„Ein anderer Fußball ist möglich! DFL Anteilsverkauf stoppen!“

Faszination Fankurve 23.03.2023 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Unter dem Motto „Ein anderer Fußball ist möglich! DFL Anteilsverkauf stoppen!“ organisiert die Fanszene des FC St. Pauli im Nachgang des Heimspiels gegen den SSV Jahn Regensburg am 01. April 2023 eine Demonstration. Die Demo startet um 15:15 Uhr am Südkurvenvorplatz. (Faszination Fankurve, 23.03.2023)

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Faszination Fankurve dokumentiert den Demonstrationsaufruf aus der Fanszene des FC St. Pauli:

Ein anderer Fußball ist möglich! DFL Anteilsverkauf stoppen!

Demonstration nach dem Heimspiel gegen Regensburg! Samstag, 1.4., 15.15 Uhr, Südkurvenvorplatz

Moin St. Pauli Fans,

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die DFL plant ihre Vermarktungsrechte an einen Investor zu verkaufen. Das würde weitreichende Folgen für den Profifußball in Deutschland haben. Vor allem Fans und Vereine aus der unteren Tabellenhälfte der ersten Liga und die Vereine der zweiten Liga wären die Leidtragenden. Das gilt es zu verhindern! Ihr habt vielleicht noch nicht davon gehört, aber es ist bereits fünf vor zwölf. Wir rufen Euch auf, mit uns gegen diese Planungen zu demonstrieren!

Worum geht’s genau? Die Pandemie und jahrelanges Leben über den eigenen Verhältnissen hat bei vielen Clubs Löcher in die Kassen gerissen. Gleichzeitig kursiert die Erzählung einer internationalen Zweitklassigkeit des deutschen Fußballs. Um eine Lücke zu vermeintlichen europäischen Top-Ligen zu schließen, will die DFL ihre Vermarktungsrechte über eine extra dafür zu gründende Tochtergesellschaft an einen Investor verkaufen. Potentielle Interessenten gibt es bereits.

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Im Raum stehen Beträge in Milliardenhöhe  die Verbindlichkeiten sollen über satte 25-30 Jahre laufen. Allein diese finanzielle und zeitliche Dimension sollte Grund genug sein, das Ganze als Irrwitz abzutun. Denn eines ist klar: Niemand buttert so viel Geld in etwas hinein, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Damit die Liga für einen Investor dauerhaft Gewinn abwirft, liegt es nahe, dass die Vermarktung maximiert wird – und somit TV-Rechte investorengerecht vermarktet werden. Profit-, nicht Gemeinwohlorientierung wäre das einzige, was zählt.

Über 30 Jahre hinweg hätte lediglich der Investor Mitspracherecht bei der Ansetzung der Spieltage. Wie das aussehen kann, sieht man in anderen europäischen Ligen, in denen wochentägliche Anstoßzeiten zu Unzeiten zur Normalität gehören, natürlich ohne Beachtung der Mach- und Planbarkeit von Auswärtsfahrten. Auch Pflichtspiele auf anderen Kontinenten zur Erschließung neuer Märkte wären denkbar. Doch nicht nur für Stadiongänger*innen wäre ein derber Einschnitt zu befürchten. Eine stärkere Gewichtung der Einzelspiele zur gewinnmaximierten Vermarktung und der Verkauf von TV-Rechten dürfte die Kosten für die Übertragung von Live-Spielen nochmal in die Höhe treiben. Viele Kneipen können sich die Lizenzen jetzt schon nicht mehr leisten und werden es dann noch weniger können.

Von Seiten der Befürworter*innen wird gerne entgegnet, dass diese Investition vor dem Hintergrund der finanziellen Situation der Vereine alternativlos sei. Jedoch haben die deutschen Vereine die höchste Eigenkapitalquote in Europa und ständen ohne Pandemie ziemlich gut dar. Auch der Vergleich mit England wirkt grotesk vor dem Hintergrund, dass die englische Liga sich gerade erst darauf geeinigt hat, eine staatliche Behörde zur Finanzregulierung in Fußball zuzulassen, da ihnen die Auswüchse des dort völlig entfesselten Marktes auch langsam über den Kopf wachsen. Fußball wie in England mit Fans als bloße Staffage von investorengesteuerten Sport möchten wir nicht.

Dennoch ist es wahr, dass bei vielen Vereinen die finanzielle Notlage groß ist. Das macht die Situation so gefährlich, denn unter diesem Druck fühlen sich viele Vereine gezwungen, den Plänen zum Anteilsverkauf zuzustimmen, die ansonsten eher für solides Wirtschaften einstehen würden.

