Das Drittligaspiel zwischen dem TSV 1860 München und Dynamo Dresden wurde am vergangenen Samstag erst mit einer halbstündigen Verspätung angepfiffen. Der TSV 1860 München begründete die Entscheidung mit der Notwendigkeit eines „ordnungsgemäßen Einlass ohne Risiko für alle Fans“.
„Tausende Fans mussten bei strömenden Regen vor den Toren ausharren und konnten nicht unter der Westkurve im Trockenen verharren und sich dort an den Ständen verköstigen bzw. ihren Platz in der Westkurve einnehmen. Für die entstandenen Unannehmlichkeiten sowie die verspätete Information über die notwendigen Maßnahmen entschuldigt sich der TSV 1860 München bei allen Fans. Grund für die Verzögerung beim Einlass waren Sicherheitsbedenken. Für die Sicherheit aller Fans in der Westkurve war es notwendig, die Tore weiterhin geschlossen zu halten, bis die Bedenken ausgeräumt waren. Da die Zeit zwischen Einlassbeginn und Spielbeginn im weiteren Verlauf zu knapp wurde, entschieden die Sicherheitsorgane in Zusammenarbeit mit Schiedsrichter und Vereinen, die Anstoßzeit zu verschieben, um einen ordnungsgemäßen Einlass ohne Risiko für alle Fans gewährleisten zu können. Der TSV 1860 München dankt allen Fans für die ruhige und besonnene Art, diese Verzögerung hinzunehmen“, hieß es in der Stellungnahme des TSV 1860.
Die aktive Fanszene reagierte am heutigen Mittwoch mit einer eigenen Stellungnahme und stellte dabei die Einlasssituation aus eigener Sicht dar. Demnach sei das Auftauchen eines Unterstützungskommandos (USK), einer Spezialeinheit der bayrischen Polizei, am Eingang zur Westkurve ein No-go für die aktive Fanszene gewesen. Die Löwen-Fans seien deshalb von der eigentlichen Materialkontrolle zum normalen Eingang zur Westkurve ausgewichen, durch den auch alle anderen Fans das Grünwalder-Stadion betreten. Daraufhin wurde der Zugang zum Stadion vorerst geschlossen. Zu keiner Zeit sei ein aggressives Verhalten der Fanszene auszumachen gewesen. Letztlich wurde die Situation aufgelöst, indem das USK abtrat. (Faszination Fankurve, 18.09.2024)

Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme der aktiven Fanszene des TSV 1860 München:
[grau]Stellungnahme vom 18.09.2024
Beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden am Samstag, den 14.09.2024, kam es am Einlass der Westkurve zu Problemen, weswegen die Partie mit einer 30-minütigen Verzögerung angepfiffen wurde. Da an verschiedenen Stellen der Münchner Medienlandschaft Spekulationen entstanden sind, hier unsere Sicht der Dinge:
Als man das Stadion an gewohnter Stelle zur Materialkontrolle betreten wollte, fand sich unser aktiver Kern, neben den üblichen Sicherheitsdienstmitarbeitern, vor einem motiviert aufgestellten USK-Zug samt vier Hundeführern ohne Maulkorb wieder. Eine Kontrolle unter diesen Umständen über sich ergehen zu lassen, ist für uns ein absolutes No-Go, das wir nicht akzeptieren konnten und künftig nicht akzeptieren werden. Die Materialkontrolle war und ist nie Aufgabe der bayerischen Polizei. Wir forderten daher den Veranstaltungsleiter des TSV 1860 München auf, die Kontrolle, wie sonst auch, allein unter der Aufsicht des eingesetzten Sicherheitsdienstes durchzuführen. Dieser Aufforderung wurde trotz Vermittlungsversuchen des Fanbeauftragten des TSV 1860 nicht nachgekommen. Der Veranstaltungsleiter hielt es zudem für nicht notwendig, selbst vor Ort zu sein, um die Situation entschärfen zu können, weswegen wir uns dazu entschieden, den regulären Haupteingang der Westkurve anzusteuern und uns der Standard-Einlass-Prozedur zu unterziehen, ganz so wie jeder andere Fan auch. Daraus wurde nichts, denn bei der Ankunft an den Toren der Westkurve waren diese verschlossen.
Zusätzlich positionierte sich besagter USK-Zug erneut im (Umlauf-)Innenraum des Stadions, unmittelbar hinter den Eingängen. Wir merkten abermals an, dass die Polizei kein Teilnehmer der Materialkontrolle zu sein hat. Der Veranstaltungsleiter der TSV 1860 München KGaA & Co. KG zeigte sich davon unbeeindruckt und ließ die Tore weiter versperrt. In der Zwischenzeit hatten sich immer mehr Löwenfans hinter der Westkurve eingefunden und waren dem miserablen Wetter ausgesetzt. Sie konnten sich vor dem Spiel nicht mit Getränken und Essen eindecken, geschweige denn die Toiletten der Westkurve nutzen. Wie es weitergehen würde, wurde weder uns noch anderen Löwenfans klar kommuniziert, ganz so wie bereits beim Spiel gegen Viktoria Köln in der Vorsaison. Letzten Endes, und bevor die Stimmung unter den Löwenfans aufgrund der unklaren Situation zu kippen drohte, zog sich besagter USK-Zug zurück und der Sicherheitsdienst führte mit der aktiven Fanszene die sonst auch übliche Materialkontrolle am Eingang der Westkurve durch.
Aufgrund der vorangeschrittenen Zeit wurden beim anschließenden Einlass dann weder Personen noch Eintrittskarten ordentlich überprüft. Das Ansinnen mit einer Spielverschiebung für mehr Sicherheit zu sorgen, wurde damit gänzlich verfehlt. Warum sich der Veranstaltungsleiter der KGaA überhaupt dazu entschied, die Polizei dort zu positionieren, wo sie stand, bleibt wohl sein eigenes Geheimnis. Zu keiner Zeit war ein aggressives Verhalten der Fanszene auszumachen, ebenso wenig drohte ein Blocksturm. Egal ob Hochrisikospiel oder nicht, eine derart massive Polizeipräsenz lässt sich durch nichts rechtfertigen. Intransparenz, undurchsichtiges Handeln, wiederholte Nicht-Kommunikation, eine nicht vorhandene Kooperationsbereitschaft seitens des Veranstaltungsleiters und sein letztlich viel zu spätes Einlenken haben zur Verzögerung des Anpfiffs geführt. Mögliche finanzielle Schäden für den TSV 1860 sind einzig und allein darauf zurückzuführen.
Aktive Fanszene 1860 München
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