Am heutigen Dienstag wird Antonino Speziale nach etwa acht Jahren in Haft aus dem Gefängnis entlassen. Am 2. Februar 2007 kam es in Catania im Rahmen des Derbys gegen Parlermo zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Speziale wurde im Nachgang für den Tod eines Polizisten verantwortlich gemacht.
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Spruchband in Essen zum Thema.
Bild: Jawattdenn.de
Speziale wurde vorgeworfen, den Polizisten Filippo Raciti mittels eines Teils von einem Waschbecken aus dem Stadion für die tödlichen Verletzungen gesorgt zu haben. Doch an dieser offiziellen Version gab es bis zuletzt erhebliche Zweifel. Es gibt zwar Bildmaterial, das Antonino Speziale beim Werfen eines Gegenstandes zeigen soll. Es gibt jedoch keinerlei Foto- oder Videomaterial das zeigt, ob das Teil den verstorbenen Polizisten traf. Speziale selbst gab den Wurf zu, hat aber immer darauf bestanden, niemanden getroffen zu haben. Ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes der Polizei, der RIS Parma schloss in einem äußerst ausgedehnten Analyseverfahren aus, dass Raciti durch den Wurf des Gegenstandes ums Leben gekommen sein könnte. Raciti soll seinen Dienst nach dem Wurf des Gegenstandes noch für etwa anderthalb Stunden ohne Klagen fortgesetzt haben.
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Möglich ist auch, dass der Polizist Raciti verstarb, weil er von einem Kollegen mit einem Polizeiauto angefahren wurde. Auf der Beerdigung von Raciti soll sich ein Polizist beim Vater von Raciti entschuldigt und erklärt haben, dass ein Kollege für das tödliche Manöver verantwortlich gewesen sei. Außerdem sollen Farbspuren, die man möglicherweise auf das Polizeiauto zurückführen könnte, das Raciti vielleicht traf und für die tödlichen Verletzungen gesorgt haben könnte, nicht untersucht worden sein.
Spruchband in Köln zum Thema.
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Trotz aller Zweifel an der offizielle Version wurde der Catania-Ultrà Antonino Speziale im Jahr 2012 in letzter Instanz zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Bis heute musste Speziale diese Haftstrafe in vollständiger Länge absitzen. Auch die Intervention seines Rechtsanwalts Giuseppe Lipera, der zuletzt versuchte, Speziale krankheitsbedingt aus der Haftanstalt in den Hausarrest zu bekommen, sorgten letztlich nicht für eine frühzeitige Haftentlastung. In Deutschland hat das Schicksal von Antonino Speziale zahlreiche Ultragruppen bewegt, weshalb es immer wieder Spruchbänder für den aus zweifelhaften Gründen inhaftierten Catania-Ultra gab. (Faszination Fankurve, 15.12.2020)
Hier gibt es ein Interview mit Kai Tippmann zum Thema.
Spruchband in Mönchengladbach zum Thema.
Bild: nordkurvenfotos.de
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