Ob diese Rechnung überhaupt aufgeht, ist aber fraglich, denn derzeit kann man davon ausgehen, dass die Verteilung der Gelder nach den gleichen Prinzipien erfolgen würde, wie bisher die TV-Gelder auch: Überproportional profitieren jene Vereine, die ohnehin schon die meisten Mittel haben. Die Kluft zwischen dem obersten Drittel der beiden Ligen und den restlichen Vereinen würde sich also nur vergrößern, Durchlässigkeiten immer unwahrscheinlicher – von der Lücke zur Dritten Liga oder gar den Regionalligen ganz zu schweigen. Ob damit dem Gros der Vereine geholfen wäre, lässt sich also bezweifeln. Eine gerechtere Verteilung der TV-Gelder wäre das wesentlich wirkmächtigere Instrument, um gebeutelten Vereinen zu helfen.

Unter dem aktuellen wirtschaftlichen Druck ist leider nicht ausgeschlossen, dass die nötige 2/3 Mehrheit für den Beschluss in der DFL zustande kommt. Es ist daher Aufgabe von uns Fans, Druck auf ihre Vereine auszuüben, damit diese das Votum ihrer Fans und Mitglieder ernst nehmen und entsprechend abstimmen.

Unser Verein hat glücklicherweise eine klare Haltung zu diesen Plänen.

Wir beobachten jedoch mit Sorge, wie wenig das Thema öffentlich präsent ist, obwohl ein tief greifender Einschnitt in den Fußball, wie wir ihn kennen, zu befürchten ist. Diese fehlende öffentliche Diskussion hilft nur all jenen, die an einem intransparenten Prozess innerhalb der DFL interessiert sind.

Lasst uns das Thema also raus auf die Straße und in die Köpfe tragen!

Ein Ausverkauf des Fußballs für kurzfristige Finanzspritzen ist keine Lösung, sondern verschärft die Probleme!

Ein anderer Fußball ist möglich! DFL Anteilsverkauf stoppen!

Fanszene Sankt Pauli, März 2023

 

1910 Dezibel

AMK St. Pauli

Arbeitsgemeinschaft interessierter Mitglieder (AGiM)

Astra Bagaluten

Auswärtszecken

Beergulls St. Pauli 

Bella Ciao

BHSP

Blackout

Blocknachbarn Sankt Pauli

Blödes Volk

Blutgrätsche Quedlinburg

Blutrausch St. Pauli

Brigate Garibaldi Sankt Pauli e.V

Casus Knaxus

Club der Toten Gegengerade

Conexion St. Pauli

Confused State of Mind Sankt Pauli

ConsPirates

Cosa Nostra Sankt Pauli

Crazy Pauli Supporters

Darum Sankt Pauli

Die Desorganisierten Sankt Pauli 

Die Feuchten Bieber

Die Letzten Nacken

Die Spinner

Electro Mob St. Pauli

Enfant Terribles

Fanclubsprecher*innenrat

Fanladen St. Pauli

FC Keine Ahnung!! 

FC Lambada

FC St. Pauli – Fanclub Hafenklang

FC Tortuga

Freibeuter Oberberg

FurChtbare SPiessa

G.A.S. St. Pauli

G.M.S St. Pauli

Gaffelzecken Regensburg

Gorilliaz

Grenzenlos Sankt Pauli

Gruppo Pazzo

Hafenbande Sankt Pauli

Hasta La Borrachera Siempre

HBCSP

Hinchas Sankt Pauli

Internetfanclub The Netpirates

Last Men Standing

Last Minute Sankt Pauli Berlin

Linke Spur Sankt Pauli

LMSP Last Minute Sankt Pauli Berlin

Loggerimjogger

Magischerfc.de Kollektiv

Mett Crew Sankt Pauli

MillernTon

Millerntoristen

Mofas End since 08/15

Natural Born Quiddjes

NordSupport

Old Dubliner

Pfälzer Unabhängige Fussball Freunde

Pilsette 1910

Pröppers Vendetta

Punkrock St. Pauli

Queerpass St. Pauli

Randgruppe Süd

Reisegruppe Kiez

Röhrender Hirsch

Schmuddelkinder

Shell Mobil

St. Pauli Skinheads

St. Pauli Syndikat

Straight Edge St. Pauli

SubCo

Südzecken Sankt Pauli

Szenario Kaos

Taimid St. Pauli

The27Funny3 St. Pauli

Troglodyten Ruhr

Ultrà Sankt Pauli

Wilder Westen

Wolperdinger Sankt Pauli

Wurster Pauli Zecken BrunWitt

https://twitter.com/UltraFCSP2002/status/1638803008736702464?s=20

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