„Heut‘ ist kein echtes Derby“ – Warum das 344. Wiener Derby ohne Rapidfans stattfand …

Faszination Fankurve 19.02.2025 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Vergangenen Sonntag (16.02.2025) kam es zum 344. Wiener Derby. Auf dem Rasen war die sportliche Brisanz so hoch wie lang nicht mehr. Doch auf den Rängen fehlte diesmal etwas: Gästefans. 

Das Rennen um die Meisterschaft war in Österreich lange Zeit meist unspektakulär – ganze 10 Meisterschaften in Folge sicherte sich das vielerorts verachtete Red Bull Salzburg seit 2014. So glich die Meisterschaft von Sturm Graz in der vergangenen Saison einer Sensation.  Mit 2 Punkten Abstand zu Red Bull triumphierte man am Ende an der Tabellenspitze. In dieser Spielzeit sieht es noch romantischer aus, gleich mehrere Traditionsvereine kämpfen diesmal oben mit. Sturm Graz (37 Punkte) stand vor dem letzten Spieltag mit 3 Punkten Differenz zum Tabellenzweiten, Austria Wien, als Tabellenführer da. Rapid Wien (28 Punkte) hätte wiederum mit einem Derbysieg den Abstand nach oben verkürzen können. Es hätte ein Fussballfest werden können, wären da nicht die Nachwehen des letzten Aufeinandertreffens beider Stadtrivalen vom 22. September 2024 gewesen …

Wie Faszination Fankurve damals berichtete kam es nach Abpfiff der 343. Auflage des Wiener Derbys zu Ausschreitungen zwischen beiden Fanlagern. Das Ausmaß überraschte damals scheinbar sogar Involvierte, so bezog die aktive Fanszene der Violetten in den Tagen danach Stellung.

Die Aktion bringen ein bis heute noch anhaltendes Nachspiel mit sich. Es hagelte Stadionverbote für Fans beider Seiten und die Vereine einigten sich darauf, vier Derbys ohne Gästefans auszutragen. Übrigens kam es bereits am 25.02.2024 bei Rapid gegen Austria zu ähnlichen Szenarien, wie Faszination Fankurve hier berichtete.

Das erste dieser vier Derby fand nun vergangenen Sonntag bei Austria statt. Für den Gästeblock durften Freikarten verteilt werden und so kamen mit 15.300 Zuschauer gar mehr Leute ins Stadion, als zum vorherigen Derby bei Austria Wien. Damals (01.10.2023) waren nur 15.112 Fans zugelassen.

Am Zaun der Osttribüne gab es heute das Spruchband „Heut‘ ist kein echtes Derby“ zu sehen.

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Alle Zaunfahnen wurden aus Protest verkehrt herum aufgehangen. Dazu folgten über die ersten 20 Spielminuten auf das Spruchband „Ein echtes Derby lebt von:“  die ergänzenden Botschaften „Rivalität“, „Pyrotechnik“, „kreativem Kampf“, „aufgeheizter Stimmung und „Gegnern auf den Rängen“. Außerdem gab es auf der Osttribüne einige solidarische Grüße in Form von Spruchbändern in Richtung Stadionverbotler.

Auf dem Rasen konnte Rapid in der 30. Spielminute durch ein Traumtor von Mamadou Sangaré zunächst in Führung gehen. Zwei Tore von Austria-Spieler Dominik Fitz in der 41. und 47. Spielminute sorgten letztendlich aber für den Sieg der violetten Gastgeber. Bei Rapid sind es weiterhin 9 Punkte Abstand zum Tabellenführer aus Graz, während Austria nun punktgleich auf Platz 2 zu finden ist. Red Bull hingegen steht derweil mit 28 Punkten auf Tabellenplatz 5.

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