„Nicht mehr bereit die Jubelperser abzugeben“

Faszination Fankurve 12.06.2014 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Faszination Fankurve sprach mit einem Vertreter der aktiven Fanszene von Hannover 96 (Name der Redaktion bekannt) über den Rückzug der Ultras und weiterer Gruppen, den Konflikt mit dem Verein und Martin Kind sowie über die kommende Saison bei den Amateuren von Hannover 96.
 
Ihr werdet in der kommenden Saison die Spiele der Profis nicht besuchen?
Ultras Hannover und die meisten Gruppen aus dem Oberrang werden in der kommenden Saison die Spiele der Profis nicht besuchen. Dies war eine Mehrheitsentscheidung der Gruppen im Oberrang. Natürlich entscheidet letztlich jeder selbst, ob er noch ins Stadion geht oder nicht. Es wird auch im Oberrang Gruppen geben, die weiterhin hingehen werden. Die Leute werden aber nicht singen. Das gleiche gilt, nach meinen Informationen, auch für die Brigade Nord im Unterrang.
 
Gilt Eure Entscheidung auch für die Auswärtsspiele?
Ja, wir wollen nicht zu den Profis gehen und stattdessen alle 34 Spiele der Amateure besuchen. Oldenburg, Meppen. Lübeck, und die Zweitvertretungen von Braunschweig, Wolfsburg und Bremen hören sich im Vergleich zu Hoffenheim und schon wieder Schalke oder München doch auch nicht schlecht an. Dazu kommt, dass die Reisen nicht weit sind und noch sehr günstig werden.
 

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Keine Stimmung mehr bei den Profis in der kommenden Saison
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Kannst du nochmal den Konflikt zwischen Fanszene und Verein zusammenfassen?
Der Konflikt hat sich immer weiter verschärft. Höhepunkt war sicherlich die verpflichtende Busanreise zum Derby nach Braunschweig, die wir boykottiert haben. Hier sind noch Gerichtsentscheidungen offen. Das Gericht hat Hannover 96 schon aufgefordert in der Sache kleinbeizugeben und alle bisherigen Urteile wurden zu unseren Gunsten getroffen. Bei Hannover 96 hat man dazu nur gesagt, dass die Sicherheit vor Gerichtsurteile gehe. Außerdem hat Hannover 96 kurz vor dem Derby einen Befangenheitsantrag gegen die Richterin gestellt, um somit Gerichtsentscheidungen hinauszuzögern. Damit wurde verhindert, dass viele Fanszenemitglieder noch vor dem Derby zu ihrem Recht kommen. In Folge dieses Konflikts sind wir einfach nicht mehr bereit die „Jubelperser“ abzugeben.
 
Ist dieser Konflikt noch zu lösen?
Erstmal erwarten wir eine Entschuldigung von Hannover 96. Kurzfristig, würde ich sagen, ist er nicht zu lösen. Dazu ist die Situation zu festgefahren. Damit wurden wir schon lange genug hingehalten. In Gesprächen kommt Martin Kind häufig sehr verständnisvoll rüber, aber am Ende kommt nichts bei rum und wir werden hingehalten. Lippenbekenntnisse seitens des Vereins reichen nicht mehr. Mit den aktuellen Personen bei Hannover 96 sind keine Gespräche mehr möglich.
 
Habt ihr Angst Eure Dauerkarten zu verlieren?
Ich werde meine Dauerkarte nicht verlängern. Wenn es irgendwann eine Lösung mit dem Verein gibt, dann findet sich bestimmt auch wieder ein Platz im Stadion für die Fanszene. Manche von uns werden ihre Dauerkarte sicherlich behalten, die Spiele aber trotzdem nicht besuchen.
 
Wie sieht die Fankurve in der kommenden Saison bei den Amateuren von Hannover 96 aus?
Die Amateure spielen im Moment größtenteils im Beekestadion bei den Sportfreunde Ricklingen. Im eigentlichen Stadion der Amateure, dem Eilenriedestadion, hätten wir sicherlich besser Voraussetzungen. Wichtig ist nochmal zu sagen, dass wir nicht vor den Problemen weglaufen wollen, sondern den Weg gewählt haben, um uns bei den Amateuren die positiven Elemente des Fandaseins zurückzuholen und wieder Spaß zu haben.
 
Wie wird sich Euer Fernbleiben auf die Stimmung bei den Profis auswirken?
Am Ende der vergangenen Saison haben wir bei den Profis das Singen schon eingestellt. Natürlich haben dann Leute gesungen, die sonst nie gesungen haben und es den Ultras mal so richtig zeigen wollten. Aber wenn wir an einem Sonntag gegen Hoffenheim spielen, glaube ich nicht, dass die Stimmung gut sein wird. Und wenn doch ist es doch auch okay. Dann wissen wir, dass man uns nicht braucht und vielleicht entspannt unser Fernbleiben die Situation mit anderen 96-Fans ja auch.
 
Wie ist denn die Stimmung gegenüber der Fanszene in Hannover gerade?
Das Bild der normalen Zuschauer ist sehr durch die Berichte in lokalen Medien geprägt. Ein Beispiel: Hannover 96 wurde vom DFB zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt. Der DFB hat die Strafe mit der Pyroshow beim Derby gegen Braunschweig und einem Böllerwurf beim Spiel in Wolfsburg begründet. Der Großteil der Strafe ist sicherlich durch den Böllerwurf zustande gekommen, da dabei jemand verletzt wurde und bleibende Schäden davonträgt. Der Böller wurde aus dem Unterrang geworfen. Bei der Pyroshow im Derby wurde niemand verletzt. In den lokalen Medien wurde die Schuld für die gesamte Strafe den Ultras im Oberrang in die Schuhe geschoben.
 

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Pyroshow im Oberrang beim Derby gegen Braunschweig
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Zuletzt haben einige Vereine ihre Amateurteams abgemeldet. Habt ihr Angst, dass dies in Hannover auch passiert?
Das ist uns aktuell nicht bekannt. Damit beschäftigen wir uns erst, wenn es soweit ist. Wir freuen uns erstmal auf eine gesamte Saison bei den Amateuren. (Faszination Fankurve, 12.06.2014)

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Keine Stimmung mehr bei den Profis in der kommenden Saison
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