Arminia-Fans sorgen für knapp 20-minütige Spielunterbrechung

Faszination Fankurve 03.06.2023 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Das Relegationshinspiel zwischen dem SV Wehen und dem DSC Arminia Bielefeld wurde am Freitagabend für knapp 20 Minuten unterbrochen. Als Iredale den SV Wehen in der 82. Minute mit 4:0 in Führung brachte, flogen Raketen, Böller und Pyrotechnik aus dem Gästeblock der Bielefelder Fans.

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Schiedsrichter Benjamin Brand unterbrach die Partie daraufhin für knapp 20 Minuten. DSC-Kapitän Fabian Klos versuchte die Arminia-Fans zu beruhigen und brach dabei in Tränen aus.

„Wir können uns für die Geschehnisse auf und neben dem Platz nur entschuldigen. Es gehört zu unserer Verantwortung, alles gründlich aufzuarbeiten und dann auch nach Kenntnis aller Ereignisse einzuordnen“, entschuldigte sich Arminia Bielefeld im Nachgang für die Vorkommnisse in Wiesbaden.

Vor 11.008 Fans im ausverkauften Stadion in Wiesbaden ging der Drittligist bereits in der sechsten Minute durch ein Tor von Prtajin in Führung. Wurtz und Hollerbach erhöhten in der 50. und 60. Spielminute auf 3:0, bevor es in der 82. Minute zur Unterbrechung nach dem 4:0 kam.

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Bei den Vorfällen versuchten Arminia-Fans gegen den Widerstand des Ordnungsdienstes ein Tor zum Innenraum aufzubekommen. Ein Betreten des Rasen hätte endgültig zum Spielabbruch führen können. Nach Hinweisen, dass weitere Vorfälle mit fliegender Pyrotechnik oder Böllern zum Spielabbruch führen würden, blieb es im Gästebereich ruhig. Die Partie konnte ohne Nachspielzeit regulär zu Ende gespielt werden.

Vor dem Spiel in Wiesbaden kam es noch zum Schulterschluss zwischen den Fans und Spielern von Arminia Bielefeld. Unter dem Motto „Mannschaft und Fans gemeinsam!“ zahlten die Arminia-Spieler den DSC-Fans die Tickets für den Gästeblock in Wiesbaden. (Faszination Fankurve, 03.06.2023)

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Die Vorfälle im Video:

Faszination Fankurve dokumentiert die Pressemitteilung des DSC Arminia Bielefeld zum Thema:

Die Geschehnisse und Erlebnisse vom Freitagabend im Stadion des SV Wehen Wiesbaden veranlassen uns zu folgender Erklärung:

Wir haben einen Abend erlebt, der sportlich desillusionierend war. Die Darbietung unserer Spieler war keine Grundlage, um ein Fußballspiel zu gewinnen und in der Relegation um den Verbleib in der 2. Bundesliga als ernstzunehmender Gegner auf dem Platz zu stehen. Die vielen, vielen Fans, die vor Ort in Wiesbaden oder zu Hause vor dem Fernseher unseren Spielern ihre Unterstützung gegeben haben, wurden maximal enttäuscht. Die klare Niederlage hat in der Art und Weise wie sie zu Stande kam, emotional deutlich Wirkung gezeigt.

Zu den inakzeptablen Grenzüberschreitungen von Personen im Gästeblock stellen wir fest: Wir distanzieren uns von jeder Form von Gewalt, wir verurteilen das Abschießen von Leuchtraketen aus dem Block und das Zünden bzw. Werfen von Böllern auf den Platz.

Wir entschuldigen uns bei unseren Gastgebern im sportlichen Wettbewerb. Dieses Verhalten diskreditiert das Fairplay und es passt nicht zu unserem Verständnis, wie wir in der Gesellschaft und beim Fußball miteinander umgehen wollen.

Dem Schiedsrichterteam um Benjamin Brand und den Verantwortlichen von DFL und DFB gebührt unser Dank, in einer hochangespannten Situation besonnen agiert zu haben und stets im Sinn gehabt zu haben, das Spiel nach der Unterbrechung auch über die volle Spielzeit fortzuführen und nicht abbrechen zu müssen. Unser Dank gilt aber auch den vielen Arminen, die deeskalierend agieren wollten und auf andere einwirken wollten. Wer in dieser Situation Haltung bewiesen hat, der verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung.

Was am Freitagabend geschehen ist, werden wir gemeinsam mit den zuständigen Instanzen und Behörden sorgfältig aufarbeiten und Ermittlungen unterstützen. Es gilt für uns zudem, Haltung im sportlichen Wettbewerb zu zeigen, denn das Rückspiel steht am kommenden Dienstag, 6. Juni 2023, 20:45 Uhr, bei uns in der SchücoArena an.

Arminia Bielefeld hat ein Manifest in der Identität des Clubs festgehalten. Darin heißt es;
„Wir haben unsere Ohren immer auf der Straße und das Herz immer auf der Zunge. Unsere Augen immer nach vorn und die Arme immer geöffnet. Zu jeder Zeit. Und für jedermann. Mit den Gedanken immer beim Fußball, mit dem Herz immer im Stadion. Wir sind mit Leib und Seele Ostwestfalen. Und mit Leib und Seele Arminia.“

Niemand verkörpert das so wie unser Kapitän Fabian Klos. Der DSC-Rekordspieler war auch gestern ein Muster an Vorbild, indem was er tat, indem was er sagte und ganz bestimmt auch indem was er mit seinen Emotionen nach außen trug. Unser Dank gilt Fabi für sein Auftreten im Dialog mit Fans, Schiedsrichtern, Gegnern und Öffentlichkeit.

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