Am Landgericht Augsburg startete der Prozess gegen einen heute 28 Jahre alten Polizeibeamten. Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft dem Polizisten des Unterstützungskommando (USK) vor, am 19. August 2023 gegen Ende des Bundesligaspiels des FC Augsburg gegen Borussia Mönchengladbach ohne ersichtlichen Grund einen Schuss abgegeben zu haben.
Die Kugel beschädigte dabei sowohl die Scheibe eines mit vier Beamten besetzen Polizeifahrzeuges als auch die Scheibe eines unbesetzten Transportbusses des FPMG Supporters Club von Borussia Mönchengladbach. Mehrere Polizeibeamte erlitten durch den Vorfall ein Knalltrauma, einer wurde durch einen Glassplitter mit einer Abschürfung im Gesicht verletzt. Der Schuss soll nur knapp am Kopf eines anderen Polizisten vorbeigegangen sein.
Vor Gericht gestand der Polizist nun die Schussabgabe. Demnach hätten sich die eingesetzten Polizeikräfte bei den heißen Temperaturen zuvor mit Wasserpistolen bespritzt. Laut Augsburger Allgemeine erklärte der Polizist vor Gericht nun, dass er sich nicht mehr an den Ablauf während der Schussabgabe erinnern könne.
Er habe lediglich das Wort „Beschuss“ wahrgenommen, danach einen Knall gehört. Erst dann sei ihm ein Kollege aufgefallen, der ihn „kreidebleichen“ angeschaut habe. So berichtet die Lokalzeitung aus dem Gerichtssaal. Erst die Kontrolle der Kugeln in der Dienstwaffe habe dem Angeklagten die Gewissheit gegeben, dass der Schuss aus seiner Waffe abgefeuert wurde. Das Wort „Beschuss“ könne demnach einen „reflexhaften Bewegungsablauf“ bei dem Beamten ausgelöst haben, so die „Erklärung“ laut Angaben der Zeitung.
Die Fanhilfe Mönchengladbach, die sich bereits kurz nach dem Vorfall zu Wort meldete, forderte heute die Entlassung des Angeklagten aus dem Polizeidienst: „Vor fast genau einem Jahr machten wir mit diesem Tweet den Schuss auf den Bus des FPMG öffentlich. Schon damals war der Fall große Fragen auf – die mittlerweile bekannten Infos rund um die ‚Wasserschlacht‘ der Polizei Bayern sind noch fragwürdiger, als wir das damals dachten. Insbesondere mit Blick darauf, dass Fußballfans wegen geringerer Vergehen Urteile bekommen, die eine Entlassung aus dem Polizeidienst zur Folgen hätten, wäre es nicht vermittelbar, wenn Maximilian K. weiter seine Uniform Waffe, die er als Spielzeug verwendet, tragen dürfte.“ (Faszination Fankurve, 20.08.2024)
Vor fast genau einem Jahr machten wir mit diesem Tweet den Schuss auf den Bus des FPMG öffentlich. Schon damals war der Fall große Fragen auf – die mittlerweile bekannten Infos rund um die ,,Wasserschlacht‘‘ der @PolizeiBayern sind noch fragwürdiger, als wir das damals dachten. https://t.co/yyg0Vdk1yZ
— Fanhilfe Mönchengladbach (@FanhilfeMg) August 20, 2024
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