Mindestens 174 Tote nach Fußballspiel in Indonesien

Faszination Fankurve 02.10.2022 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Im Nachgang des brisanten Duells zwischen Arema Malang und Persebaya Surabaya kam es am Samstagabend im Kanjuruhan-Stadion der indonesischen Stadt Malang zu einer Tragödie, bei der mindestens 174 Personen starben.

Mit Nachgang der 2:3 Niederlage betraten Arema Malang-Fans, offenbar aus Frust über die Niederlage, den Innenraum des Stadions. Dort kam es zu Ausschreitungen zwischen Fans und der Polizei, die massiv mit Tränengas gegen die Fans vorging. Dadurch soll eine Massenpanik entstanden sein. Das Resultat dieser Panik sind mindestens 174 Todesfälle und weitere werden aller Wahrscheinlichkeit nach hinzukommen. Unter den Todesopfern befinden sich laut offiziellen Angaben auch zwei Polizisten. Die indonesische Liga wurde wegen der Vorfälle vorerst ausgesetzt.

https://twitter.com/PelatihBart/status/1576410195076341762?s=20&t=zWjrDz4O84NFYEzfHIQFMQ

„Bereits jetzt ist damit klar, dass die Tragödie im Kanjuruhan-Stadion die zweitgrösste Katastrophe in der Geschichte des Fussballs ist. Einzig im Mai 1964 kamen bei einer Massenpanik im Nationalstadion Perus mehr Menschen (328) ums Leben. In einer Pressemitteilung hat Präsident Joko Widodo angeordnet, die Liga per sofort und bis auf Weiteres zu unterbrechen, bis die Ermittlungen zu den Vorgängen in Kepanjen abgeschlossen seien. Arema Malang darf für den Rest der Saison, sofern diese fortgesetzt wird, keine Heimspiele mehr austragen. Was NICHT stimmt: Persebaya hätte das erste Mal seit zwei Jahrzehnten gegen Arema gewonnen. Bereits im Februar siegte Persebaya mit 1:0 gegen den Erzfeind in der Liga. Zur Klarstellung: Arema Malang und Persebaya Surabaya gelten als große Erzrivalen aus dem Osten Javas. Diese Partien werden stets ohne die Anwesenheit von Gästefans ausgetragen“, fasst der Schweizer Andrin Brändle das Kanjuruhan Disaster zusammen. Brändle hat sich viel mit der Fanszene und Fankultur in Indonesien beschäftigt und mit „Ein Sommer mit Sleman“ auch ein Buch veröffentlicht.

Für das SRF analysierte Brändle, dass die indonesische Stadioninfrastruktur mit zu wenigen Eingängen, fehlenden Wellenbrechern und Sektorentrennungen sowie zu volle Stadien die Situation befördert haben könnten. (Faszination Fankurve, 02.10.2022)

https://twitter.com/esms_official/status/1576442035837337600?s=20&t=zWjrDz4O84NFYEzfHIQFMQ

Update: Mittlerweile wurde die Zahl der Toten von offiziellen Stellen auf 129 korrigiert. Wie viele Menschen tatsächlich starben, wird wohl erst in den nächsten Tagen und Wochen bekannt werden.

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

weitere Beiträge