Nach dem Rückzug von Türkspor Dortmund im März aufgrund finanzieller Schwierigkeiten stehen nun auch der KFC Uerdingen und der 1. FC Düren vor massiven Problemen.
Dass die Regionalliga West aus wirtschaftlicher Sicht ein schwieriges Pflaster ist, dürfte längst bekannt sein. Sponsoring-Einnahmen sind gering, Fernsehgelder gibt es nicht. Hinzu kommen zahlreiche Partien gegen wenig attraktive Zweitvertretungen, die kaum Zuschauer in die Stadien locken – entsprechend bleiben auch die Ticketeinnahmen überschaubar.
Demgegenüber stehen hohe Anforderungen und Lizenzauflagen des Westdeutschen Fußballverbands (WDFV), die für die Vereine enorme Kosten verursachen.
Die Regionalliga West ist eine Liga, die man möglichst schnell in Richtung 3. Liga verlassen möchte – nicht nur aus sportlicher, sondern vor allem aus finanzieller Sicht. Oder, wie es schon mehrfach vorgekommen ist, eine Liga, der man nach dem Aufstieg aus der Oberliga lieber direkt fernbleibt und auf sein Aufstiegsrecht verzichtet, weil die wirtschaftlichen Herausforderungen schlicht zu groß sind.
Türkspor Dortmund musste diese bittere Erfahrung nach dem Aufstieg in der vergangenen Saison machen. Um einer drohenden Insolvenz zu entgehen, zog der Verein die Mannschaft noch während der laufenden Spielzeit aus dem Wettbewerb zurück.

Auch der KFC Uerdingen, einst Bundesligist und DFB-Pokalsieger, kämpft seit Jahren mit massiven finanziellen und strukturellen Problemen. Inzwischen befindet sich der Klub bereits im fünften Insolvenzverfahren seiner Vereinsgeschichte. Für die aktuelle Saison bedeutet das einen Abzug von neun Punkten – die Krefelder rangieren damit auf dem letzten Tabellenplatz. Ob der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann, ist offen.
Windige Berater, dubiose Investoren und inkompetente Vereinsfunktionäre haben den KFC in eine fast ausweglose Lage gebracht. Zwar hält die aktive Fanszene rund um die Ultras Krefeld weiterhin treu zu ihrem Klub und stemmt sich gegen die anhaltenden Missstände, doch sie scheint dem kollektiven Versagen der Verantwortlichen machtlos gegenüberzustehen. Vorerst jedoch wird der Spielbetrieb aufrechterhalten, und die Mannschaft kämpft weiter um den Klassenerhalt.
Auch der 1. FC Düren, ein 2017 gegründeter Fusionsverein, der 2022 mit großen Ambitionen in die Regionalliga aufgestiegen war, musste Insolvenz anmelden. Nach Bekanntgabe der Verfahrenseröffnung kündigten sämtliche Spieler der ersten Mannschaft ihre Verträge. Der Spielbetrieb wird nun vorübergehend mit Akteuren aus der zweiten Mannschaft aufrechterhalten. Die Fans der Dürener machten beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach II mit einer aus den Stadien der Bundesliga bekannten Protestaktion auf die Krise aufmerksam: Beim Einlaufen der Teams fuhr ein ferngesteuertes Auto über den Rasen, auf dem eine schwarze Rauchbombe gezündet wurde. Begleitet wurde die Aktion von einem Spruchband mit der Aufschrift: „Ein schwarzer Tag für Düren.“Auch Düren werden neun Punkte abgezogen und der Kampf um den Klassenerhalt dadurch deutlich erschwert.
Doch nicht nur kleinere Vereine kämpfen ums Überleben in der Regionalliga. Auch in Duisburg ist man sich bewusst, dass ein längerer Verbleib in dieser Spielklasse finanziell kaum zu stemmen wäre. Bereits im November machten im Ruhrgebiet Gerüchte über eine drohende Zahlungsunfähigkeit des MSV Duisburg die Runde. Die befürchtete Finanzlücke konnte im Winter jedoch durch eine sogenannte „Geberrunde“ aus Stadt und Sponsoren geschlossen werden, sodass in dieser Saison keine weiteren Probleme zu erwarten sind. Da die Zebras aktuell mit komfortablem Vorsprung an der Tabellenspitze stehen, dürfte sich die Regionalliga-Thematik für die Duisburger vorerst erledigt haben.
All diese Beispiele zeigen deutlich: Die Regionalliga West befindet sich in einer schweren Schieflage. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Sowohl die Teilnahme von Zweitvertretungen als auch die hohen Auflagen des Verbands gehören dringend auf den Prüfstand.
(Faszination Fankurve, 07.04.2025)
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