Einen Tag nach den Vorfällen im Nachgang des 343. Wiener Derbys hat die aktive Fanszene von Austria Wien eine Stellungnahme veröffentlicht und darin den Kampf gegen Böller angekündigt. Rapid Wien räumte in einer Stellungnahme hingegen ein, dass ein Vereinsmitarbeiter an den Vorfällen beteiligt gewesen sein soll.

„Austrianer! Trotz eines sehenswerten Auftrittes in der Kurve wurde der Spieltag nach der bitteren Derbyniederlage, durch den völlig außer Kontrolle geratenen Einsatz von Leuchtspurgeschossen, Böllern und bengalischen Fackeln, ins Chaos gestürzt. Die Ereignisse und auch deren Nachwirkungen werden sowohl innerhalb der Fanszene als auch mit dem Verein aufgearbeitet. Nichtsdestotrotz gilt es, rückblickend Folgendes festzuhalten: Bereits in Ober St. Veit gab es deutliche Durch- sagen der Vorsänger, die Böllerei zu unterlassen, nachdem bereits in den U-Bahnstationen ein Missbrauch festgestellt wurde. Während des Spiels war die Lage stets unübersichtlich; es ließ sich nicht feststellen, woher die Böller kamen und somit konnte man auch nicht auf diejenigen einwirken, die welche geworfen haben. Fest steht, das Werfen von Pyrotechnik diverser Art im Stadion ist auch weiterhin ein klares No-Go! Sowohl im Gästesektor als auch auf der Haupttribüne befinden sich Familien mit Kindern und Frauen, die niemals das Ziel einer Gefährdung werden dürfen. Da die gestrigen Ereignisse den Beweis darstellen, dass die aktuelle Handhabe mit dem ‚Vertrauensvorschuss‘ nicht mehr funktioniert, sehen wir als Mitglieder der Fanszene uns gezwungen, bei künftigen Derbys stichprobenartige Kontrollen durchzuführen. Festzuhalten ist, dass im Zusammenhang mit Böllern immer wieder bewiesen wird, dass sie nur Schaden. anrichten. Es wird die Gesundheit unbeteiligter gefährdet, für den Verein hagelt es empfindliche Strafen und wir als Fanszene haben mit langwierigen Repressionen zu kämpfen. Lasst uns gemeinsam versuchen, die Böller ein für alle mal aus den Stadien zu verbannen“, so das Statement der aktiven Fanszene vom FK Austria Wien.

Rapid Wien kündigte neben einer Aufarbeitung der Vorfälle den Entzug von Mitgliedschaften und Stadionverbote an. „Als SK Rapid verurteilen wir jegliche Gewalt von und auf den Rängen – egal von welcher Seite – auf das Schärfste. Dies wurde bereits unmittelbar nach den Vorfällen von mehreren Verantwortlichen des SK Rapid auch klar so kommuniziert. Nun gilt es diese Vorfälle aufzuarbeiten, zu analysieren und dies begann bereits gestern am Abend und wird seit den frühen Morgenstunden des Montags fortgesetzt. Rapid setzt hier auf offene Kommunikation mit der Liga, Sicherheitsdiensten und den zuständigen Behörden. Hier finden bereits laufend persönliche bzw. Online-Termine statt, selbstverständlich auch mit Verantwortungsträgerinnen und -trägern der Landespolizeidirektion Wien. Klarstellen möchten wir zudem: Personen, die sich eines groben Fehlverhaltens schuldig gemacht haben, insbesondere durch Zünden von Böllern, Werfen von pyrotechnischen Gegenständen oder Stürmen des Spielfeldes, werden seitens des SK Rapid mit den dafür gültigen Sanktionen belegt. Das sind (a) die Verhängung eines unbefristeten Hausverbots im Allianz Stadion, (b) die Beantragung eines bundesweiten Stadionverbots sowie gegebenenfalls der Entzug von Mitgliedschaft und Jahreskarte“, hieß es dazu in einer Stellungnahme von Rapid Wien.

Auch zu den Vorwürfen, dass ein Mitarbeiter von Rapid Wien an den Vorfällen beteiligt gewesen sei, räumte der Verein ein und erklärte: „In den sozialen Medien kursieren derzeit unzählige Videos von den gestrigen Ereignissen, darunter welche, auf die eine mit Arbeitskarte (Akkreditierung) ausgerüstete Person auch im Zuge einer körperlichen Auseinandersetzung zu erkennen ist. Hier handelt es sich tatsächlich um einen Mitarbeiter des SK Rapid, der minutenlang versucht hat, den Platz stürmenden Personen Einhalt zu gebieten. In einer der Videosequenzen ist zu sehen, dass er sich später plötzlich aktiv am Geschehen beteiligt. Der SK Rapid wird auch diesen Vorfall untersuchen, der Mitarbeiter ist mit sofortiger Wirkung dienstfrei gestellt und wird zu den Geschehnissen befragt werden.“ (Faszination Fankurve, 23.09.2024)


Update: Mittlerweile hat Austria Wien ebenfalls eine Stellungnahme veröffentlicht und dabei Stadionverbote angekündigt: „Auch rund 24 Stunden nach den Ausschreitungen im Anschluss an das Wiener Derby am Sonntagabend in Hütteldorf sind wir ob des Ausmaßes an Gewalt betroffen. In erster Linie hoffen wir, dass in den direkt an den Gästesektor angrenzenden Bereichen niemand ernsthaft verletzt wurde oder zu Schaden gekommen ist. Böller und andere Feuerwerkskörper auf Personen zu werfen, ist an Rücksichtslosigkeit nicht zu überbieten und wird seitens des Klubs und der aktiven Fanszene strikt verurteilt. Die Sichtung des vorhandenen Videomaterials läuft weiterhin an. Jene klar identifizierbaren Personen, die Böller und andere entsprechend gefährliche Gegenstände gezündet und geworfen haben, werden mit einem lebenslangen Hausverbot in der Generali-Arena versehen und ein österreichweites Stadionverbot wird beantragt. Weiters wird gegen sämtliche Personen, die den Auswärtsblock verlassen und aktiv in Raufhandlungen auf dem Rasen verwickelt waren, ebenso ein entsprechendes Hausverbot ausgesprochen und Stadionverbot beantragt. Austria Wien steht für einen familienfreundlichen, gewaltfreien Stadionbesuch. Dieses Ziel werden wir mit der nötigen Konsequenz und allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verfolgen.“
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