Gruppen der TSG Hoffenheim treten in Stimmungsboykott

Faszination Fankurve 21.08.2024 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des TSG Hoffenheim e.V. sollen die Mitglieder einen neuen 1. Vorsitzenden wählen. Mit Jörg Albrecht wird sich der der aktuell noch amtierende Oberbürgermeister der Stadt Sinsheim zur Wahl stellen.

„Die Stadt Sinsheim hat der TSG Hoffenheim sehr viel zu verdanken. Ich möchte etwas zurückgeben. Die Gespräche in den vergangenen Tagen waren von großer Wertschätzung geprägt. Es freut mich, von verschiedenen Seiten Rückendeckung erhalten zu haben“, wird Albrecht auf der Webseite der TSG Hoffenheim zitiert.

In der Fanszene der TSG Hoffenheim regt sich Widerstand gegen Jörg Albrecht, der als Marionette von Dietmar Hopp bezeichnet wird. TSG-Fans befürchten, dass TSG-Mäzen Hopp trotz offizieller Rückkehr zur 50+1-Regel bei der TSG Hoffenheim weiterhin „die absolute Kontrolle“ habe.

„50+1 wofür wir stehen - Hopp muss endlich gehen!“-Spruchband.

„Man kann es durchaus als klugen Schachzug der Gesellschafter ansehen, nun den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Sinsheim, Jörg Albrecht, als Präsident installieren zu wollen. Doch spulen wir die Zeit erneut zunächst ein wenig zurück: Jörg Albrecht verkündet im Februar 2024 seinen Rücktritt als Oberbürgermeister der Stadt Sinsheim. Als Grund gab er folgendes Zitat an: persönliche Schlüsselerlebnisse und dass er sich auf eine neue Lebensphase abseits eines Wahlamts (1) mit der extrem hohen Wochenarbeitszeit und zahlreichen Abend- und Wochenendterminen und dafür sehr viel mehr Zeit für die Familie freue. Seltsamerweise stellt sich Albrecht nun doch erneut für ein Wahlamt zur Verfügung. Und zwar als Präsident bei der TSG, die jedoch nach seiner Aussage ‚als Kind des SV Sandhausen‘ (!) nur seine zweite ‚große Liebe‘ ist. Dass dieses neue Amt definitiv auch mit einer hohen Arbeitszeit sowie Abend- und Wochenendterminen verbunden ist, hat er wohl nicht bemerkt. Natürlich hatte Albrecht auch schon während seiner Amtszeit als Bürgermeister regen Kontakt zu Dietmar Hopp. Während Albrechts Amtszeit erhielt die Stadt Sinsheim allein für städtische Projekte über 35 Millionen Euro aus der Tasche Hopps. Die Investments der Stiftung oder die Klimaarena sind hier noch nicht mitgerechnet. Dass im Flur zu Albrechts Amtszimmer eine Büste von Dietmar Hopp steht spricht Bände. Aber seht selbst auf der Rückseite. Albrecht spricht von einem Vertrauensverhältnis zwischen ihm und Hopp, das einen unbürokratischen Austausch ermöglicht. Übersetzt: Auch in der Vergangenheit tanzte Jörg Albrecht schon immer nach Dietmar Hopps Pfeife. Im März 2024, einen Monat nach der Bekanntgabe seines Rücktritts als Bürgermeister wird Jörg Albrecht Vorsitzender von Anpfiff ins Leben, einer Sportförderungs-Initiative der Dietmar-Hopp- Stiftung. Gratulation an dieser Stelle an Jörg Albrecht, der unser Sozialsystem nicht belasten wird und ganz zufällig direkt nach seinem Ausscheiden als Bürgermeister einen neuen Job gefunden hat – ob jetzt als Vorsitzender von Dietmar Hopps Stiftung, oder zukünftig als Präsident von Hopps TSG. Am Ende dürfte eine Wahl Albrechts zum Präsidenten der TSG dazu führen, dass Dietmar Hopp weiterhin die Fäden im Verein zieht und Albrecht nur seine nächste Marionette auf Präsidiumsebene ist, genauso wie es ursprünglich für Simone Engelhardt angedacht war. 50+1 wird damit einmal mehr von Hopp mit Füßen getreten. Durch das kurzfristige Aufstellen Jörg Albrechts, der ja durch sein vorheriges Amt durchaus Sympathien in der Lokalbevölkerung genießt, will sich Dietmar Hopp aller negativen Stimmen und Berichterstattung, die er durch seinen Rundumschlag im Verein samt Kündigung Alex Rosens ausgelöst hat, entledigen. Doch wir haben euer Spiel durchschaut! Eine Stimme für Albrecht bedeutet eine erneute Aushöhlung der 50+1 Regel, und bedeutet nichts weiter als die absolute Kontrolle Hopps und vor allem Wittmanns über unsere geliebte TSG! TSG-Mitglieder: Wehrt euch! Keine Stimme für Albrecht am 2. September!“, heißt es in der Stellungnahme der 2007 gegründeten Young Boyz.

