Die Red White Fanatics der SG Weixdorf haben ein Statement zum Angriff von BSG Chemie Leipzig-Fans 13. Oktober 2024 am Alfred-Kunze-Sportpark veröffentlicht. In dem Text beschreibt die Gruppe die Ereignisse rund um das Auswärtsspiel bei Chemie Leipzig.
Die Gruppe bereiteten sich intensiv auf das Spiel vor und organisierte einen eigenen Bus. Bei ihrer Ankunft wurde ihr Bus falsch geleitet und traf Chemie-Fans, was zu einer kurzen Auseinandersetzung führte.

„Man passierte zwei Bauzäune und befand sich endlich auf dem Gästeparkplatz. Voller Euphorie öffneten wir die Türen unseres Busses und wollten aussteigen. Empfangen wurden wir schon von ein paar separat angereisten Weixdorfern. Man drehte sich um und musste erkennen, dass die Chemiker nicht so erfreut über unser eintreffen waren. Man blickte auf eine motivierte, vermummte Masse von Chemikern. Schnell suchten die Ordner an den zwei Toren das Weite und machten Platz für ungefähr 40-50 Chemiker. Welchen Aussagen ihr jetzt glaubt ist euch überlassen. Dazu sagen wir jetzt nur. Keine Weixdorf Fans und Rechts? DIE PRESSE IST DIE PEST! Jegliche politische Ausrichtung hat bei uns nichts zu suchen, ob links oder rechts bei uns ist jeder gleich. Politik hat beim Fußball nichts verloren und so gab es auch entgegengesetzt der Medien keine Andeutungen oder sonst etwas von uns! Man kennt uns in Weixdorf und an diesem Tag hat kein ‚Weixdorf Fan‘ mit der Presse gesprochen und behauptet man kennt uns nicht. Aber jetzt mal ehrlich liebe Presse, wie unspezifisch wollt ihr eigentlich noch berichten. Erwartet haben wir auch ein paar Leute in Blau-Weiß. Risikospiel in Weixdorf und bei Chemie als Grün eingestuft? Aus Sicherheitsgründen keine Bullerei vor Ort oder wie? Verzichten konnten wir auf diese, auf jeden Fall. Nach ein paar Sekunden war die Auseinandersetzung zwischen Diablos/Green Bastards, wie sie nicht alle nennen und RWF auch schon vorbei. Alles andere als Fair, aber schön blöd für die Gegenseite wenn alle wieder motiviert aufstehen und an Verluste gar nicht zu denken ist“, heißt es im Statement der Red White Fanatics.
Anschließend sei der Bus der Red White Fanatics von der Polizei durchsucht worden. In den Gästeblock wurde die Gruppe mit Hinweis auf die Stadionordnung jedoch nicht gelassen und verbrachte die gesamte Partie somit außerhalb. Die Stadionordnung der BSG Chemie Leipzig sieht ein folgendes Verbot vor: „Fahnen, Transparente, Aufnäher oder Kleidungsstücke zu tragen oder mitzuführen, deren Aufschrift geeignet ist, Dritte aufgrund ihres/ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlechts oder sexuellen Orientierung zu diffamieren oder deren Aufschrift Symbole verfassungsfeindlicher Organisationen zeigt“.
Auch die Abteilungsleitung Fußball der SG Weixdorf hat eine Stellungnahme zu den Vorfällen veröffentlicht und darin den Schilderungen der BSG Chemie Leipzig widersprochen: „Der erste Bus musste nun jedoch durch die Chemie-Fans fahren, wobei es zu Provokationen gekommen ist. Laut BSG Chemie Leipzig habe die Fangruppe „Devotionalien von nicht am Spiel beteiligten Vereinen sowie eindeutig dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnende Kleidungsstücke“ mitgebracht und nach Angaben der Polizei könnte das der Auslöser der folgenden Vorfälle sein. Der Bus passierte die letzte Absperrung zum Bereich der Gästefans, wobei dann die Absperrung jedoch nicht rechtzeitig wieder geschlossen wurde und 20 bis 30 vermummte Chemie-Fans dem Bus hinterherrannten und unmittelbar beim Öffnen der Türen auf die angereiste Fangruppe einschlugen. Insgesamt sind bei der Attacke acht Personen aus der Reisegruppe verletzt worden. Sieben konnten ambulant behandelt werden, einer musste jedoch ins Krankenhaus verlegt werden. Dieser Vorfall in seinem gesamten Ausmaß wäre wahrscheinlich nicht passiert, wenn dem Bus die Einfahrt in den kritischen Bereich verwehrt und der korrekte Weg gezeigt worden wäre. Vielleicht hätte auch ein Einsatzwagen der Polizei einiges im Ansatz verhindern hätte können, vielleicht auch nicht. Fakt ist aber auch, dass diese erst durch Anruf der angegriffenen Personen alarmiert wurden. Ob einige Personen aus dem attackierten Bus tatsächlich Bekleidung eines im rechtsextremen Milieu beliebten Labels getragen haben, können wir weder bestätigen noch ausschließen. Einen Überfall und körperliche Attacken rechtfertigt dies jedoch in keinstem Fall. Jedenfalls wurden im Nachhinein zwei Personen der Zugang mit Verweis auf die Stadionordnung verwehrt, was selbstverständlich das Hausrecht des Vereins und vollkommen in Ordnung ist und auch so von den Abgewiesenen akzeptiert wurde.“ (Faszination Fankurve, 16.10.2024)
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