Angriff auf Tankstelle, Fanmarsch, Choreos & Tumulte bei Leipziger Pokalderby

Faszination Fankurve 24.03.2025 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Gestern (23.03.2025) trafen im Rahmen des Sachsenpokal Viertelfinales die beiden Rivalen Chemie und Lok Leipzig im Alfred-Kunze-Sportpark aufeinander. Bereits zwei Abende zuvor kam es zu einem Angriff von Lok Fans. Am Spieltag folgten Märsche zum Stadion und auf den Rängen zeigten beide Seiten Choreografien. Nach Abpfiff gab es zudem Tumulte. Faszination Fankurve berichtet vom 113. Leipziger Derby.

Die Tage vor dem Spiel wurde seitens der jeweiligen Fanlager genutzt, um die Öffentlichkeit auf das Spiel vorzubereiten. So plakatierten die Chemie-Fans Ankündigungsplakate, die auf das Spiel hinwiesen.

Die Lok-Fans hingegen gestalteten zahlreiche S-Bahn-Haltestellen-Schilder um bzw. ergänzten diese mit Sprüchen. Auf dem Schild am Markt hieß es „Lok ist die Stadt!“, am Bayrischen Bahnhof „Arbeiter, Assis und ´nen paar Akademiker – alle auf zur Loksche!“, in Leutzsch „Königreich der Lügen“, oder in Plagwitz „Raven gegen Leutzschland“.

In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es zu einem Angriff von einer großen Gruppe Lok Fans auf eine Tankstelle. Vor dieser, welche sich wenige Hundert Meter entfernt vom Alfred-Kunze-Sportpark befindet, lokalisierten die Lok Fans eine Gruppe von 8 Frauen und Männern, die man dem Grün-Weißen Fanlager zuordnete. Vier Personen erlitten leichte Verletzungen und wurden in den umliegenden Krankenhäusern behandelt. Im Rahmen einer auf den Angriff hin eingeleiteten Bereichsfahndung stellte die Polizei vier tatverdächtige Personen und leitete Ermittlungen wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung ein.

Am Spieltag traf sich ein Teil der Gästefans auf dem Leipziger Marktplatz, von wo aus es mit der S-Bahn weiter nach Leipzig-Leutzsch ging.

Auch die Heimseite mobilisierte für einen Fanmarsch. Ab dem Leutzscher Rathaus liefen rund 2.000 Chemiefans zum ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark (4.999 Zuschauer, darunter 700 Gästefans).

Dort gab es dann zum Einlaufen der Mannschaften Choreografien in den Fanblöcken: Auf dem Leutzscher Norddamm erblickte man über 50 überdimensionierte Exemplare verschiedener Schals sowie in Anlehnung an einen Fangesang den Spruch „und wir halten zusammen“ an dem Zaun. Auf dem „Gruppo Anti Lok“-Schal (Mottoschal von 2014 anlässlich des Derbys bei der Zweitvertretung von Lok) war zudem eine gelbe Sturmhaube angeklebt. 

Im Gästeblock sah man ein ikonisches Bild von Uwe Zötzsche, was nach dem Halbfinalspiel gegen Girondins Bordeaux 1987 entstand. Dies wurde am Auffangnetz nach oben gezogen und mit dem Spruch „keine Kompromisse“ ergänzt. Garniert wurde die Aktion mit gelbem Rauch und Papptafeln in zwei verschiedenen Gelbtönen.

Als die Sicht der Gästefans noch vom gelben Rauch verdeckt war, flog eine Leuchtspur in den Gästeblock und parallel dazu traf auf dem Rasen die Gastmannschaft nach nur 17 Sekunden zur Führung. Gleiches Bild nach Wiederanpfiff. Abermals gelang den Blau-Gelben innerhalb weniger Sekunden der zweite Treffer. Durch ein Eigentor in Minute 66 konnten die Chemiker den Anschluss erzielen und das Stadion kochte nochmal auf. Doch die Spannung hielt nur einige Minuten, ehe die Gäste in den Spielminuten 80 und 86 die Führung auf 3:1 bzw. 4:1 ausbauten. Das 113. Derby gewann also Lok Leipzig und sicherte sich damit den Einzug ins Halbfinale des Sachsenpokals.

Während die Lok Spieler gefeiert wurden, entstanden im Heimbereich Tumulte mit der Polizei sowie Angriffsversuche auf den Gästeblock. Später folgten auch seitens der Gästefans Ausbruchversuche in Richtung Heimseite.

(Faszination Fankurve, 24.03.2025)

Mehr zu dem Spiel in einer der kommenden 45° Kurvenheft-Ausgaben.

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