Der FC St. Pauli hat eigene Fans mit einem einjährigen Stadionverbot belegt. Den betroffenen FC St. Pauli-Fans wird vorgeworfen, am 14. Oktober 2022 beim Hamburger Derby das Millerntor ohne Eintrittskarte betreten zu haben. Die Braun-Weiße Hilfe kritisiert die Art und Weise, wie die Stadionverbote ausgesprochen wurden.
„Im Anschluss an das Hamburger Stadtderby vom 14.10.2022 leitete die Hamburger Polizei mehrere Ermittlungsverfahren gegen Fans des FC St. Pauli ein. In diesem Fall wird den betroffenen Fans vorgeworfen, sich ohne Ticket Zugang zum Millerntorstadion verschafft bzw. anderen hierzu Hilfe geleistet zu haben. Grundlage für die Ermittlungsverfahren sind Videoaufzeichnungen vom Einlassbereich der Südkurve, welche von der Polizei Hamburg gesichtet, gespeichert und verwaltet wurden. Jetzt, ein Jahr später, erhielten die betroffenen Fans Stadionverbote seitens des FC St. Pauli – ausgesprochen für 12 Monate, bundesweit. Sie erlangen Gültigkeit ab dem anstehenden Spiel gegen Hansa Rostock“, erklärte die Braun-Weiße Hilfe aus der Fanszene des FC St. Pauli zu dem Sachverhalt.
Weiter äußerte die Fanhilfe Kritik am Vorgehen des FC St. Pauli: „Die bisherige Vergabepraxis von Stadionverboten war am Millerntor wie folgt geregelt: Fans, welche sich mit einem Stadionverbot konfrontiert sahen, mussten sich nicht zum Sachverhalt äußern. Bis zum Abschluss des Ermittlungsverfahrens und einem ggf. folgenden Strafverfahren, waren die Stadionverbotsanträge ausgesetzt. Damit sollte einer Vorverurteilung Einhalt geboten und eine Paralleljustiz vermieden werden. Bei den aktuell verhängten Stadionverboten laufen die polizeilichen / staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen weiterhin und sind noch nicht abgeschlossen. Als Fanhilfe kritisieren wir in diesem Fall den Ablauf der Stadionverbotsverfahren und die Aufforderung des Vereins, trotz nicht abgeschlossener Ermittlungen eine Aussage zu tätigen. Generell glauben wir nicht, dass sich Probleme rund um Fussballstadien über den Ausschluss von Fans langfristig regulieren lassen. Wir fordern, zu dem etablierten und fairen Verfahrensweg zurückzukehren. Ein fairer Umgang muss für alle gelten! Gleich der Fan- oder Gruppenzugehörigkeit! Lassen wir uns als Fanszene und Verein nicht durch populistische Forderungen unter Druck setzten! Für vergleichbare und faire Standards!“, so die Braun-Weiße Hilfe weiter. (Faszination Fankurve, 24.11.2023)
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