Nachdem sich Livorno vor kurzem die Serie D Meisterschaft samt Rückkehr in die Serie C sicherte, fand vergangenen Sonntag das Finale im Poule Scudetto statt, wo man auf Siracusa traf. Zwei lebhafte Tifoseria begleiteten ihre Mannschaften dabei zum Austragungsort nach Teramo.
Wie Faszination Fankurve berichtet, ist nach den Aufstiegsspielen zwischen Lok Leipzig und Havelse erneut die große Forderung deutlich geworden: Meister müssen aufsteigen!
Im oftmals sehr verwirrenden italienischen Liga-System ist diese leidige Thematik nicht ganz so präsent. So steigen zumindest alle Meister der Serie D Staffeln in die Serie C auf.
Livorno sicherte sich nach dieser Spielzeit die Serie C-Rückkehr nach vier Jahren Abstinenz. In der Saison 2020/21 der Serie C belegte Livorno nach einem Abzug von fünf Punkten wegen nicht fristgerechter Zahlung der Spielergehälter mit 29 Punkten den letzten Platz und musste in die Serie D absteigen.
Die Meister der Serie D Staffeln spielen am Ende der Saison im „Poule Scudetto“ (italienische Meisterschaft der Amateure) gegeneinander, einem sportlich nicht weiter relevanten Turniermodus. Dieser wurde 1952 erstmals und seit 1992 dann regelmäßig ausgetragen.
Manchmal führen diese „sinnlosen“ Wettbewerbe, die von den italienischen Verbänden erfunden wurden, allerdings zu interessanten und historischen Begegnungen.
Sowohl aus fußballerischer als auch Fan-Perspektive: Siracusa (Sizilien) und Livorno (Toskana) spielten nämlich das Finale um den „Scudetto“ der Serie D, um nochmal einen nationalen Meister zu ermitteln. Aufgestiegen waren beide schon.
Für das Finale wurde das „Bonolis“-Stadion in Teramo gewählt, dass etwa fünfhundert Kilometer von der toskanischen Stadt und über neunhundert Kilometer von der sizilianischen Stadt entfernt liegt. Eine Entscheidung, die bei den Fans von Siracusa für schlechte Stimmung sorgte, da sie bereits eine Woche zuvor zu der sehr langen Reise nach Ospitaletto (Provinz Brescia), 1.400 Kilometer entfernt, für das Rückspiel des Halbfinales reisten.
In diesem Zusammenhang zeigten die Ultras aus Syrakus ein langes Transparent und skandierten mehrere Sprechchöre gegen die Liga. Etwa 450 Fans, darunter diejenigen, die aus Sizilien angereist waren, und diejenigen, die in Mittelitalien leben, feuerten ihre Mannschaft während des gesamten Spiels mit unermüdlichem Fahnenschwenken und verschiedenen pyrotechnischen Einlagen an.
Das Spiel in Teramo war ebenfalls die Gelegenheit, zwei historische Fanlager zu sehen, die unterschiedliche politische Überzeugungen haben. Relevanz hatte das heute aber keine. Zum Spiel gab es nicht mal feindseligen Gesänge, womöglich weil es in der Vergangenheit zwischen Beiden nur sehr wenige, bis keine Vorfälle gab.
Den Livornesi, die das Stadion kurz vor Spielbeginn betraten, wurde die überdachte Tribüne zugeteilt. Mit Spannung wurde erwartet, wie viele Livornesi die Reise antreten würden – in den letzten Jahren waren die Auswärtsfahrerzahlen nie eine Stärke der toskanischen Tifoseria. Insgesamt wurde es schließlich etwa 200 Personen, darunter 150 Leute, die hinter den Fahnen der Curva Nord Fabio Bettinetti ununterbrochen sangen. Bemerkenswert war auch die Anwesenheit von etwa zehn Livorno-Ultras der ehemaligen Gruppe „Zona Sud”, die im heimischen Stadion auf der Tribüne (und nicht wie die anderen Fans in der Curva Nord) stehen, sich aber vor einigen Monaten aufgelöst haben und das Spiel nun hinter ein paar kleinen Fahnen am Rand der Tribüne verfolgten.
Auf dem Platz gewann Livorno mit 2:1 und wurde so italienischer Amateurmeister. Nun kann man sich voll auf die bald anstehende Saison in der Serie C vorbereiten. Für die Tifoseria aus Livorno bedeutet dies nach mehreren Jahren Abwesenheit die Rückkehr in eine Liga, die mehrheitlich mit Rivalen auf den Rängen überzeugen kann. Ein großer Anreiz, auch wenn sie im Vergleich zu früher die vielen Auswärtsfahrverbote (vor allem bei den interessantesten Spielen) in Kauf nehmen müssen, die in Italien mittlerweile zu einer beschämenden Gewohnheit geworden sind.
(Faszination Fankurve, 12.06.2025)
0 Kommentare