Juve Stabia gegen Sampdoria Genua – ein Duell sportlicher Gegensätze & leidenschaftlicher Fankurven

Faszination Fankurve 09.07.2025 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Aufgrund des Todes von Pabst Franziskus verschob man einen ganzen Spieltag in Italien nach hinten. Die Partie zwischen Juve Stabia und Sampdoria Genau wurde somit für beide Teams das letzte Spiel der regulären Saison. Ein Duell voller sportlicher Gegensätze. Wer hätte vor wenigen Jahren noch gedacht, dass die Stabiesi jemals um den Aufstieg in die Serie A spielen, während die Doriani gegen den Abstieg in die Drittklassigkeit kämpfen!? Wir blicken mit einigen Worten und Fotos zurück auf dieses Spiel zweier Schwergewichte der italienischen Ultras-Bewegung.

Als Pabst Franziskus am 21. April dieses Jahres verstarb, verschob der italienische Verband prompt einen gesamten Spieltag. Somit kam es am 13. Mai im Stadion Romeo Menti in Castellammare zum Spiel zwischen Juve Stabia und Sampdoria Genua und wurde damit de facto für beide Teams zum letzten Spiel der regulären Serie-B-Saison.

Eine Partie mit entscheidender Bedeutung sowohl im Kampf um den Aufstieg als auch gegen den Abstieg, denn ein dichtes Feld an Teams – darunter auch Sampdoria – kämpfte um den Verbleib in der zweithöchsten italienischen Liga.

Für Juve Stabia war es ein historischer Moment: Zum ersten Mal hatte sich der Klub für die Aufstiegs-Playoffs zur Serie A qualifiziert und wollte gegen Sampdoria nichts dem Zufall überlassen. Mit einem Sieg hätte man sogar den fünften Tabellenplatz erreichen können – was die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte in der Serie B gewesen wäre.

Für den Gästebereich wurden 300 Tickets verkauft. Eigentlich wäre die Kapazität deutlich höher, aber seit über einem Jahr ist sie aufgrund baulicher Probleme begrenzt – eine der vielen italienischen Eigenarten, bei denen die Behörden die Gelegenheit nutzen, die Anzahl der Fans im Stadion zu beschränken und so etwaige organisatorische Probleme zu vermeiden. So sieht in Italien „Arbeit“ aus!

Über 6.277 Zuschauer waren insgesamt an diesem Dienstagabend im Stadio Romeo Menti zugegen.

In den letzten Wochen hatte es zahlreiche Umbrüche innerhalb der Stabia-Fanszene gegeben: Die Gruppe der Curva Sud Ultras Juve Stabia wurde aufgelöst, und eine „neue“ Generation von Ultras versucht nun, der Kurve eine „reinere“ Mentalität zu verleihen – eine, die mehr der Geschichte der lokalen Ultras-Bewegung entspricht.

Aktuell dominieren die Gruppen Ultras Stabia und Ultras Centro Antico die Kurve, während sich auf der überdachten Tribüne eine Mischung aus alten Ultras und jungen Talenten unter dem Namen Castle by the Sea formiert hat.

Zum Anpfiff zeigte die Curva Sud eine beeindruckende Pyroshow mit Fackeln und Rauch – das gesamte Stadion kochte vor Leidenschaft.

Besonders schön: Auf den Balkonen der umliegenden Häuser standen Zuschauer, die das Spiel kostenlos verfolgten – ein typisch süditalienisches Bild!

Über die gesamten neunzig Minuten lieferte die gelb-blaue Fangemeinde eine starke Performance ab, mit mehreren Momenten, in denen das gesamte Stadion eingebunden war. Bemerkenswert war auch die Anwesenheit der Pariser Freunde (K-Soce) sowie von Fans aus Zwickau.

Die mitgereisten Anhänger der Doria wussten genau, dass es ein historischer Abend werden könnte – wenn auch ein dramatischer. Und wie so oft brachten sie trotz aller Widrigkeiten ihren ganzen Geist und Glauben auf, um ihre Farben bis zum letzten Atemzug zu unterstützen. In einer der dunkelsten und schwierigsten Phasen der Vereinsgeschichte bewiesen die genuesischen Ultras einmal mehr ihre Treue und ihren Wert – zumal es sich um eines der wenigen Auswärtsspiele handelte, für das keine Fan-ID-Card zum Ticketerwerb erforderlich war. Ein derart seltenes Ereignis, für das man sogar zweimal in Richtung Castellammare reiste.

Auf dem Platz begegneten sich die beiden Teams mit ordentlichem Tempo, doch Sampdoria zeigte deutlich, warum sie im Abstiegskampf steckten: Obwohl sie das Spiel machen müssten, taten sie sich schwer und vergaben die wenigen Chancen, die sie sich erspielten, auf geradezu sensationelle Weise. Die Auswärtsfans zeigten sich nach außen hin unbeeindruckt (doch allein ein Blick in ihre Gesichter genügte, um zu erkennen, wie sich die Hoffnung mit jeder Minute zerschlug) und sangen sowie schwenkten Fahnen weiter, ohne auf die diversen Provokationen aus der Curva Sud oder von der Haupttribüne zu reagieren.

Als der Schiedsrichter zur Halbzeit pfiff, stand der Abstieg von Doria fest – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte wäre ein Abgang in die Serie C erfolgt. Das löste verständlicherweise Wut unter den anwesenden Fans aus. Einige waren völlig verzweifelt, andere hingegen pfefferten den „Hauptdarstellern“ alle möglichen Beleidigungen entgegen.

Sicherheitskräfte und Bereitschaftspolizei positionierten sich rund um den Gästebereich, um eventuelle Ausschreitungen zu verhindern, während das gesamte Stadion den Einzug in die Playoffs feierte und sich über die Nachbarn aus Salerno wegen des bevorstehenden Abstiegs lustig machte.

Wie so oft in Italien änderte sich im Nachgang der Partie noch einmal entscheidende Dinge über den Verbleib der Liga. Weil Brescia zwangsabgestiegen war – Faszination Fankurve berichtete – bestand für Sampdoria Genua doch noch die Möglichkeit zum Klassenerhalt.

Über den Ausgang der Relegationsspiele der Serie B haben wir bereits berichtet. Vom Finalspiel zwischen Salernitana und Sampdoria findet ihr hier einen Bericht und Fotos.

Weitere spannende Spielberichte und Infos aus Italien findet ihr in der kommenden Ausgabe von ERLEBNIS FUSSBALL.

(Faszination Fankurve, 09.07.2025)

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