Vergangenen Sonntag trafen in der österreichischen Hauptstadt Rapid Wien und Sturm Graz aufeinander. Auf den Rängen wurde zu diesem Klassiker einiges geboten. Spieler und Hooligans wurden verabschiedet, andere optische Aktionen wie Choreos und Pyro gab es ebenfalls zu sehen. Auf dem Rasen sah man derweil eine kleine sportliche Überraschung, die die Tabellensituation somit einen Spieltag vor Ende spannender denn je macht.
Mit einem Sieg hätten die Schwarz-Weißen vergangen Sonntag die Meisterschaft im Stadion von Rapid Wien feiern können. Doch die Grün-Weißen auf dem Rasen lieferten einen starken Auftritt ab und sorgten mit dem 3:1 Sieg dafür, dass Sturm Graz nicht vorzeitig die Meisterschaft bejubeln durfte.
Eines der drei Tore erzielte Publikumsliebling Guido Burgstaller, der nach Saisonabschluss mit 36 Jahren seine Karriere beenden wird. Der Block West feierte den Spieler schon vor Anpfiff nochmal ordentlich samt Spruchbänder und Geschenkübergabe. Selbst aus dem Gästeblock gab es Applaus.


Während der Partie gab es von beiden Fankurven mit optischen Aktionen.
Im Gästeblock startete man ins Spiel mit einer interessanten und mehrteiligen Choreografie. So knüpfte man an eine Lottokugel-Choreo der Wiener von Saisonbeginn an und hielt der Heimseite mit einer Blockfahne vor Augen, dass die mögliche 33. Meisterschaft nichts mehr wird, jedoch für Sturm Graz hingegen der erst 5. Meistertitel zum Greifen nah ist. Die Blockfahne war zudem an ein berühmtes Motiv des Streetart-Künstlers Banksy angelehnt.



Im Block West gab es zur 15. Spielminute ein mehrteiliges Spruchband anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der Hoolgruppe „Wiener Schlägerknaben“ inklusive Pyro. Zugleich löste sich das WSK in diesen Tag auf. Auf dem Spruchband sah man jedenfalls die Namen der Gegner aus den letzten Jahren sowie das die Botschaft „15 Jahre kein Gegner zu stark – keine Stadt zu weit – WSK Hooligans“.


Selbst die Gästefans zeigten ein Spruchband und zündeten eine Fackel zu Ehren der WSK.

Spruchbänder gab es heute allgemein einige. Die Tornados positionierten sich mit einer Tapete gegen verschärfte Einlassbedingungen.

Eine andere stichelte gegen einen Schreibfehler in einer Choreo der Grazer von vor wenigen Wochen.

Bei den Lords gab es ein Spruchband zum Abschied eines Verstorbenen. Außerdem zündete man zu Wiederanpfiff hinter einem „Lords Rapid“-Banner massig Rauch in Orange.

26.000 Zuschauer waren im ausverkauften Stadion zugegen. Darunter auch deutlich mehr Fans aus Graz als gewöhnlich. Einige Schwarz-Weiße deckten sich mit Tickets für den Heimbereich ein.
Sportlich gelang Rapid mit einem 3:1 Sieg eine kleine Überraschung. Und hat sich damit nun doch noch mit ins Spiel um die Qualifikation für die Conference League gebracht.
Im Rennen um die Meisterschaft geht es auch noch extrem spannend zu. Ein Spieltag vor Schluss steht Sturm Graz mit 39 Punkten an der Tabellenspitze. Gefolgt von Austria Wien und dem Wolfsberger AC. Beide Teams verfügen über 36 Zähler und können somit ebenfalls noch Meister werden.
Am Samstag kommt es zum Spitzenspiel zwischen Sturm Graz und Wolfsberg. Ein Unentschieden würde reichen, um die Meisterschaft vor heimischer Kulisse zu zelebrieren. Im Falle einer Niederlage, könnte Austria Wien der große Gewinner des Spieltages sein, sofern diese parallel daheim gegen Linz einen Sieg einfahren. Falls sowohl Sturm Graz als auch Austria Wien am Samstag verlieren, dürfte der Wolfsberger AC sich über die erste Meisterschaft in der Vereinsgeschichte freuen. Vor wenigen Tagen holten die Wolfsberger bereits den ÖFB-Cup in die gerade einmal 25.000 Einwohner große Kleinstadt.
(Faszination Fankurve, 20.05.2025)
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