu sein und ein anderer Teil freut sich wahrscheinlich über die tollen finanziellen Möglichkeiten. Wir als TU werden diesen neuen Namen niemals benutzen, geschweige denn ihn akzeptieren. Leider ist es jedoch in Dortmund so, dass Großteile der Kundschaft nicht am Erhalt der traditionellen Werte interessiert zu sein scheinen. Wir werden jedoch immer wieder kleine Nadelstiche setzen und den Namen Westfalenstadion niemals in Vergessenheit geraten lassen. (Stadionwelt, 01.08.2006)

Bild: www.pumuckl94.de
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