Im Vorfeld des heutigen Sachsenpokal-Heimspiels der BSG Chemie Leipzig gegen die SG Weixdorf griffen etwa 20 bis 30 BSG Chemie-Fans am Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig einen Fanbus der Gastmannschaft an. Bei der Aktion sollen acht Gästefans verletzt worden sein.
Laut Polizeiangaben sollen sieben der verletzten Personen vor Ort behandelt worden sein, eine Person sei demnach ins Krankenhaus gebracht worden. „Die Polizei geht in ihren Ermittlungen Hinweisen nach, wonach das Zeigen von Bekleidung eines im rechtsextremen Milieu beliebten Labels einiger Fans des SG Weixdorf zur Attacke auf diese führte. Die Polizei verstärkte aufgrund dieser Situation vor Ort ihre Kräfte und sicherte den Spielverlauf“, geht die Polizei Sachsen auf einen möglichen Grund für den Angriff ein.
Die BSG Chemie Leipzig hat eine Stellungnahme zum Vorfall veröffentlicht und darin von „dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnenden Kleidungsstücken“ bei einem der drei Busse berichtet. Die BSG Chemie Leipzig gewann das heutige Heimspiel vor 1.847 im Alfred-Kunze-Sportpark (davon ca. 100 Gästefans) mit 3:0. Die Partie war ursprünglich ein Heimspiel der SG Weixdorf. Der Sächsische Fußballverband ließ eine Austragung des Spiels in Weixdorf aufgrund fehlender Infrastruktur nicht zu. Beide Mannschaft tauschten deshalb das Heimrecht und die Partie wurde im Alfred-Kunze-Sportpark ausgetragen. (Faszination Fankurve, 13.10.2024)
Update: Die Red White Fanatics von der SG Weixdorf widersprechen den Ausführungen, wonach der dritte Bus nicht mit SG Weixdorf-Fans besetzt gewesen sei. „Denn uns kann man! Genauso wie wir dem Verein im Vorhinein mitgeteilt haben, das wir einen eigenen Bus organisieren“, teilte die Gruppe mit, der der Angriff galt.
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Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme zu den Vorfällen vor dem Landespokalspiel gegen Weixdorf:
[grau]Vor dem heutigen Drittrundenspiel im Landespokal zwischen der BSG Chemie Leipzig und der SG Weixdorf ist es zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Unseren bisherigen Kenntnisstand geben wir hiermit wieder.
Nachdem der Sächsische Fußballverband eine Austragung des Spiels in Weixdorf aufgrund fehlender Infrastruktur nicht zuließ, hat die BSG Chemie Leipzig einen Tausch des Heimrechts angeboten. Andernfalls hätte dies ein „kampfloses“ Weiterkommen der Chemiker bedeutet. Dies wäre nicht in unserem Sinne gewesen – auf eine solche Weise wollten wir nicht in die nächste Runde einziehen.
In der 2. Runde gegen Blau-Gelb Mülsen hatte ein solcher Heimrechttausch mit Durchführung im Alfred-Kunze-Sportpark bereits reibungslos funktioniert. Beide Vereine und ihre Fanlager erlebten ein stimmungsvolles, friedliches Fußballfest.
Gegen die SG Weixdorf sollte dies genauso sein. In den Sicherheitsberatungen haben wir deutlich auf die Stadionordnung im Alfred-Kunze-Sportpark hingewiesen, speziell auf den Umstand, dass zweifelsohne dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnende Kleidung und Symboliken nicht erlaubt sind.
Wie genau es zu den Auseinandersetzungen kam, darüber verschaffen wir uns noch einen Überblick. Die SG Weixdorf hatte extra für dieses Spiel zwei Fanbusse für Angehörige und Vereinsmitglieder gechartert. Bekannt geworden ist uns bisher, dass eine größere Personengruppe, die mit einem dritten, nicht von der SG Weixdorf organisierten Bus anreisten, Devotionalien von nicht am Spiel beteiligten Vereinen sowie eindeutig dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnende Kleidungsstücke zeigten. Laut Aussagen von Weixdorfer Fans gehören die betreffenden Personen nicht zu den Anhängern der SG Weixdorf.
Dass eine solche Personengruppe möglicherweise anreisen würde, darüber haben wir im Vorfeld keine Hinweise erhalten, auf deren Grundlage wir das Sicherheitskonzept für dieses Spiel entsprechend hätten anpassen können. Den Personen mit einschlägiger Bekleidung wurde der Zugang zum Stadion mit Verweis auf die Stadionordnung nicht gewährt.
Wir bedauern sehr, dass es zu Auseinandersetzungen gekommen ist und werden die Vorfälle gemeinsam mit der SG Weixdorf und dem Fanprojekt auswerten.
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