Pyro, Choreos, neue Zaunfahne & Spruchbänder – im Rheinderby zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln war nicht nur auf dem Rasen einiges los

Faszination Fankurve 06.02.2025 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Dramatik pur im gestrigen DFB Pokalviertelfinale: Zwei Minuten fehlten dem Zweitligisten, um den amtierenden Meister und Pokalsieger aus dem Wettbewerb zu schmeißen. Doch auch die Ereignisse abseits des Platzes boten allerhand Gesprächsstoff. Faszination Fankurve blickt auf den gestrigen Pokal-Fight!

Die Losfee wollte es wissen und so trafen von den 8 übrig gebliebenen Mannschaften des Pokalviertelfinals ausgerechnet die Rivalen Bayer Leverkusen und der 1. FC Köln aufeinander. Die Vorzeichen hätten diesmal kaum unterschiedlicher sein können: Während vergangene Saison Bayer Leverkusen die Meisterschaft und Pokal holte, trat der 1. FC Köln den bitteren Weg in die 2. Liga an. Kampflos ergeben wollten sich die Kölner nicht und so gab es in den Tagen vor dem Spiel am Trainingsplatz angebrachte Botschaften an die Mannschaft. Um es vorweg zu nehmen: das Spruchband „Vergesst nicht: Finale = 2 Wochen Puff!“ sollte zum Spiel mit „Kein Finale = keine Überstunden für eure Mütter“ von Leverkusen gekontert werden. Selber hatte die Nordkurve Leverkusen im vorherigen Heimspiel mit einem „Holt den Derbysieg!!!“-Spruchband die Marchroute vorgegeben.

Am Spieltag fuhr die Kölner Szene per Zug nach Leverkusen, und betrat kurz nach 20:00 Uhr mit Bengalen geschlossen den Gästeblock der BayArena. Es sollte der Startschuss für einen spannenden Abend werden.

Für die 30.210 Zuschauer in der ausverkauften BayArena gab es erwartungsgemäß großangelegte Aktionen. So präsentierte die Nordkurve zu Spielbeginn eine Blockfahne mit dem alten Vereins- und Stadtwappen sowie dem Spruch „Rheinlands Fußballmacht aus der Farbenstadt“ dazu schwarze Folientafeln als Hintergrund. Ebenfalls wurden vermummte Personen dargestellt, in dessen Details es auch Anti-Köln-Symboliken, wie z.B. ein „Goatbusters“-Logo gab. Dieses wurde in zwei „Goatbusters“-Choreos von 2004 sowie deren Fortsetzung in 2017 verwendet, beides damals Heimspiele gegen den FC und findet sonst auch auf anderen Materialien Verwendung.

Eine weitere Provokation in Richtung Gästefans erfolgte parallel im Internet. So wurde die Wilde Horde-Webseite nachgebaut und unter wh69.de (statt wh96.de) veröffentlicht. Dort erblickte man unter dem Datum 14. April 2024 (dem Tag an dem Bayer Leverkusen die Meisterschaft gewann) u.a. unterschiedliche Spruchbänder der Nordkurve Leverkusen gegen Köln, Material Präsentationen und Fotos von Ereignissen, die die Feindschaft mit sich brachte. Gegrüßt wurde dabei von der Gruppe QR Code, in Anlehnung an die „Gruppe Anti Lev“-Choreo von Köln im letzten Heimspiel gegen Leverkusen (03.03.2024). Fans von Bayer Leverkusen interpretieren in einen Teil der damals gezeigten Zettelchoreo einen QR-Code statt eines Löwen im Fadenkreuz. Letzteres Motiv wurde auch im Header der nachgebauten Website verwendet.

Auch im Gästeblock gab es zu Spielbeginn eine optische Aktion: „Wachst über euch hinaus und besiegt den Zwerg“ stand im Oberrang geschrieben. Vor dem Unterrang erblickte man eine kleine Blockfahne, auf der ein FC-Fan einen Zwergenkopf an seiner Mütze packt. Dazu füllten rote und weiße Luftballons den Block. Abgerundet wurde diese Aktion von vielen Bengalen, welche ebenfalls auf beide Ränge zum Einsatz kamen und für eine Spielunterbrechung sorgten. Auf dem Rasen überraschte die Kölner Mannschaft und ging sogar kurz vor dem Pausenpfiff in Führung, was die etwa 5.000 Kölner exzentrisch feierten.

Zu Beginn von Halbzeit zwei war es die Heimkurve, welche die Blicke im Stadion wieder auf sich zog. Hinter einem großem „ULTRAS“-Schriftzug (im Stile der Nordkurve Leverkusen-Zaunfahne) samt UL-Logo, wurde allerhand schwarzer und roter Rauch gezündet.

Während die Aktion ablief, wurde zudem die neue große Ultras Leverkusen-Heimzaunfahne aufgehängt bzw. eingeweiht.

Danach waren es jedoch wieder die Gäste aus Köln, die auf dem Platz für Furore sorgten und in der 54. Spielminute auf 2:0 erhöhen konnten. Wenige Minuten später gelang der Werkself der Anschlusstreffer. Der FC kämpfte um jeden Zentimeter und fast wäre die Sensation perfekt gewesen. Doch in der 6. Minute der Nachspielzeit köpfte Patrik Schick den vielumjubelten Ausgleich für den haushohen Favoriten. Und so waren es die Hausherren, die letztlich den längeren Atem hatten und in die 98. Spielminute die Partie endgültig drehten.

Mehr Hintergründe und weitere Spruchbanderklärungen gibt es im 45° Kurvenheft, wo ebenfalls auf die restlichen Pokalpartien zurückgeblickt wird.

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