Vergangenen Sonntag stand das 160. „Večni derbi“ und Duell der beiden größten Fanszenen Sloweniens an. Viole Maribor 1989 auf der einen Seite und die Green Dragons 1988 aus der Hauptstadt gegenüber im Gästeblock. Viole Maribor mobilisierte vorab in der eigenen Stadt mittels Plakate für dieses bedeutsame Spiel.
Green Dragons organisierten einen Sonderzug, der mit einer halben Stunde Verspätung um 14 Uhr in Maribor ankam. Von dort eskortierte sie massig Polizei inkl. Pferdestaffel. Auch ein Hubschrauber war in der Luft. Auf dem Weg zum Stadion wurde allerhand Pyro gezündet und Lärm gemacht, ehe es im Stadion erstmal still blieb.
Grund dafür war eine gemeinsame Protestaktion der Green Dragons und Viole Maribor. Das bedeutete 30 Minuten Schweigen und Verzicht auf Gruppenmaterialien. Spruchbänder verdeutlichten den Protest. Bei den Gästen las man: „Schweigen sagt mehr als tausend Worte …“ und man trug Masken mit Gesicht des Innenministers Boštjan Poklukar samt Schweinenase. Von Heimseite wurde derweil verkündet: „Die Politiker bestehlen gerne das Volk, behandeln uns aber als das größte Scheißproblem.“
Hintergrund ist eine Änderung des Gesetzes über die Aufgaben und Befugnisse der Polizei. Gewalt wird bei Sportveranstaltungen nun strenger bestraft. Unter anderem ist es nun möglich, ein fünfjähriges Stadionverbot für Gewalttaten bei Sportveranstaltungen zu verhängen sowie höhere Geldstrafen. Zu den Voraussetzungen für die Verhängung eines Verbots gehören nach der Änderung auch Straftaten mit Sprengstoffen und pyrotechnischen Gegenständen. Die Bußgelder für die Nichteinhaltung des Verbots werden von 2.000 € auf 5.000 € erhöht. Reiseverbote zu Sportveranstaltungen wurde außerdem auf den Besitz von gefährlichen Gegenständen ausgedehnt.
Nach Beendigung des Streiks zeigte Viole eine Blockfahne und Spruchband „Olimpija ist ein Arschloch“. Die Zaunfahnen wurden nun auch aufgehängt.
Mit dabei waren auch mit Fahne die Freunde vom BFC (Eating Babies) und Mezza Lyon. Green Dragons wiederum wurde von Freunden aus Warszawa unterstützt. Seit einigen Jahren besteht eine gut gepflegte Freundschaft zwischen Green Dragons und den Kibice von Olimpia Warszawa, einem Siebtligist, dessen Anhängerschaft eine von vielen Sektionen von Legia darstellt. Im Auswärtsblock wartete man bis zur 60. Minute mit ihrer Choreo. Gezeigt wurden Schwenkfähnchen mit Balkenmuster samt Pyro, wovon vereinzeltes auf dem Spielfeld landete.
Auch Viole zeigte im Verlauf der zweiten Halbzeit eine Pyroshow und fackelte dazu Materialien von Olimpija ab. Es folgte eine Blockfahne, mit dem Gruppenlogo, Schalparade und abermals eine Pyro-Einlage.
Angesichts der sich abzeichnenden Niederlage ging der Gästeblock mehr und mehr in den Pöbelmodus über und es Sitzschalen. Die Provokationen mit den benachbarten Maribor Fans nahmen bis Ende des Spiels eher zu.
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