Als Anlaufstelle in Stadionnähe hat sich Gladbachs Fanhaus richtig etabliert, berichtet Kiki Mannz vom Fanprojekt. Durch den Aufstieg in die Regionalliga wollen die Verantwortlichen nun auch für Amateure-Fans einige Fahrten organisieren, informiert der Fanbeauftragte Thomas „Tower“ Weinmann.
Mannz: War das Fanhaus bei den WM-Übertragungen im Dauereinsatz?
Mannz: Der Biergarten war wirklich sehr gut besucht, richtig voll wurde es natürlich bei den Deutschland-Spielen. Zum Bier haben wir auch kleine Speisen angeboten, das wurde gut angenommen. Unsere Haupteinnahmequelle werden aber die Spieltage bleiben. Beim letzten Heimspiel etwa haben wir 1.470 Liter Bier verkauft.
Mannz: Es sollte in eurem neuen Domizil ein „Spielzimmer“ geben und Seminarräume. Ist denn schon alles fertig?
Mannz: Wir haben einen Kicker und zwei Dart-Scheiben und Gesellschaftsspiele, manchmal kommen ja auch Familien. Draußen steht ein Tor mit Torwand. Da ist alles fertig. Die Räume können auch kostenfrei gemietet werden, etwa für Feiern. In der Vergangenheit hatten wir draußen noch einen Bierwagen, da soll jetzt ein überdachter Bereich mit Theke entstehen. Und dann gibt es vom Sponsor noch ein überdimensionales Trikot für die Wand und ein Internetterminal.
Mannz: Im letzten Jahr ging es ja auf der Nordtribüne anfänglich noch durcheinander. Hat sich das gelegt?
Mannz: Mittlerweile hat sich das eingespielt, und man weiß wieder, wie früher am Bökelberg, wen man wann oder wo trifft. Damit fühlen sich die Fans auch woh-
ler. Fehlen tat irgendwo noch die Anlaufstelle vor und nach den Spielen. Die einen trafen sich in Gladbach, andere in Rheydt. Nun haben wir mit dem Fanhaus einen zentralen Ort.
Mannz: Sportlich war die letzte Saison ja eher durchwachsen. Wie wurde jetzt Jupp Heynckes aufgenommen?
Mannz: Ich denke, wir haben die Spielzeit noch so gut abgeschnitten, weil die anderen so schlecht waren. Bei Heynckes waren die Reaktionen überwiegend positiv. Meine Meinung ist: Lasst den Mann erst einmal arbeiten.
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Bild: Matthias Fockmann
Mannz: Nach einigen Becherwürfen gab es für die Nordtribüne ein Becherverbot und ein Fangnetz. Ist das inzwischen wieder weg?
Mannz: In der Sache setzen wir eigentlich auf Selbstregulierung in unser Kurve. Die Werfer konnten allerdings nicht ausgemacht werden.
Weinmann: Das Verbot galt für vier Heimspieltage. Das Netz bleibt nun, wurde aber ausgetauscht. Es ist zwar etwas engmaschiger, von den Fans hört man allerdings, dass es besser ist als zuvor.
Mannz: Und dann gab es noch eine Werbebandengeschichte…
Weinmann: Die Fanseite im Norden war sehr unglücklich mit den Farben einer Jack-Wolfskin-Werbung in Schwarz und Gelb. Nach Protesten hat der Sponsor das ausgetauscht – passend zur Borussia in Schwarz und Weiß. Das war ganz klar ein Erfolg der Fans.
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Mannz: Was erwartet ihr hinsichtlich der Amateure, die ja in die Regionalliga aufgestiegen sind?
Weinmann: Ende letzter Spielzeit in der Oberliga hat das Interesse schon merklich zugenommen. Einige Hundert waren mit in Uerdingen. Es ist gerade eine Plattform für unsere Jüngeren, die da auch mit 30–40 Leuten richtig Stimmung machen können und sonst in der Riesen-Nordkurve eher untergehen.
Wir wollen, teilweise per Bus, teilweise per Bahn, auf jeden Fall Fahrten zu den Amateuren anbieten. Auch die Groundhopper sind da interessiert. Leider überschneiden sich allerdings einige Termine. Die Heimspiele laufen im Grenzland-Stadion, wo jetzt der vorgeschriebene Gästesektor abgetrennt wurde. Jeweils wegen der Sicherheitsbedenken oder dem Fanaufkommen werden einige Spiele auch in den Borussia-Park verlegt. Auf jeden Fall gegen Dresden, St. Pauli, Düsseldorf und Magdeburg.
Mannz: Und warum haben die Borussia-Fans schon Silvester gefeiert?
Mannz: Unsere Saisoneinstiegsfeier war am 28. Juli. Die haben wir Silvesterparty getauft, weil für uns Fußballfans ja jetzt das neue Jahr anfängt. Daneben gibt es ab jetzt im Fanhaus zu den Heimspieltagen auch Live-Musik. (Stadionwelt, 01.08.2006)
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