Spielunterbrechungen, umgangenes Gästefanverbot & Feuerwerk

Faszination Fankurve 15.10.2022 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Obwohl der Gästeblock beim Conference League-Spiel zwischen FK Partizan und dem 1. FC Köln wegen einer UEFA-Strafe gegen die Kölner geschlossen bleiben musste, schafften es etwa 300 Kölner Fans am Donnerstag in Belgrad ins Stadion. Die angereisten Ultras versammelten sich neben dem eigentlichen Gästebereich.

Im Block, der neben dem Gästebereich an die Haupttribüne angrenzt, machten sich die angereisten Kölner Ultras nach etwa zehn gespielten Minuten breit, starteten die Unterstützung der eigenen Mannschaft und hielten eine gegen die UEFA gerichtete Botschaft hoch. Zuvor hatten sich diese Kölner Fans zu Fuß auf den Weg zum Stadion von Partizan gemacht, wurden von der Polizei entdeckt und anschließend bis zum Stadioneingang begleitet. Von der Mitte der Haupttribüne waren bereits zuvor Fangesänge des mitgereisten Kölner Anhangs zu vernehmen. Dort waren weitere Anhänger der Geißböcke untergebracht, die sich mit Tickets im Vorverkauf eingedeckt hatte oder zur offiziellen Delegation des Clubs gehörten.

Die Grobari (Totengräber) leiteten das Europapokal-Spiel gegen Köln mit einem mehrminütigen Feuerwerk ein. Hinter beiden Kurven des Stadions wurden zahlreiche Feuerwerksraketen in den Belgrader Abendhimmel gejagt. Da das Feuerwerk außerhalb des Stadions durchgeführt wurde, lag es außerhalb des Sanktionsbereichs der UEFA. Die Partie wurde somit auch nicht unterbrochen.

In der elften Spielminute folgte zudem eine Choreografie mit mehreren Blockfahnen im Heimbereich. Nur knappe fünf Minuten später startete die erste Pyroshow der Totengräber, die für eine kurze Spielunterbrechung sorgte, da der Rauch in Richtung Spielfeld zog und die Sicht beeinträchtigte.

In der 30. Minute zündeten die FK Partizan-Fans erneut Pyrotechnik und Rauch ab, u.a. in den serbischen Nationalfarben. Als der Rauch auf das Spielfeld zog, schickte Schiedsrichter Roi Reinshreiber aus Israel beide Mannschaften in die Katakomben. Zwei Partizan-Spieler kamen nochmal raus, liefen klatschend in Richtung Heimkurve und gaben den Fans weiter, dass das Spiel bei weiteren Verstößen vor einem Abbruch stehe.

Anschließend applaudierten die Spieler den eigenen Fans wieder und liefen zurück in die Kabine. Die FK Partizan-Fans reagierten mit dem Anstimmten von Gesängen mit einer anzüglichen Bemerkung in Richtung der UEFA auf die Unterbrechungen. Nach mehreren Minuten kamen beide Teams wieder auf den Rasen und die Partie wurde ohne weitere Unterbrechung zu Ende gespielt.

In der 2. Hälften legten die Partizan-Fans nochmal eine Schüppe zu und feuerten ihr Team noch lautstärker und geschlossener an als in der 1. Halbzeit. Statt Pyrotechnik kamen zum Ende des Spiels, das Partizan mit 2:0 gewann, noch Handylichter zum Einsatz. Mit „Auf Wiedersehen“-Gesängen verabschiedeten die Partizan-Fans die Kölner Anhänger am Ende auf ironische Weise. Roter Stern-Fans hatten die gleichen Gesänge bereits beim letzten Gastspiel der Kölner in Belgrad gesungen. Für die mitgereisten FC-Fans folgte nach Abpfiff noch eine Blocksperre. (Faszination Fankurve, 15.10.2022)

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