73.445 Fans kamen am Dienstagabend ins Olympiastadion Berlin, um das erste Champions League-Heimspiel des 1. FC Union zu sehen. Die aktive Fanszene aus Berlin-Köpenick verzichtete wegen des Umzugs ans andere Ende der Stadt auf optische Stilmittel.
Vor der Gerade hing somit gestern, wie schon bei den Conference League-Heimspielen vor zwei Jahren, lediglich die „Wir brauchen die Alte Försterei wie die Luft zum Leben“-Fahne. Auf Schwenkfahnen und weitere Zaunfahnen verzichtete die FCU-Fanszene komplett.
Vor Anpfiff protestierten die Union-Fans gegen die Regularien der UEFA zur Stadioninfrastruktur. “UEFA stadium infrastructure regulations: You don’t care about the sport – all your care about is money!”, stand dazu auf Spruchbändern der Union-Fans geschrieben. Der Vorwurf in Richtung UEFA lautete somit, dass die Vorgaben zur Stadioninfrakstruktur in der Königsklasse nicht dem Sport, sondern dem Einnahmeninteresse der UEFA dienen würden. Auf einzelnen Plakaten wurden dabei Regeln der UEFA aufgelistet, die in den Augen der Union-Fans für eine Gewinnmaximierung sorgen und gegen Faninteressen stehen.
„Der Verband schmückt sein Premiumprodukt auf jeden Fall ordentlich aus. War man aus den letzten beiden Jahren schon gewohnt, dass die UEFA Tage vor dem Spiel die Kontrolle übers Stadion übernahm, steigt dies beim Premiumprodukt Champions League in neue Sphären. Langjährige Sponsoren und damit Retter und Stabilisatoren unseres Vereines, müssen ihre Plätze für den Verband abtreten. Langjährige Unioner, die sitzen immer noch ‚für’n Arsch‘ finden, aber körperlich darauf angewiesen sind, werden durch Premiumsponsoren der UEFA und internationale Medienvertreter verdrängt. Insgesamt wären die Plätze für Unioner deutlicher reduziert gewesen, als in der vorangegangenen Saison und zu normalen Heimspielen ohnehin. Wie im vergangenen Jahr allen Mitgliedern die Chance auf wenigstens ein Spiel zu geben, war ausgeschlossen. Diese Auswirkungen durch das Produkt Champions League sollte man sich vor Augen führen, wenn die Hymne startet. Sie hat keine Bewunderung verdient, sondern Verachtung, steht sie doch für so vieles gegen das wir uns in der Vergangenheit positioniert haben. Und doch sind es nicht mehr Sandhausen, Ahlen oder Hohenschönhausen, sondern Braga, Neapel und Madrid. Historische Momente, in deren Nähe wir vielleicht nie wieder kommen werden“, beklagten die Hammerhearts, Ultras des 1. FC Union Berlin, bereits vor Start der Champions League-Saison die Vorgaben der UEFA.
Damals kritsierten die Hammerhearts jedoch auch den eigenen Verein, der sich dafür entschied, die Champions League-Heimspiele im Olympiastadion auszutragen, um mehr Union-Fans mit Tickets versorgen zu können. Beim Hertha BSC-Heimspiel gegen den FC St. Pauli, die letzte Partie vor der Union-Heimpremiere in der Königsklasse im Olympiastadion, fragten die Hertha-Ultras von den Harlekins deshalb: „Nur zuhause spielt ihr nicht! Erkennt ihr im Spiegel noch euer Gesicht?“ Statt „Pro Alte Försterei“ wurde dabei die Abkürzung für „No Alte Försterei“ gezeigt.
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Organisierte Stimmung der Union-Fans gab es beim gestrigen Heimspiel gegen Braga trotzdem. Auf dem Rasen des in Rot umgestalteten Olympiastadions verspielte Union eine 2:0 Führung durch ein Doppelpack von Becker. Braga gewann das Spiel in der Hauptstadt durch Treffer von Niakaté (41. Minute), Bruma (51. Minute) und André Castro (vierte Minute der Nachspielzeit) letztlich noch mit 3-2. Die Union-Fans munterten die Mannschaft nach dieser bitteren Heimniederlage trotzdem wieder auf. (Faszination Fankurve, 04.10.2023)
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