Um gegen die immer häufiger und intensiver auftretenden Verbandsstrafen zu protestieren, formierte sich bereits im November 2023 ein Kreis aus Vertretern diverser ostdeutscher Fangruppen. Ausgehend vom Bereich des NOFV, weitete sich der Protest nun auf das gesamte Bundesgebiet aus. An zwei aufeinanderfolgenden Aktionsspieltagen, die alle Ligen umfassten, gingen nun die Fankurven in die Offensive und setzten ein deutliches Zeichen in Richtung Verbände: Verbandsstrafen abschaffen. Zudem informierte man an vielen Standorten über die konkreten Forderungen, wie bspw. in Jena und München. (Faszination Fankurve, 24.11.2025)

So heißt es auf der Internetpräsenz der Kampagne: „Mit zwei aufeinanderfolgenden Aktionsspieltagen gingen die Fankurven der gesamten Republik in die Offensive und setzten ein deutliches Zeichen in Richtung Verbände: Verbandsstrafen abschaffen!
Erstmals beschränkten sich die Aktionen nicht mehr nur auf den Osten des Landes, sondern erstreckten sich über das gesamte Bundesgebiet und machten eindrucksvoll deutlich, wie groß der Rückhalt hinter dieser Forderung ist. So waren deutschlandweit in den Stadien mindestens Spruchbänder mit der gemeinsamen Forderung zu sehen. Vielerorts setzte man darüber hinaus mit kreativen und entschlossenen Ausdrucksformen auf eine klare und vielfältige Kommunikation der Kritik.“
An vielen Standorten informierte man über die Kampagne, wie bspw. in Jena, wo man per Flyer für die eigene Fanszene die Forderung deutlich machte.

Auch die Südkurve München bezog in diesem Monat Stellung zur „Verbandsstrafen abschaffen“-Kampagne.
Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme der Südkurve München:
[grau]Strafen zünden nicht – Verbandsstrafen abschaffen!
Was im November 2023 in Jena losgetreten wurde und über die Monate immer weiter Kreise gezogen hat, ist nun auch bei uns angekommen.
Auf mittlerweile bundesweiter Ebene fordern auch wir eine konsequente Abschaffung der verbandsrechtlichen Bestrafung des Einsatzes von nicht missbräuchlich verwendeter Pyrotechnik und deren sofortige Aussetzung.
Wir kritisieren im Detail, dass
-die Bestrafungen zusehends wirtschaftliche Probleme für die betroffenen Vereine (explizit, aber nicht nur in der 3. und 4. Liga) mit sich bringen und die Wettbewerbsfähigkeit verschlechtern
-die Vereinsverantwortlichen mittels Lizenzvereinbarungen zur Annahme der sportgerichtlichen Sanktionspraxis gezwungen werden und dadurch aufgrund aufkommender Interessenkonflikte ein Keil durch die Vereine getrieben wird
-sich durch die Entwicklung der Strafen/Strafzahlungen die Wahrnehmung und Bewertung von Pyrotechnik insofern verändert hat, dass der positive Einfluss auf die Atmosphäre in den Stadien oder der nicht vorhandene Einfluss auf das Spielgeschehen keine Beachtung findet
-die Verbände in ihrer Praxis ein zunehmendes Sicherheitsempfinden beim Einsatz von Pyrotechnik und ausbleibende Verletztenzahlen ignorieren
-die Erkenntnisse, wonach die in den letzten Jahren stetig zugenommene Bestrafung von Pyrotechnik nicht zu einer Verringerung des Einsatzes geführt hat, keinerlei Berücksichtigung bei den Verbänden gefunden hat
-eine Umlage der Strafen auf vermeintliche Verursacher zu Ermäßigungszwecken auf Grund einer damit einhergehenden Doppel- bzw. Dreifach-Bestrafung nicht vertretbar ist
Es ist an der Zeit, dass ein Umdenken innerhalb den Verbänden stattfindet und diese sich nicht mehr durch fest eingeplante Strafen finanzieren.
Die Strafenpolitik der Verbände muss eine grundlegende Veränderung erfahren und die Interessen der Basis unseres Sports in angemessenem Umfang berücksichtigt werden.
In Folge 15 des „Gegen den Strom“-Podcast gab es zuvor bereits ein Interview mit einem Vertreter der „Verbandsstrafen abschaffen – Strafen zünden nicht“-Kampagne.
(Faszination Fankurve, 24.04.2025)
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