„An unbescholtenen Bürgern polizeiliche Maßnahmen zu üben, ist nicht akzeptabel“

Faszination Fankurve 11.05.2024 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Nach Erkenntnissen der Fanhilfen plane die Polizei Gelsenkirchen beim heuten Zweitligaspiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Hansa Rostock eine Generalprobe vor der ansehenden Europameisterschaft in Deutschland.

Begleitet von Medienschaffenden und Fernsehteams wolle die Polizei „martialische Einsatzfahrzeuge wie Wasserwerfer“ einsetzen und „mittels Eskalation“ für die EM proben. Die Blau Weiß Rote Hilfe und der Königsblaue Hilfe rufen die beteiligten Medien auf, die Polizei kritisch zu begleiten. 

Vorwürfe der Fanhilfen Rostock und Schalke, Fans würden heute zum Versuchskaninchen als Vorbereitung zur EM missbraucht, wies der Einsatzleiter der Polizei Gelsenkirchen Einsatzleiter Peter Both zurück. „Die Polizei Gelsenkirchen geht lageangepasst und professionell in diesen Einsatz. Solche Vorwürfe sind absolut haltlos. Wir appellieren an dieser Stelle erneut an die Verantwortlichen in den Fanszenen und den Vereinen, ihren Beitrag zu leisten, deeskalierend zu intervenieren. Niemand außer den Störern hat ein Interesse an Randale. Insofern halte ich derartige Falschmeldungen für unverantwortlich. Deeskalation fordern und so zu eskalieren hilft niemandem. Der Kräfteansatz für dieses Spiel liegt sogar noch deutlich unter dem Ansatz für andere Hochrisikospiele in Gelsenkirchen.“

Das Spiel heutige Spiel sei die letzte Möglichkeit, vor der Europameisterschaft Prozesse zu optimieren. „Das ist insbesondere aufgrund der allgemein angespannten Sicherheitslage auch notwendig“, erläuterte Both. Gleichwohl handele es sich nicht um einen Übungseinsatz im Hinblick auf die bevorstehende Europameisterschaft. Da die Öffentlichkeit ein hohes Interesse daran habe, über polizeiliches Handeln informiert zu werden und die Polizei umgekehrt den gesetzlichen Auftrag habe, die Öffentlichkeit zu informieren, seien heute Medienvertreter in Absprache mit dem Veranstalter FC Schalke 04 eingeladen, über die Arbeit der Polizei zu berichten. (Faszination Fankurve, 11.05.2024)

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Faszination Fankurve dokumentiert die gemeinsame Pressemitteilung von Blau Weiß Rote Hilfe Rostock (BWRH) und der Königsblauen Hilfe (KBH):

Pressemitteilung: Hansa und Schalker Fanhilfe kritisieren geplante Experimente der Polizei zur Vorbereitung der Europameisterschaft

Nach Erkenntnissen der Blau Weiß Rote Hilfe Rostock (BWRH) und der Königsblauen Hilfe (KBH) plant die Polizei Gelsenkirchen beim morgigen Spiel zwischen Schalke 04 und dem F.C. Hansa die Generalprobe zur EM in Deutschland. Hierbei sollen Medienvertreter und Fernsehteams die Polizei begleiten, martialische Einsatzfahrzeuge wie Wasserwerfer eingesetzt werden sowie mittels Eskalation eventuelle Einsatzabläufe und Strategien für die kommenden EM Spiele an Gästefans getestet werden. Die Fanhilfen des F.C. Hansa Rostock und des F.C. Schalke 04 kritisieren die geplanten Experimente und rufen zur Deeskalation sowie Verhältnismäßigkeit auf.

„Wir appellieren an die Polizei, die gegebenen Strukturen in den Vereinen als Veranstalter in Vorbereitung und Durchführung polizeilicher Maßnahmen sowie bei eventuellen Problemlagen miteinzubeziehen. Bestehende Kommunikationskanäle in die Fanszenen sollten genutzt werden, anstatt martialisch und provokativ eine Eskalation herbeizuführen, nur um Fußballfans wiederholt als polizeiliches Experimentierfeld zu nutzen und den ausufernden Sicherheitsapparat medial rechtfertigen zu können“, fordert ein Sprecher der BWRH.

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Bereits über die gesamte Saison 2023/2024 ist eine steigende Tendenz fragwürdiger Einsätze und Maßnahmen der Polizei gegenüber Fußballfans in Deutschland erkennbar. Der Dachverband der Fanhilfen, in dem auch die BWRH und KBH organisiert sind, zählte bereits bis April 2024 mindestens 22 Polizeieinsätze von der 1. bis zur 3. Liga, die eskalierten. Diese reichten z.B. vom wahllosen Einsatz von Pfefferspray in Menschenmengen über die Stürmung von vollbesetzten Blöcken hin zu stundenlanger Freiheitsberaubung hunderter Fans zur Identifizierung eines Bruchteils von Personen oder der öffentlichen Fahndung nach Tatverdächtigen ohne bewiesene Schuld.

„Anwesende Medienvertreter rufen wir dazu auf, die Polizei kritisch zu begleiten. Dass sich Sicherheitsbehörden auf eine Massenveranstaltung vorbereiten, ist normal und gut so. Dass diese Vorbereitung jedoch so aussieht, an unbescholtenen Bürgern polizeiliche Maßnahmen zu üben, ist nicht akzeptabel. Fußballfans sind keine Versuchskaninchen, sondern auch für sie gelten Bürgerrechte und rechtsstaatliche Prinzipien“, mahnt ein Sprecher der KBH.

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Die Fanhilfen werden jedenfalls vor Ort sein und die polizeilichen Maßnahmen genau beobachten.

Rostock, den 10.05.2024

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