Vergangen Sonntag (23.02.2025) fand zum 175. Mal das „Veciti Derbi“ (übers. „Ewiges Derby“) in Belgrad statt. Ein Spiel, welches nahezu jedes Mal auf den Rängen einem Spektakel gleicht. Riesige stimmungswillige Fanblöcke mit martialischem Auftreten und beeindruckenden optischen Aktionen, faszinieren immer wieder weltweit Menschen.
32.610 Zuschauer, darunter 6.000 Fans von Partizan Belgrad, waren im Stadion Rajko Mitić zugegen und sahen auf dem Spielfeld nach 8 Minuten die erste Überraschung, konnten die Gäste in Führung gehen. Denn sportlich dominiert Roter Stern Belgrad diese Saison mal wieder die Liga – bereits über 21 Punkte Vorsprung zum zweitplatzierten Stadtrivalen sind nach gerade einmal 25 Spieltagen vorhanden.
Die Delije starteten in das Spiel mit einer Huldigung für den Turbofolksänger Dragan Kojic. Seit den 90er Jahren ist er sehr beliebt bei Fans und Spieler, die gerne seine Lieder singen und einen Teil seiner Melodien in die Kurve gebracht haben. Legendär auch der Slogan „Iza svakog ćoška vreba, Dragan kojić keba” (übers.“Hinter jeder Ecke lauert Dragan Kojic Keba”), welcher bis heute noch gerne gesungen wird. 
„Najjači smo najjači“ (übers. „Wir sind die Stärksten“) stand auf dem Spruchband. Dazu sah man auf der Nord (Sever) eine Blockfahne mit seinem Konterfei.
Dragan Kojic leitete dabei selbst während der Choreo den Support vom Anstimmer Podest aus an. Gesungen wurde sein Lied „Imao sam“ (übers.„Ich hatte“) und war zudem eine Provokation in Richtung Partizan und deren schlechten Spielergebnisse in jüngster Zeit.
Im Gästeblock sah man derweil eine Gedenkaktion für Vujovic Zoran in Form einer Blockfahne mit seinem Konterfei, dem Spruchband „Njegovo ime neka večno sja” (übers. „sein Name soll ewig erstrahlen“) sowie 8 Fackeln.Vujovic Zoran verstarb am 21. Februar 2008 in Belgrad. Nachdem in Kosovo das Parlament die Unabhängigkeitserklärung beschloss, kam es in der serbischen Hauptstadt zu schweren Protesten. Unter anderen wurde dabei die amerikanische Botschaft gestürmt und ein Feuer gelegt. In dieser Szenerie verstarb Zoran Vujovic. Der Partizan-Anhänger hatte eine besondere Verbindung zum Konflikt, musste er als Kind zusammen mit seiner Familie während des Kosovo-Kriegs aus der Region flüchten.
Am 21.02.2025 jährte sich sein Tod. Auch während des Spiels war wie üblich seine Fahne mit dem Konterfei zentral im Zaunfahnenbild zu finden. Der Wortlaut des Spruchbands kommt ursprünglich aus dem Lied der Grobari: „Tausend Grobari und Hooligans, werden ihr Leben für Partizan geben. Für den Meister, des gesamten Landes, für die Schwarz-weißen. Partizan lieben die nur die Helden, die Helden aus dem stolzen Serbien, sein Name soll ewig erstrahlen, lang lebe Partizan und die Mutter Serbien!“.
Die Grobari trafen sich am Spieltag an seinem Todesort. In einem Marsch (samt Schwenker mit seinem Konterfei) zogen die Grobari dorthin und zündeten Kerzen für ihn an. Ein Graffiti soll an der Stelle stets an ihn erinnern.
In der Heimkurve, die augenscheinlich von ihren Freunden von Olympiakos Piräus (u.a. hing die Zaunfahne der Gate 7 Sektion aus München) und Spartak Moskau zahlreich unterstützt wurde, gab es außerdem ein Spruchband anlässlich des 25. Jubiläums der Gruppe „Belgrade Boys Red Star“, einem wichtigen Teil der Delije.
Auf dem Spruchband war übersetzt zu lesen: „Auf deinem Asphalt bin ich ein Mann geworden. All deine Viertel und deine Straße erinnern sich gut an all unsere Siege. 25 Jahre Belgrade Boys Red Star“. Dazu gab es einen kleinen „25“ Überhänger über der Fahne der Gruppe zu sehen.

Begleitet wurde das Spiel von allerhand Pyroshows. Vor allem in der Heimkurve gab es gleich mehrere riesige Aktionen dieser Art zu bestaunen.

Die Grobari im Gästeblock verbrannten außerdem einige geklaute Fan-Utensilien.

Das Spiel endete mit einem 3:3. Im letzten Moment des Spiels konnten die Gäste durch einen VAR-Elfmeter noch den Ausgleich erzielen. Somit beträgt der Abstand in der Tabelle zwischen beiden Rivalen weiterhin 21. Punkte. (Faszination Fankurve, 27.02.2025)
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