Ab der kommenden Saison darf in englischen Fußballstadien offiziell das sogenannte Safe Standing eingeführt werden. Vereine der Premier League und der EFL Championship haben die Möglichkeit lizenzierte Stehplätze zu installieren.
Wie die britische Regierung bekanntgab, dürfen Clubs der beiden höchsten englischen Spielklassen, die lizenzierte Stehplätze in Fußballstadien einführen wollen, dies ab der kommenden Saison 2022/2023 tun.
Nach Cardiff City, Chelsea, Manchester City, Manchester United und Tottenham Hotspur, die alle in der vergangenen Saison als Pilotprojekte an der Erprobung teilgenommen haben, haben auch Brentford, die Wolves und QPR bestätigt, dass sie Stehplätze einführen werden. Das Wembley-Stadion wird bei Heimspielen ebenfalls einen kleinen lizenzierten Stehplatzbereich für Fans anbieten.
Seit Januar dürfen ausgewählte Vereine ihren Fans wieder Stehplatztickets in sogenannten Safe-Standing-Bereichen bereitstellen. Das läuft bisher positiv, sodass sich bereits weitere Clubs in Stellung bringen.

Kulturministerin Nadine Dorries sagte dazu: „Wir wollen, dass das Erlebnis, Fußball zu sehen, genauso magisch ist, wie das Spiel auf dem Platz. Die Fans werden die Möglichkeit haben, ihre Mannschaft von einem Sitzplatz aus anzufeuern oder sich mit anderen in einen sicheren Stehplatzbereich zu begeben, um die Spieler zu unterstützen und ihre Helden zum Sieg zu brüllen. Nur Clubs, die strenge Sicherheitskriterien erfüllen, werden zugelassen. Dank des letztjährigen Versuchs, gründlicher Beweise und moderner Technik sind wir nun bereit, Stehplätze in unseren Stadien wieder zuzulassen.“
Sportminister Nigel Huddleston erklärte: „Nach den Erfahrungen, die ich gemacht habe, und den Erkenntnissen, die wir im Rahmen des Pilotprogramms gewonnen haben, werden sichere Stehplätze für eine elektrisierende Atmosphäre in unseren Fußballstadien sorgen. Die Fans haben sich seit langem für die Einführung von Stehplätzen eingesetzt und wir haben sorgfältig mit Fangruppen zusammengearbeitet, darunter auch mit den von der tragischen Fußballkatastrophe in Hillsborough betroffenen Familien. Ich bin stolz auf die Arbeit, die in diesen strengen Prozess eingeflossen ist und darauf, dass wir unser Versprechen aus dem Manifest, die Fans in den Stadien wieder auf die Beine zu bringen, eingehalten haben.“
Die Stadien für das Pilotprojekt wurden im Anschluss an ein Bewerbungsverfahren ausgewählt, das von der Sports Grounds Safety Authority (SGSA) geleitet wurde. Es wurden strenge Auflagen erfüllt, darunter der verstärkte Einsatz von Videoüberwachungsanlagen, eine verbesserte Ausbildung der Ordner und die strikte Beschränkung der Fans auf eine Person pro Platz. Die Clubs haben im Rahmen ihres Antragsverfahrens auch mit den Fans gesprochen.
Ein Abschlussbericht über das in der letzten Saison von der Regierung in Auftrag gegebene Pilotprojekt, kommt zu dem Schluss, dass sich die Installation von Barrieren oder Geländern in Bereichen, in denen die Fans ständig stehen, positiv auf die Sicherheit der Zuschauer ausgewirkt und das Spielerlebnis der Fans sowohl in den Heim- als auch in den Auswärtsbereichen verbessert hat. Der Bericht empfiehlt, den Clubs die Möglichkeit zu geben, so bald wie möglich lizenzierte Stehplätze einzurichten.
Ein von der Sports Grounds Safety Authority (SGSA) im April veröffentlichter Zwischenbericht über den Versuch ergab bereits wichtige Erkenntnisse: Der Torjubel verläuft geordneter, die Fans können sich nicht mehr vor- und zurückbewegen, wodurch die Gefahr, dass sie auf andere Fans fallen, verringert wird; Barrieren bieten Stabilität für Personen, die sich die Gänge hinauf- und hinunterbewegen; Nachzügler können ihre Plätze in der Mitte der Reihen schneller erreichen, da andere bereits stehen und sich an die Barrieren anlehnen können, um sie passieren zu lassen; Überfüllte Bereiche sind für das Sicherheitspersonal leichter zu erkennen, da die Fans deutlicher aufgereiht sind.
Der abschließende Bericht ergänzt: Das Verlassen der Fans aus den Stadien ist gleichmäßiger, da die Barrieren die Möglichkeit der Zuschauer einschränken, über die Sitze zu klettern, um schneller das Stadion zu verlassen; Die Zuschauerreihen sind übersichtlicher, sodass jedes Risiko einer Überfüllung erkannt werden kann, insbesondere mit Hilfe von Überwachungskameras; Die Ordner können an mehr Stellen eingesetzt werden, ohne die Sichtlinien zu beeinträchtigen; Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass die Einführung von lizenzierten Stehplätzen zu einer Zunahme der Stehplätze in anderen Stadien geführt hat. Martyn Henderson OBE, Chief Executive der Sports Grounds Safety Authority, sagt: „Wir begrüßen die kontrollierte Rückkehr der Stehplätze in die Neuzeit, die durch eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Regierung ermöglicht wurde. Dies ist ein historischer Moment für den englischen Fußball – und vor allem für die Fans, die sich für diese Änderung eingesetzt haben und die durch die heutige Entscheidung sicherer werden.
Der Vorstandsvorsitzende der Football Supporters‘ Association, Kevin Miles, sagte: „Die Fans wissen, dass sichere Stehplätze enorme Vorteile bieten: bessere Atmosphäre und mehr Auswahl für Fans, egal ob sie sitzen oder stehen wollen. Die FSA hat immer dafür plädiert, dass Fußballvereine die Möglichkeit haben sollten, mit ihren Fans zu sprechen und zusammenzuarbeiten, um die ideale Mischung aus Sitz- und Stehplätzen für jeden Verein zu finden. Das ist jetzt möglich und es ist keine Überraschung, dass sich bereits mehr Vereine dem EFA-Projekt der letzten Saison anschließen wollen.“
Die notwendigen Gesetzesänderungen zum Fußballzuschauergesetz wurden am 4. Juli 2022 im Parlament eingebracht. (Faszination Fankurve, 06.07.2022)
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