Die Unruhe im Fanblock

Faszination Fankurve 21.12.2010 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Erst Ende der letzten Woche kürte die Gesellschaft der deutschen Sprache das Wort des Jahres – Wutbürger. Gemeint sind damit Leute, die für Ihre Überzeugung einstehen und protestieren. The day after… fand am vergangenen Wochenende auch ähnliche Szenarien in den Stadien.
 

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<p class=Boykott im Block 1900 beim Heimspiel gegen den Hamburger SV
Bild: Dirk Paeffgen

Das Wort des Jahres 2010 ist zurückzuführen auf findige Journalisten die versuchten die Demonstranten gegen das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ zu beschreiben. Diese gehen bekanntlich seit Monaten auf die Straße, da sie sich von den Verantwortlichen im Stich gelassen und übergangen fühlen.
Dieses Gefühl kennen wahrscheinlich auch einige Fußballfans. Das ausgegebene Saisonziel ist ein komplett anderes, als die aktuelle Tabellensituation hergibt. So auch in diesem Jahr wieder in Stuttgart. Nach der herben 3-5 Niederlage des VfB am Sonntagabend gegen den deutschen Rekordmeister gingen wieder mehrere hundert Fans auf die Straße und forderten hinter Taten von der Vorstandschaft. Gleichartige Szenen gab es auch schon im Vorjahr, fast zur selben Zeit, fast zur selben Situation und beinahe mit demselben Ausgang. Scheuten im letzten Jahr die Vereinsoffiziellen sich den Fans zu stellen, gab es am Sonntag eine kleine, wenn auch für viele Fans unbefriedigende, Ansprache des VfB-Präsidenten Erwin Staudt zur aktuellen Lage. Der VfB Stuttgart rangiert nach dem 17. Spieltag auf den 17. Tabellenplatz mit nur 12 Zählern und bereits drei Punkte Rückstand auf einen Relegationsplatz.
 
Noch schlechter als die Schwaben steht momentan nur noch die Fohlen-Elf aus Mönchengladbach da. Zehn Punkte aus 17 Spielen und Tabellenletzter in der Bundesliga. Die treuen Fans der Borussia drehen der Mannschaft den Rücken zu. Am Freitagabend, bei der 1-2 Heimniederlage gegen den Hamburger SV, war der sonst prall gefüllt Block 1900 komplett leer. Nachdem die Fans bereits in Freiburg in der vergangenen Woche zum Stimmungsboykott ausriefen, setzten sie beim Heimspiel gegen den HSV ihren Protest fort und zogen es vor, lieber am Samstag die 1. Mannschaft der Handball-Abteilung zu unterstützen. Im Block 1900 gab es am Freitagabend lediglich einige Spruchbänder zu sehen.
 

Dieses Phänomen der mündigen Fans ist aber kein rein deutsches. Denn es kam am Wochenende auch in Griechenland zu solchen Szenen. Nach der 0-1 Niederlage von Panathinaikos Athen gegen den Aufsteiger Olympiakos Volou stürmten die Heimfans das Spielfeld und verfolgten die eigene Mannschaft bis in die Katakomben des Olympiastadions, wo die Mannschaft zur Rede gestellt wurde. Allerdings sind ist Panathinaikos Tabellenzweiter, für viele wäre das kein Grund auf die Barrikaden zu gehen. Doch Tabellenführer ist ausgerechnet der größte Rivale Olympiakos Piräus mit fünf Punkten Abstand.
 
Die Stimmung in vielen Fanblöcken ist ähnlich der aktuellen Außentemperatur, weit unter dem Gefrierpunkt. The day after… verabschiedet sich trotzdem in die Winterpause und wünscht allen Lesern frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr. (Stadionwelt, 21.12.2010)

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