Die TSG Hoffenheim teilte in einem Mediengespräch vor dem Heimspiel gegen Holstein Kiel hingegen mit, dass man Proteste der Fanszene erwarte. Hintergrund ist eine Stellungnahme der Young Boyz von vor zwei Wochen, in der Hopp aufgerufen wird, sein Lebenswerk nicht zu zerstören und die TSG Hoffenheim zu verlassen. Nach der Entlassung von Rosen kam es bereits zu einer Plakataktion verschiedener Fangruppen. „Es könnte am Samstag gegen Kiel unschön werden“, berichtet der Kicker von der Einschätzung der TSG Hoffenheim zur aktuellen Situation. Auch ein von Fans provozierter Spielabbruch stehe demnach im Raum. „Wir hoffen, dass das Spiel über die Bühne geht – wir wissen es aber nicht“, zitiert das Sportmagazin die TSG. Fakt ist jedenfalls, dass die Mitglieder der TSG Hoffenheim durch die formale Rückkehr zur 50+1-Regel wieder mehr Macht erhalten haben. Folgen sie dem Aufruf der Young Boyz, wird Jörg Albrecht auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung nicht zum ersten Vorsitzenden gewählt. Ein demokratisches Recht, dass den Mitgliedern zusteht. Genauso können sie aber auch für diesen einzigen Kandidaten stimmen.

„Hallo TSG Fans, gestern hat die TSG offenbar ihren eigenen Medientag abgehalten, um uns falsche Tatsachen zu unterstellen. Aufgrund der Vorkommnisse rund um Alex Rosen hat die aktive Fanszene den Kontakt zu den Verantwortlichen abgebrochen und Proteste initiiert. Die darauf folgende Reaktion des Vereins ist völlig überzogen und unverhältnismäßig, was deutlich zeigt, dass in Hoffenheim jegliche Kritik am Verein oder an gewissen Personen nicht geduldet wird. Eine derart überzogene Maßnahme, wie wir sie gerade erleben, hat es in der 17-jährigen Bundesligageschichte des Vereins noch nie gegeben. Auch kam es in der Vergangenheit von unserer Seite weder zu Anfeindungen noch zu relevanten Äußerungen. Freie Meinungsäußerung scheint jedoch bei unserem Verein fehl am Platz zu sein. Stattdessen werden Anschuldigungen an den Haaren herbeigezogen, die nicht den Tatsachen entsprechen. Besonders absurd wird die Situation wenn man bedenkt, dass die Vereinsführung vorgibt, gesprächsbereit zu sein, während sie uns gleichzeitig jegliche Rechte und unsere Räumlichkeiten entzieht. Anstatt tatsächlich Interesse an einem Gespräch zu zeigen, schickt diese zur (De)eskalation lieber unsere behelmten Freunde vor und nimmt hier bewusst in Kauf, einen vollbesetzten Block, in dem unter anderen Frauen und Kinder stehen, zu stürmen. Heuchlerisch wird uns vorgegaukelt, es gäbe eine Bereitschaft zur Lösung, verräterisch wird jedoch aktiv gegen uns und den Verein gearbeitet. Diese Verlogenheit zeigt, dass die Vereinsführung nicht nur uns, sondern den gesamten Verein langfristig zugrunde richten wird. Dieser Entzug erfolgte, da wir nicht bereit waren, uns mit Lügnern und Personen, die uns für dumm verkaufen wollen, an einen Tisch zu setzen. Um den Druck auf uns weiter zu erhöhen, die Proteste zu unterbinden sowie uns zur Wahrnehmung eines Gesprächstermins zu erpressen. Die Geschäftsführung ist in dieser Angelegenheit aktuell an Lächerlichkeit und Unglaubwürdigkeit nicht zu überbieten. Aufgrund dessen sehen wir uns gezwungen, bis auf unbestimmte Zeit auf Support, Choreos und sämtliche optische Unterstützung zu verzichten. Die TSG beschenkt sich zum 125ten selbst mit einer toten Kurve und schadet damit der Mannschaft in ihrer Jubiläums- und Europapokalsaison massiv. Das Schreiben der TSG-Verantwortlichen, das wir als Erpressung betrachten, möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten – urteilt selbst“, kündigten Crescendo Hohenlohe und Young Boyz einen Stimmungsboykott an:

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(Faszination Fankurve, 21.08.2024)

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