Die Ultras Gelsenkirchen haben ein offizielles Video zur Rauchaktion vom Samstagabend beim Heimspiel des FC Schalke 04 gegen den 1. FC Magdeburg hochgeladen. Zudem veröffentlichte die Gruppe in ihrem Spieltagsflyer „Blauer Brief“ ein Statement zum Thema Waffen.
https://youtu.be/7qgZyoJSsSw?si=gM-UyRArgE8dE-3t
Nachdem in Griechenland und Polen zuletzt Fußballfans bei Auseinandersetzungen durch den Einsatz von Waffen ums Leben kamen, veröffentlichte die Schickeria München vom FC Bayern München bereits eine „KILLERS IN OUR MOVEMENT ARE KILLING OUR MOVEMENT“-Stellungnahme.
Der „Respekt und Rivalität – Eine Frage der Mentalität?“-Text ist im Blauen Brief hingegen in der Rubrik „Gedankenaustausch“ erschienen und spiegelt somit nicht zwangsläufig die Meinung der gesamten Ultras Gelsenkirchen wider. Dennoch geht der lesenswerte Text in eine ähnliche Richtung, wie das Statement der Schickeria und positioniert sich eindeutig gegen den Einsatz von Waffen bei Auseinandersetzungen von Ultras.
„Respekt und Rivalität – Kaum zwei andere Begrifflichkeiten stehen sich in Bezug auf unseren Fußballkosmos so konträr gegenüber und sind gleichzeitig jedoch so untrennbar miteinander verbunden wie diese beiden. Rivalitäten ausleben gehört zu unserem Alltag als Fußballfans. Sie treiben uns an, motivieren uns immer weiter voranzugehen und nicht selten führen sie dazu, dass wir als Kollektiv über uns hinauswachsen. Die eigenen Grenzen testen und dabei versuchen dem Gegner einen Schritt voraus zu sein, um ihm seine eigenen Grenzen aufzuzeigen. Ein Wettkampf und Kräftemessen, welches, egal ob im Stadion, der Straße oder sonst wo, mal die eine und mal die andere Seite für sich entscheidet. Im besten Fall, ohne dabei jedoch den Respekt vor seinem Gegenüber zu verlieren. Denn auch unsere größten Feinde leben auf ihre eigene Art und Weise dieselbe Mentalität. Die letzten Wochen haben uns jedoch durch zwei tragische Vorfälle in Griechenland und Polen wieder einmal vor Augen geführt, wie schmal der Weg sein kann, auf dem wir uns bewegen. Ohne noch einmal auf die genauen Hintergründe zu den einzelnen Vorfällen einzugehen, verloren im Kampf ein Anhänger von AEK Athen und von Stal Bielsko Biala (Bei einem Angriff zusammen mit Sosnowiec) durch den Einsatz von unterschiedlichen Waffen ihr Leben. Natürlich können wir an dieser Stelle jegliche Parallelen von uns weisen und mit der Floskel ‚Andere Länder – Andere Mentalität‘ oder ‚Das gab es dort schon immer‘ reagieren oder wir hinterfragen einfach selbstkritisch die Entwicklungen in unserer von augenscheinlicher Mentalität geprägten Bewegung. Der Einsatz von Waffen jeglicher Art sollte für jeden von uns, dem unsere Bewegung am Herzen liegt, ein absolutes und nicht zu tolerierendes ‚No Go‘ darstellen. Eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf! Schwarze Schafe dürfen nicht nur nicht toleriert werden, sondern müssen mit aller Kraft von innen heraus bekämpft werden! Dabei spielt es keine Rolle, ob wir über Messer, Knüppel, Raketen oder irgendwelche anderen Utensilien sprechen. Es gibt dabei kein besser oder schlechter. Wie schmal ist der Grat, bis wir als Höhepunkt selbst in dieser Sackgasse für unsere Bewegung angekommen sind? Wahrscheinlich sprengt für die ein oder andere Szene alleine dieser Gedankengang schon den eigenen eingeschränkten Horizont. Vielleicht ist es aber in Anbetracht der Zeichen der Zeit angebracht, sich intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen, damit solche tragischen Vorfälle nicht irgendwann die Schlagzeilen unserer Medien bestimmen und endgültig den Sargnagel in unsere Bewegung kloppen. Statt krasser immer krasser, egal bei welchem Handeln, sollten wir schauen, dass ein Wert wie Respekt niemals zu einer leeren Worthülle verkommt. Stilmittel unserer Kurven sollten in unserem Alltag auch ausschließlich als solche genutzt und nicht hirnlos durchs Stadion geschossen werden! Wir haben es einmal mehr selbst in der Hand, aus den Fehlern von anderen zu lernen und unseren eigenen Weg zu gehen. Einen Weg mit ausgeprägter gelebter Rivalität, bei dem wir jedoch niemals unseren Respekt verlieren dürften!“, so das Statemen des Mitglieds der Ultras Gelsenkirchen. (Faszination Fankurve, 18.09.2023)



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