„Wir wollen keine Pinsellösung“

Faszination Fankurve 12.04.2007 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Das Darmstädter Stadion wirkt wie ein Relikt der Vergangenheit. Die Lilien-Fans haben das lange erkannt. Stadionwelt sprach mit Axel Niklas, einem der Gründer der Initiative neuesboelle.de, über die Zukunft des Stadions am Böllenfalltor.

Stadionwelt: Warum wird überhaupt ein neues Stadion gefordert?
Niklas: Seit der Fertigstellung der jetzigen Haupttribüne im Jahr 1977 ist am Böllenfalltor mit Ausnahme des Flutlichts und eines Zauns so gut wie nichts passiert. Das Stadion befindet sich quasi noch im Urzustand und genügt modernen Ansprüchen in keiner Weise. Beim DFB stört man sich unter anderem am Gästebereich, der keine sanitären Anlagen aufweist. Außerdem ist das Gelände nicht komplett umfahrbar, was wiederum Probleme bei der Rettung von Personen mit sich bringen kann. 1981/82 hat das Böllenfalltor beim Heimspiel gegen Bayern mal 32.000 Zuschauer gefasst, heute sind nur noch 19.000 zugelassen.

Der Heimblock im Stadion Böllenfalltor.<br />Bild: Matthias“ loading=“lazy“></p>
<p class=Der Heimblock im Stadion Böllenfalltor.
Bild: Matthias

Stadionwelt: Seit wann gibt es die Initiative neuesboelle.de?
Niklas: Ganz genau sind wir seit dem 18. Juli 2006 tätig. Von Anfang an war den 20 Beteiligten klar, dass der bisherige Standort unseres Stadions erhalten bleiben sollte. Auch die Stadtverordnetenversammlung hat sich dafür ausgesprochen.

Stadionwelt: Und was genau sind Eure Forderungen?
Niklas: Wir wollen keine Pinsellösung. Das heißt, dass nicht nur ausgebessert werden soll. Letztendlich fordern wir ein reines Fußballstadion, das komplett überdacht ist. Niemand will einen Kommerztempel, der gar nicht hierher passen würde. Das Mannheimer Stadion ist ein Vorbild, wie es sich viele auch gut in Darmstadt vorstellen könnten.

Stadionwelt: Was gab es bisher an Aktionen, um auf die Initiative Aufmerksam zu machen?
Niklas: Bisher haben wir mit Ständen in der Innenstadt und auf dem Weihnachtsmarkt über unser Anliegen informiert. Außerdem haben wir Unterschriften gesammelt. Die meisten beim DFB-Pokalspiel gegen Hertha.

Infostand auf dem Darmstädter Weihnachtsmarkt.<br />Bild: Thorsten Halm“ loading=“lazy“></p>
<p class=Infostand auf dem Darmstädter Weihnachtsmarkt.
Bild: Thorsten Halm

Stadionwelt: Wie viele Unterschriften sind bisher zusammengekommen?
Niklas: Etwa 4.500, die dem Oberbürgermeister voraussichtlich Ende Mai übergeben werden.

Stadionwelt: Andere Vereine aus der näheren Region haben Stadien gebaut bzw. umgebaut. Wie realistisch ist ein größeres Projekt in Darmstadt?
Niklas: Alle größeren Vereine im Umkreis von 200 Kilometern sind in Sachen Stadion weiter als wir in Darmstadt. Bis zum Jahr 2004 wollte die Stadt das Stadion selbst bauen, nun soll es auch über Sponsoren finanziert werden. Wenn dies möglich ist, stimmen wir dem Vorschlag zu. Unabhängig von der sportlichen Lage fordern wir den Umbau: Es geht nicht um die nächsten zwei oder drei Jahre, sondern um die nächsten zehn oder zwanzig. Letztendlich muss ich sagen, dass viele Fans enttäuscht sind, dass sich bisher nichts Sichtbares getan hat. Die Lilien sind immerhin der größte Werbeträger der Stadt. Wir erwarten, dass es endlich vorangeht. Geredet wird über dieses Projekt schon seit zehn Jahren. Es sollten Taten folgen, damit der SV98 eine faire Chance erhält, sich für die Zukunft zu rüsten und konkurrenzfähig zu bleiben. Außerdem sollte die Stadt bedenken, dass dieses ganze Hin und Her sicher auch von interessierten Investoren genau beobachtet wird und der ein oder andere ein Zeichen erwartet, dass man in Darmstadt gewillt ist, dieses Projekt zu stemmen und nicht immer nur zu reden. (Stadionwelt, 12.4.2007)

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