Derbytime in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz zwischen LASK und Blau-Weiß und das direkt zu Jahresbeginn. Über 19.000 Zuschauer waren live im „Stadion auf der Gugl“ mit dabei. Erneut begleiteten unterschiedliche Fan-Aktionen diese Begegnung: Unter anderem feierte das Kollektiv der Schwarz-Weißen sein zehnjähriges Bestehen mit einer mehrteiligen Choreografie. Die „Landstrassler“ werden u.a. getragen von den Gruppen Linz City Group, Linzer Jungs, Südachse, Viking Linz, Commando Urfahr.
Vergangenen Sonntag (09.02.2025) trafen in Linz die beiden Stadtrivalen LASK und Blau-Weiß im ausverkauften „Stadion auf der Gugl“ aufeinander – es war das erst vierte Aufeinandertreffen in der österreichischen Bundesliga in diesem Jahrhundert. So spielte Blau-Weiß Linz oftmals niederklassiger. Erst ab der Vereinspleite von LASK (2012) kam es bis zur Rückkehr in die Bundesliga (2017) in Liga 2 wieder zum Stadtderby. Durch den Aufstieg von Blau-Weiß (2023) steigt das innerstädtische Kräftemessen seitdem wieder auf höchster Ebene.
Das 92. Linzer Derby war diesmal auch aufgrund der tabellarischen Situation spannend: Der FC Blau-Weiß Linz stand mit drei Punkten vor der Meister Playoffs Grenze, der LASK gleich dahinter unter dem „Strich“. Mit einem Heimsieg hätte LASK den Stadtrivalen vorerst aus dieser Playoff-Zone kegeln können.
Der Spieltag startete für beide Anhängerschaften im Zentrum. Während der Treffpunkt der Blau-Weiß-Fans um 13:00 am Musiktheater in der Nähe des Hauptbahnhofs lag und sich dort 1.200 Personen versammelten, trafen sich die LASK-Fans zu ähnlicher Zeit am zentralen Hauptplatz. Der harte Kern der LASK-Szene belagerte vorab schon ein Pub mit etwa 250 Leuten. Geprägt war das Stadtbild ansonsten von der sehr hohen Polizeipräsenz an allen zentralen Punkten und Ecken.
Lautstark ging es später für beide Fanlager auf in Richtung Stadion. Der Marsch des Linzer ASK startete am Hauptplatz, wo 1965 der letzte Meistertitel, samt Pokalsieg gefeiert wurde. Pyro untermalte die Szenerie sowie der Gesang „Schwarz und Weiß ein ganzes Leben lang, ein Leben lang nur in deinem Bann. Spieler kommen und sie gehen, der zwölfte Mann bleibt auf ewig stehn!“. Um die 2000 Fans schlossen sich dem Marsch an.
Im ausverkauften Stadion auf der Gugl leitete das Kollektiv der Schwarz-Weißen Fanszene das Spiel mit einer mehrteiligen Choreo zum 10-jährigen Jubiläum ein. Im ersten Teil gab es unten das Spruchband „Eine Dekade voll goldener Momente – auf ewig konserviert durch deren Fragmente!“ zu lesen, wo zusätzlich ein Landstrassler mit Fischerhut und Polaroid-Kamera (samt Blitz-Effekt) drei Fotos goldener Momente einfing, so dass die Bilder aus der Kamera in den Block wanderten.
Diese Szene wurde dann bei gleichbleibendem Spruchband durch eine große Blockfahne über die gesamte Tribüne abgelöst. Auf dieser waren mehrere Bilder rund um 10 Jahre Landstrassler abgebildet. Unter anderem ein ASK-Graffiti, ein Vorsänger samt Megafon, die Freundschaft Linz-Bern. Dieses Bild vollendete dann eine entsprechende 12 samt Lorbeerkranz, die sich ansprechend in das Gesamtbild einfügte.
Abschließende folgte der dritte Part der Choreo, wo das Spruchband durch ein „10 Jahre Landstrassler“ ausgetauscht wurde und es auf den Rängen ein Pappenmuster aus schwarzen und goldenen Pappen zu sehen gab, welche eine identische 12 samt Lorbeerkranz (im Landstrassler-Logo, wie bei der Blockfahne zuvor) ergab.
Auch im Gästeblock gab es eine Choreo seitens der Blau-Weiß Fans: Ein Spruchband „Die Farben unserer Stadt“ (inkl. Stadt- und Vereinswappen) sowie weiße und blaue Folienfahnen im Block, die erst gehalten und dann geschwenkt wurden. Hier stand das Stahlstadtkollektiv als Dachverband aller Fanclubs & Fans des FC Blau Weiß Linz, allen voran um die aktiven Gruppen Linzer Blauhelme, Linzer Pyromanen, Banda Azzura und Steelcity.
Unterstützt wurden beide Szenen zu diesem Derby auch von ihren Freunden: BSC Young Boys bei LASK. Jahn Regensburg, Stuttgarter Kickers und Rapid Wien derweil beim FC Blau-Weiß.
Begleitet wurde das Spiel vom gelegentlichen Einsatz von Pyro in den Fanblöcken. Erwähnenswert sei hier die Aktion im Gästeblock zur 70. Minute: Im Oberrang kam eine Reihe Bengalen über die gesamte Breite zum Einsatz und anschließend einige Blinker.
Nur wenige Minuten später folgte auf der anderen Seite der Banner: „Dressen nur in den Farben, die uns die Gründerväter gaben“, dazu 7 Fackeln im unteren, linken Teil der Landstrassler-Kurve. Es war ein Hinweis auf die „Initiative Schwarz-Weiss“ zum Erhalt der traditionellen Trikotfarben.
Auf dem Rasen sahen die Zuschauer ein torloses Remis, welches nichts an der vorherigen Tabellensituation änderte. Erwähnenswert sei hierbei, dass LASK trotz Überzahl die letzten 15 Minuten keine Chance auf den Derbysieg hatte. Die Entscheidung der roten Karte für Blau-Weiß Linz Kicker Simon Pirkl wurde via VAR gefallen. Diese löste keine Freude in der Heimkurve aus, stattdessen gab es Schmähgesänge gegen den VAR.
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