Choreos, Pyroshows, fliegende Pyrotechnik, Spielunterbrechung & Angriff auf Gästeblock

Faszination Fankurve 03.12.2024 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Das Drittligaspiel zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Rot-Weiss Essen wurde am Sonntag in der 2. Halbzeit für rund zehn Minuten unterbrochen, nachdem Pyrotechnik aus dem Gästeblock in Richtung FCS-Fans gefeuert wurde. Ein Abbruch der Partie stand sogar im Raum. Verletzt wurde durch die abgefeuerte Pyrotechnik niemand.

Abgefeuerte Pyrotechnik aus dem Gästeblock.

Eine Rakete aus dem Block der RWE-Fans flog bis zur Virage Est und entzündete dabei eine Werbebande aus Schaumstoff. „Danach richtig unschöne Szenen des Essener Anhangs. Im ersten Durchgang musste bereits ein aussichtsreicher FCS-Angriff unterbrochen werden, da aus dem Gästeblock Pyro aufs Spielfeld geworfen wurde. Im zweiten Durchgang flogen dann Raketen in die Zuschauerbereiche. Schiedsrichter Bacher schickte beide Trams folgerichtig erstmal in den Kabinengang. Nach kurzer Unterbrechung ging es weiter“, teilte der FCS zur Spielunterbrechung mit. Beim Kurznachrichtendienst X erklärte der FCS noch während des Spiels: „Die Partie ist unterbrochen und steht kurz vor dem Abbruch. Wiederholt haben asoziale Idioten aus dem RWE-Block Leuchtraketen auf den Sitzplatzbereich geschossen.“

Nach Abpfiff des Drittligaspiels, das der FCS durch ein Eigentor von Kraulich in der 41. Spielminute vor 13.492 Fans im Ludwigsparkstadion gewann, kam es noch zu einem Angriff von FCS-Fans auf den Gästeblock. „Nach dem Spiel warfen abwandernde Zuschauer aus dem Bereich der Camphauser Straße ebenfalls pyrotechnische Gegenstände und Steine unkontrolliert in den Bereich der Gästefans aus Essen und der Einsatzkräfte der Polizei“, teilte das Landespolizeipräsidium Saarland dazu mit.

„Bei allen RWE-Verantwortlichen kreisen die Gedanken über den Ereignissen, wir müssen die Eindrücke immer noch verarbeiten. Das impulsive und egoistische Verhalten einiger weniger Personen in unserem Block im Ludwigsparkstadion, das beinahe zu einem Abbruch der Partie geführt hätte, hat uns erschrocken, enttäuscht und zu einer schlaflosen Nacht geführt. Insbesondere das mehrfache unverantwortliche Abschießen von Leuchtraketen auf das Spielfeld und in Richtung der Zuschauertribünen hat eine Grenze überschritten, die wir so nicht tolerieren können. Für solche vorsätzlich gefährlichen Aktionen steht Rot-Weiss Essen jetzt und auch in Zukunft nicht! Wir distanzieren uns ausdrücklich und deutlich davon. Allen muss klar sein: Niemand darf sich in dieser beschämenden Art und Weise über den Verein und die Werte des Vereins stellen. Diese Haltung deckt sich mit der Meinung aller unserer Gremien und den zahlreichen Zuschriften, die wir seit dem späten Sonntagnachmittag erhalten haben. Wir werden die Vorkommnisse in Saarbrücken, durch die glücklicherweise niemand verletzt wurde, intensiv aufarbeiten. Auch wenn uns bewusst ist, dass steigende Gewaltbereitschaft ein gesamtgesellschaftliches Problem ist und auch andere Fußballklubs diesbezüglich große Sorgen haben, müssen und werden wir uns damit umfänglich auseinandersetzen und wir werden nicht zur Normalität übergehen. Rot-Weiss Essen steht grundsätzlich, vor allem an der Hafenstraße, für eine ganz besondere Emotionalität und einen überaus positiven Fan-Support, um dem uns ganz Fußball-Deutschland beneidet. Auf diesen eminent wichtigen Rückhalt, der uns in der Vereinshistorie auch durch schlechte Zeiten getragen hat, sind wir sehr stolz und fühlen deswegen stets eine große Dankbarkeit. Insbesondere die Mannschaft benötigt dringend Eure – positive – Unterstützung, um unsere sportlichen Ziele erreichen zu können. Die Geschehnisse in Saarbrücken werden neben einem Imageschaden zudem aber auch kurzfristig in finanzieller Hinsicht negative Folgen für uns haben: Die zu erwartende Geldstrafe im hohen fünfstelligen Bereich wird uns empfindlich treffen und sehr schmerzen. Sie wird unsere wirtschaftlichen Erfolge, die daraus entstehenden Möglichkeiten und ebenso die Optionen für die Winter-Transferperiode deutlich einschränken. In der laufenden Spielzeit haben wir zwar bereits gezielt etwas mehr in den Kader investiert. Ungeachtet dessen sind wir überzeugt vom Potenzial der Mannschaft und gemeinsam mit dem Aufsichtsrat wägen wir ab, ob wir unsere ambitionierten Planauflagen, die alle Vereine besitzen, erfüllen oder bewusst anpassen, um im Winter zusätzliche Handlungsspielräume zu schaffen“, nahm Rot-Weiss Essen in einem offenen Brief zu den Vorfällen in Saarbrücken Stellung.

Auf der Virage Est wurde die Partie zu Beginn mit einer „Jetzt steh’n wir hier gemeinsam gegen den Rest der Welt verschor’n“-Choreografie eingeleitet. Im Gästeblock feierten Vandalz Ultras ihren zehnten Geburtstag mit einer Blockfahne, einem Fahnenmeer und zahlreichen Bengalischen Fackeln. (Faszination Fankurve, 03.12.2024)7

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