„5.000 Dauerkarten dank Beckham“

Faszination Fankurve 17.01.2007 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Chris Wode (36) ist Fan des Major League Soccer Clubs Los Angeles Galaxy. Wie sich die Fankultur von der in Europa unterscheidet und was die Supporter über den Beckham-Transfer in die MLS denken, erzählt er im Interview mit Stadionwelt.

Stadionwelt: Wie ist es, ein Fußballfan in den Vereinigten Staaten zu sein?
Wode: Natürlich ist es ein Unterschied zu Europa und dem Rest der Welt. Hier gibt es andere wichtige Sportarten wie American Football, Basketball und Baseball. Aber der Fußball ist über die Jahre gewachsen. Am Wochenende kann man fünf bis sechs englische Spiele und ein paar andere, beispielsweise aus Deutschland, im Fernsehen sehen.

Stadionwelt: Für Europäer ist es nur schwer vorstellbar, dass ihr Sport nicht der populärste ist und nicht im Mittelpunkt steht?
Wode: Amerikaner haben sich daran gewöhnt… Die meisten Sportfans sehen alle möglichen Sportarten.

Stadionwelt: Was denkst du über den Transfer von David Beckham in die MLS?
Wode: Ich denke, dass der Wechsel für unser Team und die Liga fantastisch ist. Er hat dem Sport schon jetzt eine Menge Aufmerksamkeit gebracht. Seit der Bekanntgabe hat Galaxy fast 5.000 Dauerkarten verkauft.

Stadionwelt: Wird der Wechsel die Popularität des Fußballs in den USA dauerhaft beeinflussen können, wie es beispielsweise Manager Alexi Lalas annimmt?
Wode: Das hoffen wir natürlich! Wie Beckham gesagt hat: Fußball ist der meistgespielte Sport bei Kindern bis zu einem gewissen Alter. Dann hören die Leute mit dem Spielen und Supporten auf. Das muss sich ändern.

Galaxy-Fans beim Feiern

Galaxy-Fans beim Feiern

Stadionwelt: Am Anfang wird es einen Run auf die Tickets geben. Die so genannten „Eventfans“ werden das heimische Home Depot Center erobern…
Wode: Wie ich bereits sagte, beinahe 5.000 Dauerkarten sind bereits abgesetzt, also gibt es schon jetzt einen direkten Einfluss. Viele – wie du sie nennst – „Eventfans“ werden nur wegen Beckham kommen. Viele sind aber auch jetzt schon Fans von Galaxy.

Stadionwelt: In den späten Siebzigern spielten Weltstars wie Pelé und Beckenbauer in den Vereinigten Staaten. Dennoch wurde der Sport nie so populär wie Baseball oder Basketball.
Wode: Die alte North American Soccer League hatte ihre Momente, aber war nicht nachhaltig genug. Die MLS hat aus diesen Fehlern gelernt. Hoffentlich wird das die Liga dauerhaft stärken. Die MLS braucht nicht der größte Sport in den USA zu werden, um erfolgreich zu sein. Aber wir können darum wetteifern, einer der populärsten zu werden. Der neue TV-Vertrag, neue Fußballstadien, neue Clubbesitzer usw. werden dazu beitragen.

Stadionwelt: Wer denkst du sind die besten und einfußreichsten Fangruppierungen in den USA?
Wode: Das Nationalteam wird von seinen Fans sehr gut unterstützt. Hervorzuheben ist Sam´s Army! Viele waren bei der WM in Deutschland. Jedes MLS-Team hat seine Fangruppen, wie beispielsweise meinen Fanclub Galaxy UFO (Ultimate Fan Organization).

Stadionwelt: Wie sieht der Support in der MLS aus?
Wode: Bei Galaxy gibt es zwei Fanclubs, die während des gesamten Spiels stehen, singen und klatschen. Trommeln gibt es auch!

Stadionwelt: Habt ihr Fahnen? Tragt ihr Schals und Trikots?
Wode: Natürlich kann man all das bei uns im Stadion finden.

Stadionwelt: Sind Auswärtsfahrten angesichts der extrem langen Entfernungen überhaupt möglich?
Wode: Für Fans ist es hier viel härter zu einem Auswärtsspiel zu reisen… einige Fanclubs fahren dennoch zu wichtigen und brisanten Spielen.

Stadionwelt: Nach wie vor sind Hooliganismus und Rassismus im europäischen Fußball ein Thema. Wie sieht das in den USA aus?
Wode: Nein, das ist bei uns kein Thema! (Stadionwelt, 16.1.2007)

Galaxy-Fans beim Feiern
Galaxy-Fans beim Feiern

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