Super-Recognizer & elektronische Gesichtserkennung bei Ermittlungen gegen Dynamo-Fans

Faszination Fankurve 15.09.2023 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Beim Drittligaspiel zwischen der SpVgg Bayreuth und Dynamo Dresden kam es im Oktober 2022 zu Ausschreitungen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung präsentierten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bayreuth nun Ermittlungsergebnisse.

Im Nachgang des Spiels hatte die Kriminalpolizei Bayreuth die „Ermittlungskommission Stadion“ eingerichtet. Zu Beginn der 2. Halbzeit kam es damals am 01. Oktober 2022 im Bereich zwischen Heim- und Gästetribüne zu Auseinandersetzungen zwischen Dynamo-Fans und der Polizei. Dabei wurde auch ein Imbisswagen geplündert. An den Toiletten kam es zu Sachbeschädigungen.

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„Insgesamt 108 Ermittlungsverfahren wurden zu den Ereignissen am 1. Oktober 2022 eingeleitet. Davon bezogen sich allein 95 auf die Randale während des Spiels. Aufgrund des immensen Ermittlungsaufwandes, der sich erfahrungsgemäß über einen langen Zeitraum erstrecken sollte, richtete die Kriminalpolizei Bayreuth die Ermittlungskommission Stadion ein. Die besondere Herausforderung für die sechs Ermittler bestand vor allem darin, dass die Straftäter bei ihren Ausschreitungen aus der Masse heraus und größtenteils vermummt agiert hatten. In engem Kontakt mit der einsatzführenden Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt, szenekundigen Beamten der Kriminalpolizei Dresden und der professionellen Arbeit des Unterstützungskommandos der Bereitschaftspolizei aus Nürnberg nahm die EKO Stadion ihre Ermittlungen auf. Wertvolle Unterstützung leisteten zudem das Bayerische Landeskriminalamt und die Bundespolizei“, blicken Polizei und Staatsanwaltschaft auf die Ermittlungsarbeit zurück.

Zur Identifizierung von tatverdächtigen Personen wurde u.a. elektronische Gesichtserkennung benutzt. Außerdem wurden sogenannte Super-Recognizer vom Polizeipräsidium München eingesetzt, die Fähigkeit haben sollen, sich Gesichter und Bewegungen überdurchschnittlich gut merken zu können. Dadurch sollen Personen identifiziert worden sein.

„Inzwischen konnten die Namen von 43 Tatverdächtigen ermittelt werden. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth brachte bereits erste Verfahren zum Abschluss. Zum Beispiel erwirkte sie einen Untersuchungshaftbefehl gegen einen 30-jährigen vorbestraften Thüringer wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und gefährlicher Körperverletzung. Der Haftbefehl ist inzwischen gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Gegen weitere Tatverdächtige wurde jeweils Anklage zum Amtsgericht Bayreuth – Schöffengericht wegen Landfriedensbruchs im besonders schweren Fall, (versuchter) gefährlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung erhoben. Das Amtsgericht Bayreuth verurteilte einen mitgereisten Dresdner Anhänger, der bei seiner Ankunft am Bayreuther Bahnhof den Einsatzkräften den Mittelfinger gezeigt hatte, zur Zahlung einer Geldstrafe von 4.800 Euro. Die geplünderte Kasse aus dem Imbisswagen legt man einem damals 32-jährigen Tatverdächtigen zu Last, gegen einen 24-Jährigen ermittelt die EKO ebenfalls wegen der Plünderung. Zum Übergriff auf den Fotoreporter konnten sechs tatbeteiligte Personen identifiziert werden. In diesem Zusammenhang erwirkten die Ermittler Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen der Tatverdächtigen in Sachsen. Diese wurden bereits umgesetzt. Als Folgemaßnahme für die identifizierten Straftäter vom 1. Oktober 2022 sollen über die Spielvereinigung Bayreuth bundesweite Stadionverbote beim Deutschen Fußballbund erwirkt werden“, fassen Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungsergebnisse aus ihrer Sicht zusammen. (Faszination Fankurve, 15.09.2023)

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