Beim Auftaktspiel der 2. Bundesliga am morgigen Freitagabend wollten Fans des Hamburger SV eigentlich eine Choreografie im Gästeblock des Müngersdorfer Stadions präsentieren. Doch laut Angaben des HSV wurde die Aktion nicht genehmigt. Der Verein hat deshalb eine Stellungnahme veröffentlicht.
Demnach konnte der HSV die Vorgabe des 1. FC Köln nicht erfüllen. Die Vorgabe soll eine Bestätigung vorgesehen haben, dass bei der Aktion keine Pyrotechnik eingesetzt wird. Dies könne der HSV als Verein jedoch gar nicht ausschließen. Mit der Stellungnahme positioniert sich der HSV, wie schon bei einem ähnlichen Vorfall auf Schalke, gegen Verbote von Fanmaterialien und Choreografien.
Ultras des 1. FC Köln kämpften im Heimbereich des Müngersdorfer Stadions jahrelang für die Abschaffung der sogenannten Choreoklausel. Wegen dieser Klausel führten Kölner Ultras von Anfang 2017 an keine angemeldeten Choreografien mehr im Müngersdorfer Stadion durch, bis die Klausel im Jahr 2020 wieder abgeschafft wurde. „Der Verzicht auf die Klausel bedeutet nicht, dass Choreografien nicht mehr genehmigt werden müssten. Im Gegenteil gilt nach wie vor der übliche Anmeldeprozess. Eine Choreografie muss sich im Rahmen der Stadionordnung, der Gesetze und behördlichen Vorgaben sowie der Werte des 1. FC Köln bewegen. Bei Verstößen tragen die Verursacher die Konsequenzen“, erklärte der 1. FC Köln damals.
Zum Anpfiff soll es morgen in Müngersdorf Gedenkaktionen für in der Sommerpause verstorbene Fans beider Vereine geben. „Bitte kommt alle in einem schwarzen Oberteil und bringt einen Schal mit!! Nach der FC Hymne wollen wir Popeye und Flocke mit einer weiteren Aktion (Überraschung!) und Ihrem Lieblingslied IN UNSEREM VEEDEL verabschieden – hierzu wird die Südkurve (GROSSEN DANK hierfür an die Ultras das Ganze anstimmen und das Lied beginnen… die Nordkurve steigt dann mit den Schals und unseren Stimmen (so laut es geht!!) mit ein. Die Hamburger Fanszene wird sich währenddessen mit Ihrer eigenen Unterstützung zurückhalten (auch hier Danke nach Hamburg!) – als Dank dafür, werden wir die Hamburger am Ende des Liedes mit einer Schweigeminute für Julian Meyer unterstützen ‼️ Aus Ehre und Respekt freuen wir uns über jede Unterstützung und Einhaltung der Aktionen, denn nur gemeinsam sind wir stark“, kündigen die in der Nordkurve beheimateten Südstadt Boyz aus Köln eine Gedenkaktion für den verstorbenen Präsident der Südstadt Boyz sowie einen weiteren Kölner Fan aus der Nordkurve an. Im Gästeblock soll an ein langjähriges Mitglied der HSV-Fanszene gedacht werden.
Der HSV-Fanclub „Super Hamburg Olé“ aus Köln ruft für alle HSV-Fans zur Beteiligung an einem gemeinsamen „Büdchenmarsch“ zum Stadion auf. Treffpunkt der HSV-Fans in der Domstadt ist ab 15:00 Uhr an der Gilbert’s Pinte in der Engelbertstraße. Der Abmarsch von dort in Richtung Müngersdorfer Stadion ist für 16:45 Uhr geplant. (Faszination Fankurve, 01.08.2024)
Stellungnahme zu den Voraussetzungen für Choreografien beim 1. FC Köln
Der HSV bezieht Stellung zu einer nicht genehmigten Choreografie zum Auftaktspiel der 2. Bundesliga in Köln.
Am ersten Spieltag der neuen Saison startet der HSV im Spitzenspiel beim 1. FC Köln und alle Fans können sich auf eine ausverkaufte Kulisse und lautstarke Fankurven freuen.
Um einen würdigen Rahmen zu schaffen, sollte es im Gästeblock eine Choreografie der HSV-Fans geben. Um die Voraussetzungen für die Durchführung einer Choreografie seitens des Veranstalters zu erfüllen, muss der Verein gemäß der Vorgaben des 1. FC Köln bestätigen, dass am Spieltag von der ausführenden Gruppe keine Pyrotechnik verwendet wird.
Wir, der HSV, haben volles Verständnis für das Bestreben des Veranstalters, die Wahrscheinlichkeit für einen Einsatz von Pyrotechnik reduzieren zu wollen. Ebenso unterstützen wir, dass bestimmte Regularien wie z.B. die Vorschriften zur Brennbarkeit von verwendeten Materialien eine Notwendigkeit besitzen.
Wir erachten es allerdings als äußerst schwierig, dass der Verein als Bindeglied zur Fanszene ein Commitment abgeben muss, welches den Einsatz von Pyrotechnik ausschließt. Die Mechanismen von Fanszenen sind hinlänglich bekannt, kaum eine Fangruppierung wird sich auf solch abgegebene Garantien ihres Vereins einlassen.
Deshalb positionieren wir uns an dieser Stelle erneut deutlich gegen Verbote von Fanmaterialien und Choreografien, die so wertvoll für das Stadionerlebnis und eine lebendige Fankultur sind.
Cornelius Göbel (Direktor Fans, Kultur & Identität) „Für uns sind Choreografien und aktive Fankurven ein wesentlicher und sehr wertvoller Teil des Stadionerlebnisses. Daher wünschen wir uns in Köln und in allen anderen Stadien größtmögliche fankulturelle Freiheiten unter Berücksichtigung aller sicherheitsrelevanten Faktoren.“
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