Der FC Basel sollte am Sonntag eigentlich beim FC Luzern gastieren. Weil auf dem Europapaltz in Luzern aber am Vorabend des Nationalfeiertags der Schweiz das sogenannte Bundesfest steigen soll, sorgte die Polizei für eine Spielabsage. Die FC Basel-Fanszene ist deswegen sauer und reist trotzdem nach Luzern.
Die Muttenzerkurve Basel kritisiert, dass das Bundesfest niemand aus der FC Basel-Fanszene interessiert hätte und mit einem Erscheinen der Fanszene nicht zu rechnen gewesen wäre, wenn das Auswärtsspiel in Luzern planmäßig stattgefunden hätte.
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Außerdem sei es gar nicht üblich, dass FC Basel-Fans sich in der Stadt in Luzern aufhalten. Dies sei lediglich beim letzten Besuch der Fall gewesen, als ein Fanmarsch der Basler Fanszene verboten wurde und man ebenfalls ein Alternativprogramm ausgerufen hatte. Wegen des Verbots verzichtete man damals auf eine gemeinsame Anreise und einen „kanalisierten“ Marsch zum Stadion.
Das damalige Verbot vom Marsch mit all seinen Konsequenzen und die jetzt nicht erteilte Spielbewilligung sind das Werk von Hardlinern, die bei den Behörden und in der Politik das Ruder übernommen haben. Das Gleiche droht uns auch in Basel, wo ohne wirklichen Handlungsbedarf, erneut der Beitritt zum verschärften Hooligan-Konkordat vom Kanton Basel-Stadt und Basel-Landschaft zur Debatte steht. Wir werden darum ein Zeichen setzen: Trotz verschobenem Spiel reisen wir nach Luzern – in diesem Fall halt zur Bundesfeier!“, so die Ankündigung der Muttenzerkurve.
Auf dieser Bundesfeier soll ein Politiker auftreten, der in der Fanszene mit Forderungen nach personalisierten Tickets, Abschaffung der Stehplätze und Restriktionen gegen Gästefans aufgefallen sei. Die FC Basel-Fanszene will unauffällig in Kleingruppen nach Luzern reisen und dann das Bundesfest besuchen. (Faszination Fankurve, 26.07.2022)
Update: Der Besuch der FC Basel-Fanszene beim Bundesfest in Luzern war nur eine Finte: „Zu keinem Zeitpunkt haben wir ernsthaft geplant, am Sonntag nach Luzern zu fahren, aber die Finte ist gelungen: «Muttenzerkurve will Bundesfeier crashen». Entgegen dem sonst normalen Reaktionsmuster haben die Verantwortlichen im Organisationskomitee und bei den Behörden jedoch zumindest nach aussen von Anfang an einen kühlen Kopf bewahrt. Absurderweise wurden wir sogar herzlich willkommen geheissen, obwohl ursprünglich eine mögliche Kollision mit der Bundesfeier durch sich in der Innenstadt aufhaltende FCB-Fans von der Polizei als Grund für die Spielverschiebung genannt wurde. Auch die Medien mit ihren oft reisserischen Artikeln sowie die populistischen Politiker:innen waren vergleichsweise zurückhaltend. Hinter den Kulissen hat unser Aufruf aber für die eine oder andere Schweissperle sowie Mehraufwände gesorgt. Wären wir wirklich gekommen, wäre dies sicher nicht im Interesse der Sicherheitsverantwortlichen gewesen. Dabei versprechen die Hardliner:innen bei den Behörden und in der Politik mit ihren Massnahmen eigentlich genau das Gegenteil: Weniger Aufwand und mehr Sicherheit – egal ob personalisierte Tickets, verschärftes Hooligankonkordat in den Kantonen BS/BL oder verbotene Fanmärsche in Luzern. In der Vergangenheit wurde dies bereits immer wieder aufs Neue widerlegt, denn in Tat und Wahrheit werden so weitaus mehr oder gar neue Probleme geschaffen. Die Massnahmen rufen bei den Fankurven Gegenaktionen sowie Ausweichmanöver hervor und verschaffen den Hardliner:innen in den Reihen der Kurven Aufwind. Doch eigentlich gäbe es ein Vorgehen, dass sich schon früher langfristig bewährt hat: Kühlen Kopf bewahren, Einbezug der relevanten Akteure und pragmatische Aufarbeitung mit allenfalls simplen und zweckdienlichen Massnahmen. Eine solche Aufarbeitung gab es in Luzern aber weder nach den Vorfällen im vergangenen Februar noch nach deren Vorgeschichte beim vorherigen Spiel.In Luzern war das Verbot des Fanmarschs ohne Not der Ursprung eines Katz-und-Maus-Spiels, welches mit unserer Finte nun um ein Kapitel reicher ist. Wir hoffen, dass zumindest die dortigen Politiker:innen und Behörden den von ihnen einseitig eingeschlagenen Weg mittlerweile als Sackgasse erkannt haben. Es wäre an der Zeit für einen Schritt zurück ohne Gesichtsverlust: Zurück zum Dialog, zurück zu einer insgesamt stabilen Situation, zurück zu einer grösstenteils kanalisierten Anreise mit Extrazug und Fanmarsch. Diese verlief seit Jahren in den allermeisten Fällen ohne nennenswerte Vorkommnisse oder Gefahren für Aussenstehende“, teilte die Muttenzerkurve dazu mit.
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