Stefan Rasch, Fanbeirat bei Wacker Burghausen, über positive Entwicklungen im Stadion und in der Szene.
Stadionwelt: Den Fanbeirat gibt es jetzt seit rund einem Jahr. Wie fällt eure erste Bilanz aus?
Rasch: Die Institution Fanbeirat hat sich aus unserer Sicht sehr gut entwickelt. Wir kommen jetzt viel häufiger zusammen, und vor allem die Zusammenarbeit mit dem Verein funktioniert um einiges besser. Auch im Verein haben die Leute gemerkt, dass man die verschiedenen Meinungen um einiges besser versteht, wenn man regelmäßig Kontakt bei persönlichen Treffen hat. Ein erster konkreter Punkt, der erreicht wurde, war, dass unsere Fankurve nun nicht weiter ausgebaut wird. Wir haben somit unsere angestammte Heimat behalten. Dies war uns schon ein sehr großes Anliegen. Wir haben jetzt auch einen neuen Stadionsprecher, der mehr auf die Fans eingeht, während der vorherige doch mehr von der Marke Selbstdarsteller war. Überhaupt hat sich vieles getan, auch in der Kommunikation innerhalb der Fanszene. Die Auswärtsfahrten können dadurch viel professioneller geplant werden, es fährt nicht mehr jeder Fanclub einzeln mit einem halbvollen Bus. Unter Zusammenarbeit der führenden Fanclubs haben wir in der Sommerpause außerdem 400 Schwenkfahnen gefertigt, die in dieser Saison zum Einsatz kommen werden.
Stadionwelt: Gibt es nun die neue Gästetribüne? Wenn ja, wird das auch die Heimfans anheizen?
Rasch: Die gibt es endlich, ja. Da haben wir auch ein Wörtchen mitreden können. Die neue Ostkurve mit 3.400 Plätzen wird auf jeden Fall zum ersten Spieltag fertig gebaut sein und bietet dann auch eine gute Sicht auf den Platz. Die alte Gästetribüne war ja auch wirklich eine Frechheit. Ich denke schon, dass sich dies dann auch auf die Stimmung im Heimblock positiv auswirken wird. Es ist ja nicht nur der neue Gästeblock, auch das gesamte Stadion wirkt dadurch einiges kompakter. Wenn einem die Gästefans dann direkt gegenüberstehen und man sie zum ersten Mal richtig sieht und hört, gibt das sicher schon noch mal einen Schub auch im Heimsektor.
Stadionwelt: Mittlerweile hat sich Burghausen ja in der 2. Liga etabliert. Welche Entwicklung hat die Fanszene in den letzten fünf Jahren genommen?
Rasch: Die Fanszene wächst beständig an, es entsteht ein neuer Fanclub nach dem anderen. Die Leute merken jetzt schon, dass der Verein keine Eintagsfliege ist, sondern sich über Jahre in der zweiten Liga behaupten konnte. Gerade aus dem Umland kommen ständig neue junge Leute hinzu. Vor allem auswärts macht sich das sehr bemerkbar, da hat der Zuwachs doch einiges ausgelöst. Während wir früher etwa bei den ganz weiten Fahrten Probleme hatten, überhaupt einen Bus voll zu bekommen, fahren jetzt immer mindestens zwei.
Stadionwelt: Das klingt alles ziemlich positiv, gibt es denn auch Probleme?
Rasch: Natürlich gibt es die. So versucht etwa der Wacker- Konzern inzwischen mehr und mehr Einfluss auf den Club zu nehmen. Einige Posten im Club wurden nach und nach mit Leuten aus dem Konzern besetzt. Von Leuten, die nicht allzu viel Ahnung von Fußball haben und hier die Chance sehen, sich in einem gesicherten Zweitligaumfeld in Szene zu setzen. Zu diesem Thema wird es beim ersten Heimspiel gegen den KSC sicherlich auch Proteste geben. (Stadionwelt, 01.08.2006)
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Bild: Florian Baueregge
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