Erneut muss sich der Grasshoppers Club aus Zürich der Abstiegsrelegation stellen und kann dabei nicht auf den „Heimvorteil“ zurückgreifen. Wegen einem Konzert im Letzigrund muss das heutige Hinspiel über 200 km entfernt von Zürich stattfinden. Sowohl der Sektor IV als auch die Szene Aarau haben bereits Ankündigungen veröffentlicht.
Bereits in der vergangenen Saison endete die Saison für den Grasshoppers Club in der Abstiegsrelegation. Die Hoppers siegten gegen den FC Thun und bewahrten somit die Erstklassigkeit. Auch in diesem Jahr steht für GC die Relegation an.
Es ist wahrlich keine leichte Zeit für den Schweizer Rekordmeister. Nachdem der einstige Investor, die Crédit Suisse, 2023 Pleite ging, stieg eine amerikanische Investoren Gruppe in den Verein ein. Die sportlichen Erfolge bleiben seitdem weiterhin aus. Auch hat der Verein mit einer schwindenden Identifikation in Zürich zu kämpfen. Der GC-Campus befindet sich seit 2005 in Niederhasli. Auch den Hauptsitz des Vereins verlegte man damals in das Zürcher Unterland – immerhin ist damit nun Schluss. Seit Anfang des Jahres legte man die Geschäftsstelle des Vereins wieder zurück nach Zürich, womit man die lokale Verankerung des Vereins wieder stärken wolle.
Eine weitere, nicht endende Baustelle ist die Stadionsituation. Der Hardturm, die einstige Spielstätte des Grasshoppers Club, wurde 2008 abgerissen. Seitdem hat sich wenig getan, noch immer muss der Club die Heimspiele im unbeliebten Letzigrund austragen. Sowohl GC als auch der FC Zürich teilen sich seit vielen Jahren ein Stadion. Ein Neubau des Hardturms ist zwar ständig Thema, ein Baubeginn ist noch immer nicht in Sicht.
Neben den beiden Clubs werden im Letzigrund auch andere Sportveranstaltungen oder Konzerte ausgetragen. Der Belegungsplan des Letzis ist also extrem voll und so kommt es gelegentlich vor, dass die Vereine in andere Städte ausweichen müssen. Der FC Zürich musste z.B. in der Europacup Saison 22/23 nach St. Gallen ausweichen.
Das Relegationsheimspiel der Grasshoppers am heutigen Dienstag kann wegen einem Konzert der Band Imagine Dragons nicht im Letzigrund ausgetragen werden. Im näheren Umkreis sagten sämtliche Alternativen ab und so muss die Partie heute im 200 km entfernten Lugano stattfinden.
Der Sektor IV hat nun eine Ankündigung mit dem Motto „Barrage im Exil vom Exil“ veröffentlicht, eine Anspielung an das Letzigrund, welches trotz jahrelanger Nutzung weiterhin als Exil bezeichnet wird.

In einem Extrazug geht es in den italienisch sprechenden Süden der Schweiz. Abfahrt hierfür ist um 16:21 am Züri HB. Im Stadion platziert man sich auf der Südseite.
In Aarau ist man heiß auf die Rückkehr in die Super League – 2015 stieg man in die Challenge League ab. Das Rückspiel am Freitag in Aarau ist bereits restlos ausverkauft und auch die 1.200 Tickets für den Gästeblock in Lugano sind schon vergriffen. Über 20 Busse sind gemietet, eine riesige Bus-Kolonne wird sich heute aus dem Kanton Aargau gen Tessin bewegen. Treffpunkt ist um 15:00 am eigenen Stadion. Neben einigen Hinweisen für die Fahrt, wird in der Ankündigung der Szene Aarau auch ein Dresscode vorgegeben:
[grau]Weisse Reebok
Blaue Jeans
Rotes Shirt
Schwarze Badge TNF Jacke
FCA Schal
In der Schweiz nennt man die Spiele der Abstiegsrelegation „Barrage“, abgeleitet aus dem Französischen. Während der Letztplatzierte der Super League und der Erstplatzierte der Challenge League direkt auf- und absteigen, tragen der Vorletzte bzw. Zweitplatzierte der jeweiligen Ligen zwei Relegationsspiele gegeneinander aus.
Für weitere Information zu GC Zürich sowie der Schweizer Fankurven im Allgemeinen, gibt es einen ausführlichen Bericht in der 2024 veröffentlichten Erlebnis Fussball #90/91.
(Faszination Fankurve, 27.05.2025)
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