Nach Unwetter im Südwesten: Ultras forderten Spielabsage

Faszination Fankurve 21.05.2024 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Nachdem das Saarland und Teile von Rheinland-Pfalz von einem Unwetter mit teilweise enormen Niederschlagsmengen heimgesucht wurde, forderte Insane Ultra die Absage des Auswärtsspiels von Eintracht Trier in der Regionalliga Rheinland-Pfalz/Saar beim SV Auersmacher.

Während Menschen in der Region noch mit den Folgen des Unwetters kämpften, rollte in Kleinblittersdorf im Saarland der Ball bei einem Oberliga-Spiel, bei dem es sportlich ums nichts mehr ging. Die Ultras von Eintracht Trier sagten kurzfristig einen zum Auswärtsspiel geplanten Autokorso ab: „Moin Eintracht-Fans, aufgrund der aktuellen Situation rund um die Flutkatastrophe in der eigenen Region sowie auch im Saarland, sehen wir es als moralisch falsch, den Autokorso zum heutigen Auswärtsspiel in Auersmacher wie geplant durchzuführen. Daher sagen wir das Ganze ab und wünschen allen Betroffenen nur das Beste!“, so die Erklärung der Gegengerade Trier. (Faszination Fankurve, 21.05.2024)

Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme von Insane Ultra:

Stellungnahme zum Auswärtsspiel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar beim SV Auersmacher

Am vergangenen Samstag schaffte es unsere Eintracht einen weiteren Sieg in der diesjährigen sehr erfolgreichen Saison beim SV Auersmacher einzufahren. Eigentlich eine erfreuliche Nachricht, wenn wir die Geschehnisse, die sich im Südwesten Deutschlands ereigneten außer Acht lassen würden. Sei es vor der eigenen Haustür in Wiltingen, Schoden, Riveris oder dem Ruwertal, aber auch in weiten Teilen des Saarlandes kämpfen Menschen weiterhin um ihr Hab und Gut. In Teilen mussten Menschen durch die Hilfskräfte sogar aus lebensbedrohlichen Lagen befreit werden. Örtlich wurde im Saarland sogar der Katastrophenalarm ausgerufen. War es daher wirklich nötig ein sportlich komplett uninteressantes Spiel am Samstagmittag in Kleinblittersdorf auszutragen? Unweit des Spielortes und nur wenige Stunden vor Beginn der Partie machte sich sogar unser Bundeskanzler ein Bild über das Ausmaß der Lage. Einfach nur absurd, dass nicht mindestens einer der beteiligten Vereine oder gar der Verband nur einen Moment über die Absage des Spiels nachdachte. Ganz im Gegenteil, beide Vereine waren sogar gewillt die Partie auszutragen und der Spielort wurde sogar noch am Freitag Nachmittag auf den anliegenden Kunstrasen verlegt. Normalerweise aus sicherheitstechnischen Aspekten nicht möglich, aber auf einmal funktioniert es. Ob da nicht sogar weitere Hintergedanken der Sicherheitsbehörden stecken lässt sich nur vermuten. Schließlich spielte der 1. FC Saarbrücken zum gleichen Zeitpunkt in Regensburg und am nächsten Samstag steht ja das Saarlandpokalfinale gegen den FC 08 Homburg an.

Darüber hinaus gab es über die Saison verteilt die absurdesten Gründe für Spielverlegungen. Im Koblenzer Raum soll nach Möglichkeit nur und auch zeitgleich gespielt werden, wenn die TuS aus Koblenz auswärts spielt. In Ludwigshafen und Worms darf nur zeitgleich zu den Heimspielen von Waldhof Mannheim gespielt werden. Und wenn die Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz für ein Rotspiel des 1. FC Kaiserslautern benötigt werden, ist eine taggleiche Ansetzung auch nicht möglich. So geschehen daheim gegen die TuS aus Koblenz und auswärts beim FV Dudenhofen. Im letztgenannten Fall ist unser eigener Verein uns bis heute noch eine Begründung für eine Verlegung auf den Montag schuldig. Der Frage warum nicht Sonntag gespielt werden konnte, wird aus dem Weg gegangen. Für unser Verständnis gab es an diesem Wochende das erste Mal einen validen Grund ein Spiel zu verlegen und keiner hält es für nötig.

Sollten nicht sogar wir der Akteur sein, der aus der Flutkatastrophe im Jahr 2021 gelernt hat? Am eigenen Leib hat es unsere Stadt und das Umland getroffen. Nicht wenige Eintracht Fans, waren damals immens betroffen und haben viel Leid erfahren. Nur mit vieler körperlicher Kraft, auch aus vielen Reihen der Fanszene, konnten die Schäden beseitigt werden. Erinnerungen sind bei vielen Menschen trotzdem zerstört worden, ganz zu Schweigen davon, was so eine Situation aus Menschen macht, wenn man einer Naturgewalt einfach hilflos ausgesetzt ist. Damals rangte auf der Vereinshomepage die Schlagzeile „Pokalspiel gegen RW Koblenz aus Pietätsgründen erneut abgesagt“. Bei der Flutkatastrophe im Jahre 2021 haben über 100 Menschen ihr Leben gelassen, über 700 Menschen wurden verletzt und rund 17.000 Sachschäden wurden registriert. Höchstwahrscheinlich wird das Ausmaß aktuell nicht so gravierend sein. Aber das ändert nichts an der Sache, dass es sich einfach als geschmacklos darstellt ein Fußballspiel unweit einer Naturkatastrophe stattfinden zu lassen. Was die betroffenen Menschen darüber denken ist gar nicht in Worte zu fassen. Das sogar Spieler des SV Auersmacher selbst betroffen sind, lässt sich nur erahnen.

Und selbst wenn die Auflage durch die Sicherheitsbehörden bestand, das Spiel unbedingt stattfinden zu lassen, stellen wir hier die Erwartung an unseren eigenen Verein den Finger in die Wunde zu legen und sich öffentlich zu äußern. Eine kurze Stellungnahme am Freitagabend oder Samstagmorgen, wodurch die Spielansetzung kritisiert worden wäre, hätte unsere Kritik zumindest am eigenen Verein entschärft.

Allen Betroffenen Menschen im Südwesten Deutschlands und den angrenzenden Nachbarländern wünschen wir weiterhin viel Kraft in diesen schweren Tagen.

In Eintracht für Trier!

Insane Ultra

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