Am Sonntag der Superclasico zwischen Boca Juniors und River Plate 1-1. In der zweiten Halbzeit musste das Spiel für mehrere Minuten unterbrochen werden. Stadionwelt war vor Ort und berichtet über eines der bekanntesten Derbys weltweit.
Aus sportlicher Sicht war die Partie für River Plate besonders wichtig. River wollte in La Boca drei Punkte holen, um den Anschluss an Newells Old Boys und Lanus auf Platz eins und zwei der Tabelle nicht zu verlieren, um somit die Chancen auf die Meisterschaft zu erhalten.
Boca befindet sich gerade im unteren Drittel der Tabelle, ist aber wegen der außergewöhnlichen Abstiegsregel in Argentinien nicht abstiegsgefährdet. Die Mannschaft scheint sich auf die Copa Libertadores zu konzentrieren, in der man gerade gegen den amtierenden Sieger Corinthians aus Sao Paulo antreten muss.
Für die Fans der Boca Juniors war das Spiel gegen River trotzdem das alles entscheidende Spiel. Man wollte den Rot-Weißen durch einen Sieg die Chance auf die Meisterschaft nehmen. Das war das erklärte Ziel.
Die Fans von River Plate wurden schon einige Stunden vor Anpfiff in den Gästeblock der Bombonera gebracht, um Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Fangruppen zu vermeiden. Aber auch zahlreiche Boca-Fans betraten schon sehr früh die Pralinenschachtel. Eine Stunde vor Anpfiff war das ausverkaufte Stadion bereits voll besetzt.
Spielunterbrechung in der zweiten HalbzeitBild: Stadionwelt
Die Gelb-Blauen schmissen mit dem Einlaufen ihrer Helden zahlreiche Wurfrollen. Ein Konfettiregen und längliche Luftballons in den Vereinsfarben versprühten typisch südamerikanische Fußballatmosphäre. Die Fans von River Plate zeigten ebenfalls Luftballons, jedoch in rot und weiß.
Als das Konfetti gerade größtenteils vom Spielfeld geblasen wurde und der Schiedsrichter den Clasico anpfeifen konnte, ging River nach 45 Sekunden bereits mit 1-0 in Führung. Manuel Lanzini traf per Kopfball nach einer Flanke von halbrechts.
Die Hühner, wie die Boca Junior-Fans die Anhänger von River Plate nennen, waren völlig aus dem Häuschen. Die Boca-Fans mussten diesen Schock erst mal verdauen. Sie erholten sich aber bereits nach kurzer Zeit wieder und feuerten ihr Team weiter lautstark an.
Den Fans von River Plate wurde der gesamte dritte Rang in einer Kurve zugeteilt, sodass auch zahlreiche Rot-Weiße Fans anwesend waren. Ihnen waren jedoch Zaunfahnen verboten. Die Barra Los Borrachos del Tablon (Die Besoffenen von der Theke) von River konnte somit die eigene Zaunfahne nicht aufhängen.
River Plate Fans im GästeblockBild: Stadionwelt
Boca erzielte noch in der ersten Halbzeit den 1-1 Ausgleich durch Santiago Silva, der in der 39. Minute traf. Nach der Halbzeit traf keines der beiden Teams mehr das Tor. Für Aufregung im Stadion sorgte aber die rote Karte für den River Trainer Carlos Bianchi, der den Innenraum des Stadions anschließend verlassen musste. Dafür musste die Partie kurzzeitig unterbrochen werden.
Teile des Netzes am Gästeblock fingen während der Unterbrechung Feuer. Die Feuerwehr löschte die kleinen Brände, indem sie fast die gesamte Kurve mit Wasser aus zwei großen Feuerwehrschläuchen besprühte. Die Boca-Fans freuten sich über das Wasser und feierten nun noch lauter.
Bereits wenige Minuten später wurde das Spiel um Unparteiischen erneut unterbrochen, da die Boca Fans rund um La Doce (der zwölfte Mann) zahlreiche Rauchbomben, Böller und Raketen zündeten. Das ganze Stadion feierte während der Unterbrechung und sang sich für Boca die Seele aus dem Leib. Erst nach einer knappen Viertelstunde pfiff der Schiedsrichter die Partie wieder an, um sie kurze Zeit später nochmals zu unterbrechen, nachdem Boca-Fans erneut Feuerwerkskörper Richtung River-Torwart feuerten.
Mit dem 1-1 konnte keines der beiden Teams wirklich zufrieden sein. Auch beide Fanlager wussten nicht so Recht, ob sie sich über den Punkt freuen oder ärgern sollen. Nachdem der letzte River Fans das Viertel La Boca verlassen hatte und sich auch der letzte Boca Fan genug über den Abstieg von River Plate im Jahr 2011 lustig gemacht hat, durften auch die Boca Fans das Stadion verlassen. (Stadionwelt, 09.05.2013)
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