Viele Gründe für unbefriedigende Zuschauerzahlen

Faszination Fankurve 14.12.2007 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Beim Champions League Spiel zwischen AS Rom und Manchester United wurden fünf englische Anhänger mit Messerstichen leicht verletzt. Die andauernde Gewalt ist nur einer der Gründe dafür, dass in Italien immer weniger Fans die Spiele live im Stadion verfolgen.

Bei italienischen Ligaspielen liegt der Zuschauerschnitt bei rund 23.000 Besuchern pro Partie. Im Vergleich zu den anderen europäischen Top-Ligen, mit denen die italienischen Clubs sportlich mindestens auf Augenhöhe liegen, schneidet Italien damit äußerst schlecht ab. Die Bundesliga als Zuschauermagnet beispielsweise hat einen Schnitt von über 39.000. Der Schnitt im Vergleich zum Vorjahr konnte zwar gesteigert werden, dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass mit dem SSC Neapel, dem FC Genua und Juventus Turin auch drei populäre Clubs in die höchste italienische Spielklasse zurückgekehrt sind.

Volle Tribünen, wie hier bei Sampdoria Genua, gibt es in der Serie A nur selten zu sehen.<br />Bild: Natalie&Mazza“ loading=“lazy“></p>
<p class=Volle Tribünen, wie hier bei Sampdoria Genua, gibt es in der Serie A nur selten zu sehen.
Bild: Natalie&Mazza

Für einen neuen Negativrekord sorgte am vergangenen Wochenende das Spiel des FC Empoli gegen Cagliari, zu dem nur 786 Besuchern ins Stadion gekommen waren. Zum Vergleich: Beim Negativrekord in Deutschland, aufgestellt im Spiel von Energie Cottbus gegen den Karlsruher SC, waren immer noch 10.914 Fans zugegen – eine Zahl über die sich manch ein Club aus der Serie A sogar noch freuen würde. In der zweiten italienischen Liga sieht es übrigens noch schlechter aus. In den bisherigen Spielen ist dort der Schnitt um über 30 Prozent zurückgegangen.

Ursachen für den Rückgang der Besucherzahlen im Land des amtierenden Weltmeisters gibt es viele: Da ist zum einen die andauernde Gewalt in und um die Stadien zu nennen, die in den Todesfällen des Lazio-Anhängers Gabriele Sandri sowie des Polizisten Filippo Raciti, in diesem Jahr zwei unrühmliche Höhepunkte fand. Im Zuge dieser Vorfälle fanden einige Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, beziehungsweise ohne Beteiligung von Gästefans, die aus Sicherheitsgründen ausgesperrt blieben. Außerdem dürfte es die dauerhafte Präsenz des Themas Gewalt in den Medien einem Familienvater eher schwer machen, zusammen mit seinem Sohn zum geliebten „calcio“ ins Stadion zu gehen.

Nicht viel anderes dürfte es beim letzten Spiel im Stadion Carlo Castellani von Empoli ausgesehen haben, als nur 786 Besucher kamen.<br />Bild: Gerhard Rudolf“ loading=“lazy“></p>
<p class=Nicht viel anderes dürfte es beim letzten Spiel im Stadion Carlo Castellani von Empoli ausgesehen haben, als nur 786 Besucher kamen.
Bild: Gerhard Rudolf

Eine weitere Ursache sehen Beobachter im desaströsen Zustand der italienischen Stadionlandschaft. Seit der WM 1990 wurde an den Spielstätten fast nichts mehr modernisiert, sodass ein großer Teil der Spielstätten heute nicht mal geringste Ansprüche in Sachen Komfort erfüllt. Die Clubs der italienischen Profiligen haben in den letzten Jahren eher in Beine als in Steine investiert.

Wenig förderlich war sicher auch der Korruptionsskandal aus dem Jahre 2006, in den mit dem AC Mailand und Juventus Turin nicht eben unbedeutende Clubs verwickelt waren. Vielen Fußballbegeisterten dürfte dies den Glauben an einen ehrlichen Sport nicht leichter gemacht haben und für Spiele, bei denen das Ergebnis schon vorher feststehen könnte, möchte schließlich auch nicht jeder Geld bezahlen. (Stadionwelt, 14.12.07)

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