Der Tod von Rapper Xatar wurde vielerorts mit Erschütterung aufgenommen – er wurde nur 43 Jahre alt. Die Trauer um seinen Tod war und ist groß. Sogar aus den Fankurven gab es Trauerbekundungen. Die Szene in Bonn, wo Xatar lange Zeit lebte, widmete ihm gar eine kleine Choreo und berichtet über den Hintergrund dazu. (Faszination Fankurve, 05.06.2025)

In der Nacht vom 08. auf den 09. Mai verstarb der Rapper Xatar (bürgerlich Giwar Hajabi) in seiner Wohnung. 1981 im Iran mit kurdischer Abstimmung geboren, lebte Xatar seit 1985 in Bonn und prägte dort mit seiner Musik ganze Generationen.
Bekannt war er nicht nur für seine Musik. Durch einen Banküberfall aus dem Jahr 2009 wurde Xatar international bekannt. Gold im Wert von über 1,7 Millionen Euro wurden damals entwendet und sind bis heute nie aufgetaucht. Xatars anschließende Flucht über Moskau in den Irak, war ebenfalls Schauspielreif. Basierend auf seinem autobiographischen Roman „Alles oder Nix“ wurde das Leben des deutschen Rappers und Musikproduzenten in dem Film „Rheingold“ dann auch verfilmt. Der Spielfilm von Fatih Akin erschien 2022.
2011 wurde er wegen des Goldraubs zu 8 Jahren Haft verurteilt. Durch gute Führung, wurde Xatar nach bereits vier Jahren aus dem Gefängnis entlassen. In dieser Zeit startete er seine Karriere als Produzent.
Xatar entwickelte seinen eigenen Rap Stil und wurde zu einer festen Größe der Deutschrap-Szene. Vor allem wegen seiner Bodenständigkeit wurde Xatar von vielen geschätzt. Seiner Beisetzung wohnten über 1.000 Personen bei.
So überrascht es auch nicht, dass mehrere Fankurven wie Köln, Kiel oder St. Pauli mittels Spruchbänder dem Rapper gedachten.

In Bonn, wo Xatar lebte, gab es sogar eine kleine Choreografie samt Fackel. Zu dieser Aktion erreichten uns vom Bonner Block A folgende Worte:
[grau]„Die Nachricht verbreitete sich am Morgen des 9. Mai wie ein Lauffeuer. Xatar wurde gestern Nacht tot in seiner Wohnung aufgefunden. Realisieren konnte es zu diesem Zeitpunkt noch niemand so richtig und noch heute fühlt sich der Gedanke falsch an, dass Xatar nicht mehr lebt. Für uns war als Gruppe schnell klar, dass wir Xatar auch auf unsere Weise im Stadion ehren wollen. Zwar wies Xatar keinen spezifischen Bezug zum Verein Bonner SC auf, doch sind wir als Gruppe mehr als nur Fußballfans. Wir sind Bonner. Xatar prägte wie kaum ein anderer in den letzten Jahrzehnten das Selbstverständnis der Jugendlichen in Bonn. Er repräsentierte unsere Stadt im Deutschrap wie kaum ein anderer vor ihm. Jedem aus der Gruppe kamen schnell Erinnerungen, die mit seiner Musik verknüpft sind. Ob der erste Joint, das erste Probetraining beim Sport oder auch einfach nur einer dieser Abende, wo man mit Freunden die Zeit vergisst und über Gott und die Welt philosophiert, irgendwie war Xatar durch seine Musik dabei. Auch uns als Gruppe begleitete Xatar auf diese Weise, indem seine Musik regelmäßig an unseren Treffpunkten und auf unseren Auswärtsfahrten aus den Musikboxen erklang.
Seine Person verdiente mehr als ein Spruchband. Aus diesem Grund zeigten wir sein markantestes Porträt in schwarz-weiß gehalten auf einem Doppelhalter, dunkelten den Hintergrund mit schwarzen Papptafeln ab und zündeten eine Fackel, um Xatar unsere letzte Ehre zu erweisen. Als Spruchband wählten wir das Zitat „Bei uns sagt man, die Welt gehört dir.“, um Xatars Bedeutung für uns als Bonner noch einmal hervorzuheben.
Durch seine Musik wird Xatar uns und viele weitere Bonner durchs Leben begleiten. So wird er für immer ein Teil unserer Stadt und ihrer Menschen bleiben.
Bonn Block A“

(Faszination Fankurve, 05.06.2025)
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