Der FC Augsburg ist in der letzen Saison souverän Erster geworden. In den letzten anderthalb Jahren hat man die Spielzeiten fast ohne Niederlagen absolviert. Nun, da man in der 2. Bundesliga angekommen ist, wird sich einiges ändern. Dennis Galanti von den Rude Boys spricht über die Zukunft der Szene und des Vereins.
Stadionwelt: Das Rosenaustadion soll irgendwann der FCA-Arena weichen. Was haltet ihr davon?
Galanti: Die Szene steht dem Ganzen eigentlich sehr positiv gegenüber. Es gibt nur wenig kritische Stimmen. Von den meisten wird es eher als eine Chance für den Verein und die Stadt Augsburg gesehen. Hier muss man auch die Wirtschaftlichkeit für den Verein beachten. Kritische Stimmen gibt es in Bezug auf die Größe. Das neue Stadion soll in zwei Ausbaustufen errichtet werden. Die erste hat 20.000 Plätze, was für die 2. Liga absolut okay ist. 40.000 Plätze wären nur für das Profigeschäft und die Bundesliga gut. Das steht jedoch noch in den Sternen.
Stadionwelt: Erwartet ihr Mitspracherecht bei der Planung?
Galanti: Wir haben allgemein viel Mitspracherecht. Wir haben unsere Vorstellungen auch mit in die Planungen eingebracht. Es wird eine Stehplatztribüne mit Podest für den Vorsänger geben und vielleicht eine schon ins Stadion integrierte Megafonanlage. Ehrlich gesagt liegt das ganze Projekt aber etwas auf Eis. Wir spielen sicher noch zwei bis drei Jahre im Rosenau.
Stadionwelt: Nach dieser Zeit ist eure jetzige Heimat gegebenenfalls abrissgefährdet. Soll es Aktionen zu deren Erhalt geben?
Galanti: Ein Abriss wäre schon möglich. Dies würde mir und sicher auch dem Rest der Szene jedoch absolut missfallen. Im Moment ist das jedoch schwer zu sagen. Sicherlich hat das Rosenaustadion auch eine Art Denkmalstatus und könnte gar nicht so einfach abgerissen werden.
Stadionwelt: Was wird zurzeit am Rosenaustadion gemacht, um es zweitligareif zu machen?
Galanti: Der Gästebereich wird umgebaut. Natürlich werden die Sicherheitsvorkehrungen in unangenehmer Weise geändert.
Stadionwelt: Euer Verein hat schon über 1.000 Dauerkarten verkauft. Was erwartest du dir davon?
Galanti: Natürlich einen Haufen Erfolgsfans. Viele Augsburger werden sich „genötigt“ fühlen, jetzt auch zum Fußball zu gehen. Wir haben jetzt eineinhalb Jahre fast ohne Niederlagen verbracht, und dann kommt noch der WM-Hype dazu.
Stadionwelt: Ist das nicht auch eine Chance für euch?
Galanti: Doch, sogar eine Riesenchance. Die Szene hat sich über die letzen zwei Jahre schon sehr gut entwickelt und wird durch den Aufstieg und neue Leute sicher noch mal einen Schub kriegen. Es ist gleichzeitig Chance und Risiko.
Bild: Stadionwelt
Stadionwelt: Bedeuten die nur 18 eingetragenen Fanclubs, dass die Szene sehr überschaubar ist? Wie ist euer Stand?
Galanti: Die Rude Boys sind die Ultracrew in Augsburg. Wir sind verantwortlich für die Stimmung und stellen den Vorsänger. Man könnte sagen, wir sind das kreative Potenzial der Szene. Unser Stand ist sehr gefestigt.
Stadionwelt: Welche Hoffnungen habt Ihr in Bezug auf eure Auswärtsauftritte?
Galanti: Ich hoffe natürlich, dass die Auswärtsfahrerzahlen steigen. Für die Regionalliga Süd hatten wir schon viele, doch jetzt in der 2. Liga ist das nicht mehr das Gleiche. Der harte Kern wächst hoffentlich durch die Fahrten. Endlich sehen wir auch neue Grounds und kommen vom öden Alltag in der Regionalliga weg.
Stadionwelt: Was nimmt man sich generell für die 2. Liga vor?
Galanti: Wir wollen gut mithalten – in sportlicher Hinsicht wie auch auf den Rängen. Ich denke, es wird ein Jahr des Lernens für die Szene und für den Verein. Hoffentlich können wir möglichst viel mitnehmen. Wir wollen die Chance, die wir durch den Aufstieg bekommen haben, auch nutzen. Die neuen Leute müssen aufgenommen werden. Drüber hinaus wird ein Aktionsschwerpunkt sicher im Kampf gegen Repressionen liegen. Wir spüren schon jetzt, dass diese in der 2. Liga zunehmen werden.
Stadionwelt: Inwiefern?
Galanti: Schon bei den Umbauten und den neuen Richtlinien für die 2. Liga bekommt man zu spüren, dass die Repressionen zunehmen werden. Wir werden auf jeden Fall viel dagegen angehen. (Stadionwelt, 01.08.2006)

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