Vergangenes Wochenende testete der 1. FC Union Berlin gleich zweimal im Nachbarland Österreich. Schon beim Gastspiel in Linz am Samstag war eine vierstellige Anzahl an Unioner vor Ort. Die Partie am darauffolgenden Tag bei Rapid Wien zog noch mehr Fans an und bot allerhand Aktivität auf den Rängen – einschließlich einer Auseinandersetzung vor der Heimkurve.
Zwei internationale Testspiele an einem Wochenende in großen Stadien – das erleben Fans nicht alle Tage. Der 1. FC Union Berlin trat allerdings vergangenes Wochenende innerhalb von nur 24 Stunden gegen zwei bekannte Namen der österreichischen Fußballlandschaft an.
Zunächst spielte man am Samstag beim Linzer ASK. Im Stadion auf der Gugl versammelten sich insgesamt etwa 6.500 Zuschauer, darunter auch eine knapp vierstellige Anzahl an Unioner. Diese positionierten sich kompakt im Oberrang des Gästeblocks – hinter der Ultras-Zaunfahne sowie weiteren Fahnen.
Lautstark wurde das Spiel unterstützt, gelegentlich begleitet von dem Einsatz pyrotechnischer Mittel.
Darüber hinaus solidarisierte man sich mit der Heimseite. Das Spruchband „Fußball gehört den Fans, Gruber raus!“ sollte den Landstraßlern im Konflikt mit der Vereinsführung Mut zusprechen. Wie Faszination Fankurve berichtete, bestehen zwischen der aktiven Fanszene und der Vereinsspitze – insbesondere in Person von Siegmund Gruber – anhaltende Spannungen.
Weitere Bilder von dieser Partie findet ihr unter Foto-Updates.
Nach dem Spiel ging die Reise weiter in die rund 180 Kilometer westlich von Linz gelegene Hauptstadt Wien.
Ein besonderer Aufhänger der Partie gegen Rapid war Spieler Christoph Trimmel, der 2014 von Rapid nach Berlin wechselte und noch immer ein gutes Verhältnis zur Rapid-Anhängerschaft pflegt. Bereits 2023 kam es in Berlin zu dieser Begegnung. Damals überreichten die Ultras Rapid dem Spieler nach Abpfiff einen Doppelhalter.
Im Weststadion verfolgten diesmal 19.384 Zuschauer das Testspiel zwischen Rapid Wien und Union Berlin. Von Ultras Rapid gab es im Vorfeld einen Aufruf zur Teilnahme an der Partie.
Rund 1.700 Unioner versammelten sich im Gästeblock. Für ein Vorbereitungsspiel lieferte man erneut eine beachtliche Supportleistung ab. Pyrotechnik begleitete das ein oder andere Lied und sorgte für zusätzliche lautstarke Momente.
Mit dem Spruchband „Ihr haltet durch, wir stehen euch bei – solidarisch und vereint geht jedes SV vorbei!“ richteten die Ultras von Union Berlin während des Spiels aufmunternde Worte an Stadionverbotler. Dazu gab es die „Sektion Stadionverbot“-Zaunfahne zu sehen. Auch diese Aktion wurde durch Pyrotechnik untermalt.
Der Block West startete die Partie mit einem groß angelegten Fahnen-Intro, begleitet vom Kurvenhit „Seht ihr die Fahnen weh’n“. Im Bereich der Ultras Rapid stieg zusätzlich hinter einem „God save Ultras“-Banner grüner Rauch auf.
Die Tornados Rapid präsentierten während des Spiels ein Spruchband für die stadionverbotenen Fans aus Parma, mit denen sie freundschaftlich verbunden sind. „Nulla al mondo vi potrà fermar“ („Nichts auf der Welt kann euch aufhalten“) stand darauf – eine Zeile aus der Hymne der Boys Parma.
Außerdem zeigten die Ultras Rapid ein Gedenkspruchband für einen verstorbenen Rieder, das auch vom Gästeblock respektvoll mit Applaus gewürdigt wurde. Bereits am Freitag beim Testspiel zwischen dem SV Ried und Energie Cottbus hatten die Gästefans ein ähnliches Spruchband gezeigt.
Dem Spieler Christoph Trimmel widmete der Block West ebenfalls ein Spruchband: „Willkommen zuhause, Trimbo“ stand darauf. Es wurde bereits beim Aufwärmen der Spieler hochgehalten.
Nach dem Spiel verabschiedete sich Trimmel gemeinsam mit seiner Mannschaft beim Gästeblock, wo er mit Sonderapplaus und Gesängen gefeiert wurde. Vor dem Block West erhielt er zudem einen Weststadion-Schal, überreicht von den Ultras Rapid. Es war Trimmels erster Auftritt im neuen Weststadion in Hütteldorf – abgesehen vom Abschiedsspiel für Steffen Hofmann als Teil der Legendenmannschaft.
Im Rahmen des Spiels kam es außerdem zu einer Auseinandersetzung vor dem Block West. Als eine Gruppe Unioner hinter der Heimkurve in Richtung Gästeblock unterwegs war, stürmte eine deutlich größere, dreistellige Gruppe Rapidler aus dem Stadion und griff die Gäste an.
Interessant: Auch Stadtrivale Hertha BSC gastierte an diesem Wochenende in Österreich – genauer gesagt am Freitag bei Austria Wien. Auch dort war die Fanszene präsent, wenn auch in kleinerer Zahl als die der Ost-Berliner.
Weitere Bilder von den Partien von Hertha und Union in der österreichischen Landeshauptstadt findet ihr unter Foto-Updates.
Am 06. September trägt Rapid Wien ein weiteres internationales Testspiel aus. Diesmal gegen den Venezia FC, zu dessen Anhängerschaft Teile des Block West eine Freundschaft pflegen – Faszination Fankurve berichtete. Bereits zum Testspiel gegen Union Berlin war eine Delegation aus Venedig im Block West samt Zaunfahne zugegen.
(Faszination Fankurve, 22.07.2025)
Einen ausführlichen Spielbericht mit weiteren Informationen findet ihr in einer der kommenden Ausgaben des 45 Grad-Kurvenhefts.
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