Schon wieder sorgt das Fluchttor im Bochumer Gästeblock für Diskussionen und einen verspäteten Anpfiff. Als Reaktion auf die Vorgänge verließ die aktive Frankfurter Fanszene den Gästeblock noch vor Spielbeginn. Faszination Fankurve blickt auf die 3 Spiele, in denen es im Bochumer Gästeblock wegen des Fluchttors Ärger gab.
Nicht zum ersten Mal sorgt ein Fluchttor im Bochumer Gästeblock für Ärger. Im September 2023 waren es die Fans aus Mönchengladbach, die das erste Mal Probleme mit den Bochumer Sicherheitsbehörden hatten. Zunächst hielt man die Durchsage des Stadionsprechers, das Spiel wegen überhangener Fluchttore nicht anzupfeifen, für einen Scherz bzw. den pro-forma notwendigen Sicherheitshinweis, doch die Spieler blieben in der Kabine und die Ordnerpräsenz im Innenraum größer. Auch hier wurde diskutiert, der Anpfiff verzögerte sich um 10 Minuten und schlussendlich packten die Gladbacher ihre Zaunfahnen, verzichteten in der Folge aus Protest auf einen aktiven Support und verließen den Block.

„Um den Bochumer Verantwortlichen rund um Feuerwehr, Ordnungsdienst und letztendlich auch Schiedsrichter, … , wenigstens noch symbolisch den Mittelfinger zu zeigen, wurden die mitgebrachten Rauchtöpfe noch im Innenraum und auf dem Spielfeld entsorgt. Dass in der Folge eine Werbebande und der Koffer eines Fotografen in Brand geraten und das Kommunikationsversagen der Bochumer Feuerwehr letztlich zum Einsatz eben jener führte, ist natürlich Ironie des Schicksals und war in der Form selbstverständlich nicht beabsichtigt“, heißt es im Spielbericht der Gladbacher Blockflöte.

Im Januar 2024 dauerte es bis zur Halbzeitpause, als den Behörden auffiel, dass die Stuttgarter das Fluchttor mit ihren Zaunfahnen überhangen hatten. „Feuerwehr und Ordnungsamt schienen sich an unserer Ultras- sowie Cannstatter Kurve-Zaunfahne zu stören, da diese angeblich Fluchttore blockierten. Um es an dieser Stelle nochmal ganz deutlich zu sagen: Die Tore ließen sich jederzeit öffnen und bereits vor dem Spiel wurde das mit Feuerwehr, Ordnungsdienst und Fanbetreuung des VfL Bochum getestet, ohne das diese etwas an der Situation störend oder die Sicherheit beeinträchtigend empfanden.“ Das Spiel wurde zunächst nicht wieder angepfiffen und für 40 Minuten unterbrochen. Nach langen Diskussionen zeigten sich schließlich Vertreter der Stadt Bochum irgendwann einsichtig und erkannten, dass das Tor trotz angebrachter Zaunfahne ausreichend geöffnet werden konnte, sodass das Spiel wieder angepfiffen wurde.

Nun waren es am vergangenen Sonntag die Frankfurter, die sich mit den Sicherheitsbehörden auseinandersetzen mussten. Um ganze 50 Minuten verzögerte sich diesmal der Anpfiff, und wieder drohte das Spiel abgesagt zu werden. Was war passiert? Im Vorfeld hieß es in der Fan-Info, dass sich die orangenen Fluchttore im Steh- und Sitzplatzbereich zu jederzeit und vollumfänglich öffnen lassen müssen. Streitpunkt war diesmal u.a. die „Ehre der Gruppe Stadionverbot“-Zaunfahne, die über einem der Fluchttore in erster Reihe hing und auf Anweisung der Ordner mehrmals verrückt werden sollte. Auch bei anderen Zaunfahnen, die in zweiter Reihe über den Fluchttoren angebracht waren, gab es Probleme, obwohl sich die Tore öffnen ließen. Hier sollten die Fahnen nicht über dem Tor, sondern nur am Tor befestigt werden. Die Feuerwehr ließ erst gar nicht mit sich reden. Trotz Angebot ließ sie sich nicht darauf ein, Tests durchzuführen, ob sich die überhangenen Tore öffnen lassen, und schaute sich die Gegebenheiten damit erst gar nicht an. Nach etlichen Gesprächen mit Funktionären und Offiziellen entschieden sich die Frankfurter schließlich dazu, die Zaunfahnen wieder abzuhängen und den Block zu verlassen. Eine Spielabsage bzw. Wertung gegen die Eintracht am grünen Tisch sollte so verhindert werden.
Aus Protest hingen auch die Bochumer Gruppen Ultras Bochum und RSK ihre Zaunfahnen ab und verzichteten in der Folge auf Support.


Wie der VfL Bochum bereits im Januar 2024 in einer Mitteilung an Faszination Fankurve erklärte, achten die Sicherheitsbehörden seit dem Sommer 2023 verstärkt darauf, dass das Sicherheitskonzept im Ruhrstadion eingehalten wird und Fluchtwege freigehalten werden.
Die Bochumer betonen, dass sie den Gästefans so viel Platz wie möglich für ihre Zaunfahnen zur Verfügung stellen möchten, allerdings an die Vorgaben der Behörden gebunden sind. Bei Nichteinhaltung drohe dem VfL ein hohes Bußgeld. Darüber hinaus stehe die Sicherheit der Zuschauer natürlich an erster Stelle, was auch bedeutet, dass Fluchttore freigehalten und unproblematisch geöffnet werden müssen. (19.03.2025, Faszination Fankurve)
0 Kommentare