„Misogyne Gewalt ist keine Privatsache!“

Faszination Fankurve 09.10.2023 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Die Ultras des FC Bayern München haben beim gestrigen Heimspiel gegen den SC Freiburg den Vorstand aufgrund der ursprünglich geplanten Rückholaktion von Jérôme Boateng scharf kritisiert. In der Südkurve waren während des Spiels deutliche Spruchbänder zu sehen.

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FC Bayern-Sportdirektor Christoph Freund nannte die Vorwürfe wegen Gewalt gegen die Ex-Freundin „seine private Geschichte und kein großes Thema“ für den FC Bayern und rechtfertigte damit einen möglichen Transfer des Verteidigers. Das Oberste Landesgericht in Bayern hat die Verurteilung von Jérôme Boateng wegen Körperverletzung und Beleidigung im September 2023 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Am Landgericht München I wird der Fall nun erneut verhandelt.

Letztlich sah der FC Bayern dennoch von einer erneuten Verpflichtung von Boateng ab. Die Ultras von Bayern München kritisierten die Überlegungen des Vorstands trotzdem. Beim gestrigen Heimspiel zeigte die Ultras von der Schickeria München ein Spruchband zu dem Thema in der Südkurve: „Misogyne Gewalt ist keine Privatsache! Steht zu unseren proklamierten Werten – oder sind Satzung und Awareness doch nur Marketing?!“, war darauf zu lesen.

Die Gruppe Red Fanatic München positionierte sich zuvor bereits mit einem Banner ebenfalls deutlich gegen die Chefetage des Rekordmeisters: „Kein Platz für Charakterschweine im Verein – weder auf dem Feld noch im Vorstand!“ Dabei darf sich neben Christoph Freund auch Thomas Tuchel angesprochen fühlen, der sich ähnlich äußerte. Tuchel war es auch, der erklärte, dass die Nicht-Verpflichtung von Boateng nicht nur eine sportliche Entscheidung gewesen sei.

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Auch die Ultragruppen L´Intesa Verde und Caillera von Werder Bremen sowie die Kohorte Ultras des MSV Duisburg kritisierten am Wochenende die Gedankenspiele des FC Bayern um einen Boateng-Transfer. Die Duisburger proklamierten: „FCB: Boatengs ‘private Geschichte’. WAZ: ‘Familiendrama in Duisburg’, Nein – Gewalt an Frauen hat System. Femizide stoppen!“

Im Verlauf der Partie gegen den SC Freiburg solidarisierte sich die Gruppe Munich Rebells noch mit einer Tapete mit dem Fanprojekt Karlsruhe: „Zeugnisverweigerungsrecht für Sozialarbeiter! Fanprojekte schützen! Stark bleiben FP-KA!“ In Karlsruhe wird aktuell versucht, den Kernbereich der Sozialen Arbeit von Fanprojekten zu nutzen, um strafprozessuale Erkenntnisse zu gewinnen. Das Spiel gegen den SC Freiburg endete mit einem lockeren 3:0-Sieg für den Rekordmeister. (Faszination Fankurve, 09.10.2023)

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